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Tuba uterina

Abstract

Die paarigen Eileiter (Tubae uterinae) verbinden die Eierstöcke mit der Gebärmutter. Sie liegen intraperitoneal im kleinen Becken und sind etwa 10 cm lang. Die Gefäßversorgung des Eileiters erfolgt über Äste der A. ovarica und A. uterina. Nach dem Eisprung werden die Eizellen von fingerartigen Fortsätzen des Eileiters, den sog. Fimbrien, aufgenommen und mithilfe eines spezialisierten Flimmerepithels in Richtung des Uterus transportiert. Wird die Eizelle befruchtet, so finden bereits die ersten Teilungen der embryonalen Zellen im Eileiter statt.

Makroskopische Anatomie

Steckbrief

  • Funktion: Aufnahme, Befruchtungsort und Transport der reifen Eizelle
  • Lage: Paarig, intraperitoneal im kleinen Becken
  • Form: Schlauchförmig mit trichterförmiger, fransenbesetzter Erweiterung am abdominalen Ende
  • Größe: 10-15cm lang

Aufbau

  • Abschnitte
    1. Infundibulum tubae uterinae: Trichterförmig, mit fransenartigen Fortsätzen in Richtung des Ovars (= Fimbrientrichter)
    2. Ampulla tubae uterinae: Aufweitung, die sich bogenförmig an das Ovar schmiegt
    3. Isthmus tubae uterinae: Enger gestreckter Teil des Eileiters, der in den Uterus mündet
    4. Pars uterina: Intramural in der Gebärmutter gelegener Anteil mit Ostium uterinum tubae (Abschnitt mit dem engsten Lumen )

Topographie

Rechtsseitiger Unterbauchschmerz bei der Frau
Bei rechtsseitigem Unterbauchschmerz muss aufgrund enger Lagebeziehungen neben der Appendizitis (= Blinddarmentzündung) auch immer eine Salpingitis (= Entzündung des Eileiters) bzw. Adnexitis (= Entzündung von Eileiter und Eierstock) ausgeschlossen werden.

Gefäßversorgung und Innervation

Gefäßversorgung
Arteriell
Venös
  • V. ovarica
  • Plexus venosus uterinus in Vv. uterinae
Innervation
Sympathisch
Parasympathisch
Lymphabfluss
Lymphstationen

Mikroskopische Anatomie

Der Eileiter besteht aus vier Wandschichten. Das Flimmerepithel der Tunica mucosa arbeitet dabei mit der Muskulatur der Tunica muscularis zusammen, um die Eizelle vom Ovar zum Uterus zu befördern.

Wandschicht Bestandteile
Tunica mucosa
  • Labyrinthartig verzweigte, hohe Schleimhautfalten mit Epithelbesatz
  • Einschichtig zylindrisches (=hochprismatisches) Epithel
    • Zwei verschiedene Zellformen, spezialisiert auf den Eizelltransport
      1. Drüsenzellen: Sekretbildung für Transport und Ernährung der Eizelle
      2. Flimmerzellen: Kinocilienbesetzte Epithelzellen, Bewegung in Richtung Uterus
    • Zyklische Veränderungen des Epithels
      • Follikuläre Phase und Ovulation: Flimmerzellenbesatz und Höhe des Epithels in der Ampulla tubae uterinae↑↑
      • Sekretionsphase: Drüsenzellenbesatz und Sekretion↑↑
Tunica muscularis
  • Dreischichtig aus Längs- und Ringmuskulaturanteilen
  • Nimmt zu in Richtung Uterus
Tela subserosa
Tunica serosa

Funktion

  1. Aufnahme der Eizelle aus dem Eierstock mithilfe der Fimbrien
  2. Ort der Befruchtung
  3. Transport der (befruchteten) Eizelle zur Gebärmutter

Eileiterschwangerschaft
Eine Schwangerschaft, die sich außerhalb der Gebärmutter einnistet, wird Extrauteringravidität genannt. Sie kommt am häufigsten in den Eileitern vor, beispielsweise wenn im Eileiterverlauf Engstellen auftreten und diese die Eizellenpassage behindern. Mögliche Ursachen sind vorangegangene aufsteigende Infektionen (z.B. durch Chlamydien) oder Operationen der Eileiter. Die Patientinnen fallen oft erst spät durch abdominelle Schmerzen in Kombination mit einer ausbleibenden Regelblutung auf.

Wiederholungsfragen zum Kapitel Tuba uterina

Makroskopische Anatomie

Nenne die einzelnen Abschnitte der Tuba uterina! Wo befindet sich ihre engste Stelle?

Mikroskopische Anatomie

Wie ist die Schleimhaut der Tuba uterina aufgebaut?

Wie ist die Muskelschicht der Tuba uterina aufgebaut?

Eine Sammlung von allgemeineren und offeneren Fragen zu den verschiedenen prüfungsrelevanten Themen findest du im Kapitel Beispielfragen aus dem mündlichen Physikum.