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AMBOSS-Pflegewissen: Zentrale Venenkatheter (ZVK)

Letzte Aktualisierung: 11.2.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Der zentrale Venenkatheter (ZVK) liegt in der oberen oder unteren Hohlvene kurz vor dem rechten Vorhof des Herzens und dient der Infusionstherapie, insb. bei lebensbedrohlich erkrankten Patient:innen auf der Intensivstation, in Notfallsituationen und/oder bei schlechtem peripheren Venenstatus. Er ist notwendig, wenn zahlreiche Medikamente gleichzeitig und kontinuierlich verabreicht werden müssen oder die Gabe hyperosmolarer bzw. gefäßreizender Lösungen (wie Kalium, Zytostatika oder parenterale Ernährung) erforderlich ist. Da zentralvenöse Zugänge jedoch ein erhöhtes Infektionsrisiko bergen, wird stets eine möglichst frühzeitige Entfernung angestrebt. Im täglichen Umgang haben strikte Asepsis, die hygienische Händedesinfektion sowie die Desinfektion der Anschlüsse vor und nach jeder Manipulation oberste Priorität. Die Einstichstelle ist zudem kontinuierlich auf Entzündungszeichen zu überwachen, wobei der Verband bei Verschmutzung, Durchfeuchtung oder Ablösung unverzüglich gewechselt werden muss. Um die Funktionsfähigkeit zu erhalten und Lumenverschlüsse zu verhindern, müssen die Katheterschenkel (insb. bei Nicht-Benutzung) regelmäßig mit isotoner Kochsalzlösung gespült werden.

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Grundlagentoggle arrow icon

  • Definition: Venöser Katheter, der bis kurz vor den rechten Vorhof in die obere oder untere Hohlvene vorgeschoben wird
  • Lumenmanagement
    • 1–5 Schenkel/Lumen
    • Bei mehrlumigen ZVKs: Farbliche Kodierung der Schenkel beachten
  • Katheteranlage
    • Zum Vorgehen siehe: Anlage eines zentralen Venenkatheters
    • Pflegerische Aufgaben
      • Vorbereitung und ggf. Assistenz bei der Anlage
      • Auf Asepsis beim Einführen des Katheters achten
      • Sichere Fixierung: Kein Abknicken oder Zugwirkung
  • Grundsätze beim Handling
    • Hygienische Händedesinfektion vor allen Manipulationen
    • Diskonnektionen auf ein Minimum beschränken
    • Nach jeder Diskonnektion neuen, sterilen Verschlussstopfen anbringen
    • Ggf. Spülungen mit isotoner Elektrolytlösung
    • Katheter so früh wie möglich wieder entfernen [1] Immer gründliche Desinfektion vor und nach Verwendung eines Schenkels [2]
  • Pflege der Kathetereintrittsstelle
    • Ziel: Infektionsprophylaxe, insb. Vermeidung einer Kathetersepsis
    • Beurteilung der Einstichstelle
      • Einstichstelle auf Druckschmerz überprüfen
      • Überwachen auf Entzündungszeichen
    • Verbände
      • Gazeverbände mind. alle 2 Tage wechseln [1]
      • Folienverbände können bei reizloser Einstichstelle bis zu 7 Tage belassen werden
      • Sofort wechseln, wenn verschmutzt, durchfeuchtet, abgelöst oder bei V.a. Infektion
    • Wechsel des Katheters: Bei unklarem Fieber, Druckschmerz oder Sepsis
  • Wechsel der Infusionssysteme
    • Wässrige Lösungen: Nicht häufiger als alle 4 Tage
    • Lipidhaltige Lösungen: Alle 24 h
    • Blutprodukte: Alle 6 h bzw. nach Benutzung
  • Schulung von Betroffenen und Angehörigen: Zur Reduktion von Komplikationen, insb. Infektionen [3]


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Anschließen und Abstecken einer Infusiontoggle arrow icon

Anschluss einer Infusionslösung an einen ZVK

  1. Verwendeten Schenkel gründlich desinfizieren
  2. Schenkel mittels Klemme abklemmen
  3. Verschluss entfernen
  4. Spritze mit 10–20 mL NaCl 0,9% ansetzen
  5. Klemme öffnen und spülen
  6. Abklemmen und Spritze entfernen
  7. Infusion anschließen
  8. Klemme öffnen und Infusion in gewünschter Tropfgeschwindigkeit infundieren

