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Mallory-Weiss-Syndrom

Letzte Aktualisierung: 10.8.2020

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Das Mallory-Weiss-Syndrom beschreibt Einrisse der Schleimhaut am gastroösophagealen Übergang. In der Regel werden sie durch Erbrechen bei vorgeschädigter Schleimhaut ausgelöst (häufig im Rahmen eines Alkoholismus). Klinisch sind epigastrische Schmerzen und Hämatemesis typisch. Diagnostisch und therapeutisch steht die Ösophagogastroduodenoskopie (mit simultaner endoskopischer Blutstillung) im Vordergrund. Selten kommt es zu schwerwiegenden Komplikationen (wie massiven Blutungen).

  • Longitudinale Schleimhauteinrisse (auf Mukosa und Submukosa begrenzt) am gastroösophagealen Übergang

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

  • Plötzliche heftige intraluminale Druckerhöhung (z.B. Erbrechen, Würgen, stumpfes Bauchtrauma) führt zu Schleimhauteinrissen im distalen Ösophagus/proximalen Magen
  • Häufig auf Grundlage einer geschädigten Schleimhaut: Bspw. bei Alkoholmissbrauch, gastroösophagealem Reflux, Atrophie (im Alter)
  • Ösophagogastroduodenoskopie: Ermöglicht gleichzeitig eine Intervention

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Keine Ballontamponade wegen Perforationsgefahr des Ösophagus!

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  • K22.-: Sonstige Krankheiten des Ösophagus
    • K22.6: Mallory-Weiss-Syndrom
      • Schleimhautrisse in der Kardiaregion mit Hämorrhagie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Kahl: Interventionelle Endoskopie: Lehrbuch und Atlas. 1. Auflage Elsevier 2006, ISBN: 978-3-437-23620-4 .