• Klinik

Subclavian-Steal-Syndrom (Vertebralisanzapf-Syndrom…)

Abstract

Das Subclavian-Steal-Syndrom ist eine meist durch Arteriosklerose bedingte Stenose bzw. ein Verschluss der A. subclavia proximal des Abgangs der A. vertebralis. Folge kann ein „Anzapfen“ des Blutes via der beiden Aa. vertebrales aus der gegenüberliegenden A. subclavia sein, um die Perfusion des betroffenen Armes aufrecht zu erhalten. Durch diesen Kollateralkreislauf wird zwar die Durchblutung des Armes verbessert, jedoch entsteht eine zentrale Minderdurchblutung, die insbesondere bei körperlicher Aktivität neben Schwindel auch zu drop attacks führen kann. Diagnostisch ist eine Blutdruckdifferenz der Arme von >20 mmHg charakteristisch.

Ätiologie

Pathophysiologie

Stenose in der A. subclavia proximal des Abgangs der A. vertebralis → Druckabfall hinter der Stenose mit Minderperfusion des ipsilateralen Armes → Entwicklung eines Kollateralkreislaufs → Kollateralkreislauf führt zu Flussumkehr in der ipsilateralen A. vertebralis und zu vermindertem Blutfluss in der A. basilaris → Verbesserung (aber nicht Normalisierung) der Durchblutung des betroffenen Armes zu Lasten der zerebralen Perfusion

Symptome/Klinik

  • Zentral: Vor allem bei körperlicher Betätigung, meist bei Arbeit mit dem Arm der betroffenen Seite
    • Schwindel
    • Sehstörungen (evtl. Diplopie)
    • Ataxie evtl. mit drop attacks (plötzliches Hinstürzen, Synkopen)
  • Im Arm der betroffenen Seite
    • Belastungsabhängig ischämiebedingte Schmerzen und Parästhesien
    • Abgeschwächter Radialispuls bei blasser, kühler Extremität
    • Blutdruck geringer als auf der Gegenseite (>20 mmHg)

Verlaufs- und Sonderformen

Diagnostik

Therapie

  • Interventionell oder chirurgisch
    • Indikation
      • Symptomatisches Subclavian-Steal-Syndrom
      • Asymptomatische proximale Subklaviastenose, wenn die distal davon abgehende A. mammaria als Bypassgefäß genutzt wird/werden soll
    • Verfahren

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.