Studientelegramm: Cross-Over-Studie zu Statin-Myopathie

Noch immer beenden mehr als die Hälfte aller Patient:innen mit Hyperlipidämie die prognostisch wichtige cholesterinsenkende Statintherapie aufgrund einer vermeintlich assoziierten Myopathie. In großen randomisiert kontrollierten Studien konnte jedoch keine Häufung solcher Muskelbeschwerden im Vergleich zur Placebogruppe gefunden werden.

In der Cross-Over-Studie SAMSON bekamen 60 Personen, die zuvor bereits eine Statintherapie aufgrund von Nebenwirkungen innerhalb von 2 Wochen abgebrochen hatten, für ein Jahr zwölf Medikamentenpackungen, von denen je vier Packungen entweder Atorvastatin (20 mg täglich), Placebo oder gar keine Tabletten enthielten. Die Zuteilung von Packung und Monat war zufällig; per App wurde die tägliche Symptomlast auf einer Skala von 0–100 erfasst.

Während in den Monaten ohne jegliche Tablette eine durchschnittliche Symptomlast von 8 (95 % KI: 4,7–11,3) auftrat, lag diese mit 16,3 in den Statin-Monaten (95 % KI: 13,0–19,6; p < 0,001) und mit 15,4 auch in den Placebo-Monaten (95 % KI: 12,1–18,7, p < 0,001) höher, ohne Unterschied zwischen den beiden letzteren (p = 0,388). Die entsprechende Nocebo-Rate, welche das Verhältnis derjenigen statininduzierten Symptome beschreibt, die auch durch eine Placebotablette ausgelöst werden, beträgt 0,9. Sechs Monate nach Studienende nahmen 50 % der Teilnehmenden wieder regelmäßig Statine ein. Eine Wiederaufnahme der zuvor beendeten Statintherapie ist also sicher, da die Beschwerden eher generell mit einer Tabletteneinnahme assoziiert sind als mit der Statingabe. Betroffene sollten über die Seltenheit echter Statin-assoziierter Muskelbeschwerden sowie deren Reversibilität aufgeklärt werden.

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