• Klinik

Penisruptur (Penisbruch…)

Abstract

Die Penisruptur stellt einen akuten urologischen Notfall dar und bedarf einer sofortigen operativen Therapie. Typisch ist ein Frakturgeräusch beim Geschlechtsverkehr im Rahmen eines Biegetraumas mit folgender Schwellung und Hämatom des Penis. Dieses klinische Bild allein rechtfertigt eine operative Freilegung und Defektdeckung. Bei unklaren Befunden kommen weitere diagnostische Maßnahmen wie Sonographie oder ein MRT in Betracht. Bei rechtzeitiger Operation ist eine restitutio ad integrum möglich. Bei zu später Operation können jedoch Langzeitkomplikationen wie Penisdeviationen oder Erektionsstörungen auftreten.

Definition

  • Traumatische Ruptur der Corpora cavernosa (Tunica albuginea) bei erigiertem Penis

Epidemiologie

  • Selten

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

  • Biegetrauma beim Geschlechtsverkehr
  • Bestimmte Masturbationsarten

Symptome/Klinik

  • Sofortige Detumeszenz
  • Peniskrümmung
  • Zunehmendes, subkutanes Penishämatom

Diagnostik

  • Anamnese mit typischem Geräusch beim Geschlechtsverkehr
  • Bildgebende Darstellung des Penis:

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

  • Operativ
    • Nach Einlage eines transurethralen Dauerkatheters: Naht der Ruptur
    • Nachbehandlung: Druckverband, vierwöchige sexuelle Abstinenz, in seltenen Fällen medikamentöse Verhinderung einer Erektion

Die operative Therapie sollte der konservativen aufgrund besserer Langzeitergebnisse bezüglich der Funktionalität vorgezogen werden!

  • Konservativ
    • Körperliche Schonung
    • Mögliche Gabe von Bicalutamid 50 mg 1-0-0 für zwei Wochen zur Verhinderung einer Erektion
    • Kühlung
    • Komprimierende Verbände

Komplikationen

  • Deviation des Penis
  • Erektionsstörungen
  • Harnröhrenverletzungen oder -stenose

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • S39.-: Sonstige und nicht näher bezeichnete Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
    • S39.0: Verletzung von Muskeln und Sehnen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
    • S39.6: Verletzung eines oder mehrerer intraabdominaler Organe mit Beteiligung eines oder mehrerer Beckenorgane
    • S39.7: Multiple Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
      • Verletzungen, die in mehr als einer der Kategorien S30–S39.6 klassifizierbar sind
      • Bezüglich der Verschlüsselung multipler Verletzungen sind in der stationären Versorgung die Deutschen Kodierrichtlinien heranzuziehen.
      • Exklusive: Verletzungen aus S36.- in Kombination mit Verletzungen aus S37.- (S39.6)
    • S39.8-: Sonstige näher bezeichnete Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
      • S39.80: Penisfraktur
        • Verletzung der Tunica albuginea des Penisschwellkörpers
      • S39.81: Verletzung lumbosakraler Rückenmarkhäute
    • S39.88: Sonstige näher bezeichnete Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
    • S39.9: Nicht näher bezeichnete Verletzung des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.