Abstecken bzw. Wechsel einer Infusionslösung von einem ZVK

  1. Ggf. kristalloide Infusionslösung zum Spülen anschließen
  2. Rollklemme an der Infusionsleitung schließen
  3. Klemme am ZVK schließen
  4. Infusion abstecken
  5. Verwendeten Schenkel gründlich desinfizieren
  6. Ggf. nach Medikamentengabe und keiner vorherigen Spülung: Spritze mit 10–20 mL NaCl 0,9% ansetzen
  7. Klemme öffnen und spülen
  8. Klemme am ZVK-Schenkel schließen
  9. Neue Infusion bzw. Verschlusskappe anschließen
  10. Bei neuer Infusion: Klemme öffnen und Infusion in gewünschter Tropfgeschwindigkeit infundieren

I.d.R. sollten die ZVK-Schenkel dauerhaft genutzt werden, um einen Verschluss des Lumens zu vermeiden! Meist wird dafür eine kristalloide Infusionslösung ohne Medikament in niedriger Dosis (bspw. 20 mL/h) verabreicht.

Es sollte kein Desinfektionsmittel in das Lumen des ZVK gelangen, außer dieses wurde kontaminiert! [2]

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Blutentnahme über ZVKtoggle arrow icon

Blutentnahmen aus ZVKs sollten möglichst selten durchgeführt werden, da sie das Risiko der Thrombosierung und damit ein Verstopfen des Schenkels erhöhen.

Material

Durchführung

  1. Geeigneten Schenkel auswählen
  2. Abklemmen des Schenkels via Klemme
  3. Verschluss entfernen
  4. Verwendeten Schenkel gründlich desinfizieren
  5. Spritze (5–10 mL) ansetzen
  6. Klemme lösen und Probeaspiration von ca. 5 mL Blut
  7. Klemme schließen
  8. Ggf. Adapter und Blutentnahmeröhrchen bzw. BGA-Spritze aufsetzen
  9. Klemme lösen und Blutentnahme beginnen
  10. Klemme schließen
  11. Wenn gewünschte Menge Blut entnommen wurde: Ansetzen einer Spritze mit 10–20 mL NaCl 0,9%
  12. Klemme öffnen und spülen
  13. Abklemmen und erneut gründlich desinfizieren
  14. Neuen Verschluss aufsetzen bzw. Infusion wieder anschließen

Häufige Blutentnahmen aus dem ZVK erhöhen das Infektions- und Thromboserisiko!

Nach jeder Blutentnahme oder Infusionstherapie muss mit Kochsalzlösung nachgespült werden!

Vor und nach jeder Manipulation sollte der verwendete Schenkel gründlich desinfiziert werden!

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Verbandswechseltoggle arrow icon

Material

  • 2–4 sterile Tupfer
  • 2 sterile Wattestäbchen
  • Schleimhautdesinfektionsmittel
  • ZVK-Verband
  • Sterile Pinzette
  • Unsterile Handschuhe
  • Händedesinfektionsmittel
  • Abwurf

Durchführung

  1. Grundlagen pflegerischer Verbandswechsel sowie hausinterne Standards beachten
  2. Hände desinfizieren
  3. Sterile Materialien öffnen und ggf. Tupfer/Watteträger mit Desinfektionsmittel tränken
  4. Hände desinfizieren
  5. Unsterile Handschuhe anziehen
  6. Alten Verband lösen und abwerfen
  7. Einstichstelle und alten Verband inspizieren: Insb. auf Verkrustungen, lokale Entzündungszeichen und weitere Auffälligkeiten
  8. Unsterile Handschuhe ausziehen
  9. Hände desinfizieren
  10. Neue unsterile Handschuhe anziehen
  11. Einstichstelle mit sterilen Tupfern und steriler Pinzette desinfizieren (Wischrichtung: Immer von der Wunde weg)
  12. Dann mit sterilen Wattestäbchen vorsichtig unter der i.d.R. angenähten Platte desinfizieren
  13. Nach Einwirkzeit (und Trocknen des Desinfektionsmittels) neuen Verband aufkleben
  14. Unsterile Handschuhe ausziehen
  15. Hände desinfizieren

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Zentralvenöse Blutdruckmessung (ZVD)toggle arrow icon

  • Anschluss der Druckmessung
  • Nullabgleich und Messung
    • Referenzpunkt für den Nullabgleich: Thoraxmitte
    • Patient:innen flach lagern bei der Messung
    • Beurteilung als Verlaufsparameter
  • Siehe auch: Zentralvenöse Blutdruckmessung

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