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Sammelsurium der Infektiologie

Letzte Aktualisierung: 2.6.2022

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Zahlreichen Erregern wird man im klinischen Alltag selten begegnen. Nichtsdestotrotz ist es hilfreich, Wissenswertes über diese seltenen Erreger zu erfahren, da sie bei schweren Verläufen lebensgefährlich sein können. Erkrankungen wie die Pocken und die Pest sind im historischen Kontext sehr bedeutsam, da viele Menschen im Rahmen der von ihnen verursachten Epidemien starben.

Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist bei Fleckfieber essenziell, um einen letalen Verlauf zu vermeiden!

Das Granuloma inguinale (Erreger: Klebsiella granulomatis) ist leicht zu verwechseln mit dem Lymphogranuloma inguinale (Erreger: Chlamydia trachomatis Serotyp L1-L3)!

Die Pocken umfassen eine Gruppe von Erkrankungen, die durch Orthopoxviren verursacht werden. Hierzu gehört die umgangssprachlich auch „die Pocken“ genannte Infektionserkrankung, die bis ins 20. Jahrhundert weltweit eine Pandemie mit vielen Hundert Millionen Todesfällen verursacht hat und heute als ausgerottet gilt. Andere, weiterhin relevante Orthopoxviren verursachen weniger schwer verlaufende Erkrankungen (z.B. Affenpocken, Kuhpocken).

Variola („die Pocken“)

  • Synonyme: Smallpox, Variola, Blattern
  • Epidemiologie
    • Letzter natürlicher Erkrankungsfall weltweit: 1977 in Somalia
    • Ausrottung durch weltweite Einführung des Lebendimpfstoffs durch die WHO
  • Erreger: Variola major (vera), Variola minor, Variola haemorrhagica (Gattung: Orthopoxviridae)
  • Infektionsweg
    • Hauptsächlich Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch
    • Übertragung zwischen Mensch und Tier nicht möglich
  • Inkubationszeit: Im Durchschnitt 12–14 Tage
  • Klinik
    • Beginn: Unspezifische Allgemeinsymptome
    • Nach 2–4 Tagen: Stadium vesiculosum mit synchronem Auftreten von Papeln mit rötlichem Randsaum, die sich zu eitergefüllten Blasen und verkrustenden Pusteln entwickeln
  • Differenzialdiagnose: Windpocken
  • Therapie: Symptomatisch und supportiv, ggf. zusätzlich Tecovirimat
  • Prävention: Pockenimpfung
    • Nicht mehr generell empfohlen, da die Pocken laut WHO seit 1980 als ausgerottet gelten
    • Seit 2013 neu zugelassener Lebendimpfstoff zur subkutanen Applikation verfügbar (siehe: Pocken-Lebendimpfstoff)
    • Vor 1980 zugelassener Pocken-Lebendimpfstoff mit abgeschwächten, aber vermehrungsfähigen Viren führte häufig zu Komplikationen, bspw. Impfnarbe, Ekzema vaccinatum oder postvakzinale Enzephalitis
      • Durchführung
        1. Einritzen der Haut (Skarifikation)
        2. Intradermale Applikation mittels Impfpistole oder Lanzette

Affenpocken [1][2][3]

  • Epidemiologie
    • Auftreten in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika, südliche USA
    • Einige Hundert Erkrankte pro Jahr, zuletzt v.a. auf Madagaskar und im Kongo
  • Erreger: Yersinia pestis
  • Erregerreservoir: Nagetiere
  • Infektionsweg
  • Klinik
  • Diagnostik: Kultureller Erregernachweis aus Blut, Sputum oder Lymphknotenaspirat
  • Therapie: Aminoglykoside oder Tetracycline
  • Umgang mit Kontaktpersonen
    • Hohes Expositionsrisiko (bspw. direkter Kontakt zu einer an Lungenpest erkrankten Person): Sofortige Postexpositionsprophylaxe und Quarantäne für max. 7 Tage
    • Geringes Expositionsrisiko (bspw. räumliche Distanz >2 Meter): Postexpositionsprophylaxe erwägen

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Q-Fieber

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Bestimmte bakterielle Zoonosen (A20-A28)

Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden (A50-A64)

Rickettsiosen (A75-A79)

  • A75.-: Fleckfieber
  • A77.-: Zeckenbissfieber [Rickettsiosen, durch Zecken übertragen]
    • A77.0: Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii
    • A77.1: Zeckenbissfieber durch Rickettsia conori
      • Afrikanisches Zeckenbissfieber, Boutonneuse-Fieber, Indisches Zeckenbissfieber, Kenya-Fieber, Marseille-Fieber, Mittelmeer-Zeckenbissfieber
    • A77.2: Zeckenbissfieber durch Rickettsia sibirica
      • Nordasiatisches Zeckenbissfieber, Sibirisches Zeckenbissfieber
    • A77.3: Zeckenbissfieber durch Rickettsia australis
      • Queensland-Zeckenbissfieber
    • A77.8: Sonstige Zeckenbissfieber
    • A77.9: Zeckenbissfieber, nicht näher bezeichnet
      • Durch Zecken übertragene Rickettsiose o.n.A.
  • A78: Q-Fieber
  • A79.-: Sonstige Rickettsiosen
    • A79.0: Wolhynisches Fieber
    • A79.1: Rickettsienpocken durch Rickettsia akari
      • Bläschenrickettsiose
    • A79.8: Sonstige näher bezeichnete Rickettsiosen
      • Rickettsiose durch Neorickettsia sennetsu [Ehrlichia sennetsu]
    • A79.9: Rickettsiose, nicht näher bezeichnet

Virusinfektionen, die durch Haut- und Schleimhautläsionen gekennzeichnet sind (B00-B09)

Protozoenerkrankungen

  • B60.-: Sonstige Protozoenkrankheiten, anderenorts nicht klassifiziert
  • B64: Nicht näher bezeichnete Protozoenkrankheit

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2022, DIMDI.

  1. Robert Koch-Institut: Humane Affenpocken 2015. Stand: 18. Juni 2015. Abgerufen am: 19. Mai 2022.
  2. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Factsheet for health professionals on monkeypox 2019. Stand: 10. Dezember 2019. Abgerufen am: 19. Mai 2022.
  3. Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 20/2022. Stand: 19. Mai 2022. Abgerufen am: 19. Mai 2022.
  4. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  5. Kayser et al.: Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie. 11. Auflage Thieme 2005, ISBN: 3-134-44811-4 .
  6. Flasnoecker (Hrsg.): TIM, Thieme's Innere Medizin. 1. Auflage Thieme 1999, ISBN: 978-3-131-12361-9 .
  7. Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Stand: 15. September 2011. Abgerufen am: 24. August 2016.
  8. Q-Fieber, RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand: 1. Mai 2012. Abgerufen am: 9. Oktober 2017.