• Klinik

Larynxkarzinom

Abstract

Das Larynxkarzinom bezeichnet einen bösartigen Tumor des Kehlkopfes. Hauptrisikofaktor ist Nikotinabusus, gefolgt von Alkoholabusus. Karzinome der Stimmlippe werden früh durch Heiserkeit symptomatisch und haben deshalb eine sehr gute Chance auf Heilung. Alle anderen Tumorlokalisationen weisen durch spätes Auftreten von unspezifischen Symptomen (Fremdkörpergefühl, Dysphagie) eine deutlich schlechtere Prognose auf.

Epidemiologie

  • Geschlecht: >>
  • Alter: Häufigkeitsgipfel 50.–70. Lebensjahr
  • Häufigster maligner Tumor im Kopf-Hals-Bereich

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Klassifikation

Einteilung nach Lage zur Glottis

TNM-Klassifikation maligner Glottistumoren

TNM Ausdehnung
T1

Tumor auf einen Bezirk beschränkt (Supraglottis, Glottiskarzinom oder Subglottis), Stimmlippe beweglich. Bei Glottistumoren wird zusätzlich in T1a und T1b unterschieden:

T2 Tumor ist auf zwei Unterbezirke ausgedehnt:
T3 Tumor weiter auf den Kehlkopf begrenzt, Stimmlippe nicht mehr beweglich
T4

Tumor überschreitet Organgrenze

N1 Solitärer ipsilateraler Lymphknoten, ≤3 cm
N2 Multiple ipsilaterale oder kontralaterale Lymphknoten u./o. Größe >3 cm (≤6 cm)
N3 Lymphknoten >6 cm
M1 Fernmetastasen

Es handelt sich fast ausschließlich um Plattenepithelkarzinome!

Symptome/Klinik

  • Frühsymptome
    • Bei Befall der Stimmlippen (Glottiskarzinom): Heiserkeit
      • Bei den beiden anderen Tumorlokalisationen zeigt Heiserkeit ein fortgeschrittenes Stadium an
  • Spätsymptome
    • Fremdkörpergefühl
    • Dyspnoe
    • Dysphagie

Bei länger als 3 Wochen anhaltender Heiserkeit unklarer Ursache sollte eine Laryngoskopie durchgeführt werden!

Stadien

Stadieneinteilung der UICC (Union for International Cancer Control)

Stadium TNM
Stadium 0 CIS (Carcinoma in situ)
Stadium I T1
Stadium II T2
Stadium III ab T3 oder N1
Stadium IV ab T4 oder N2 o M1

Diagnostik

  • Anamnese (Noxen, Beruf!)
  • Laryngoskopie: Unregelmäßige, knotige oder ulzerierende Veränderungen
    • Probeexzision zur histologischen Beurteilung [1]
  • Evtl. Stroboskopie: Darstellung der Stimmlippenschwingung
  • CT oder MRT sowie Sonographie des Halses zur Beurteilung der Tumorausdehnung, möglichen Infiltrationen von Nachbarorganen oder möglichen Lymphknotenmetastasen
  • Röntgen-Thorax: Ausschluss von Lungenmetastasen [2]
  • CT oder Sonographie des Abdomens
  • Panendoskopie: Endoskopische Untersuchung von Larynx, Pharynx, Trachea und Ösophagus

Therapie

  • Therapieziel: Möglichst komplette Tumorresektion unter Berücksichtigung der Lebensqualität (nach Möglichkeit weitgehender Erhalt von Stimm- und Schluckfunktion) [2]
  • Bei allen Larynxkarzinomen kann eine chirurgische Therapie auch noch in fortgeschrittenem Stadium IV sinnvoll sein
  • Je nach Lokalisation und Stadium: Endolaryngeale Lasertherapie, Laryngektomie und/oder Neck dissection und/oder Radiatio
    • Supraglottische und glottische Tumoren in frühen Stadien (bis T2): CO2-Laserresektion; chirurgische Teilresektion; alternativ: Radiatio [2][3]
    • Supraglottische und glottische Tumoren in fortgeschrittenen Stadien: Je nach Lokalisation partielle oder komplette Laryngektomie in Kombination mit Radiochemotherapie[2], Neck dissection abhängig vom Lymphknotenbefall [1]
    • Subglottische Tumoren: Laryngektomie und Neck dissection [3]
  • Ersatzsprache nach Laryngektomie

Prognose

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.