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Qualitätsmanagement

Letzte Aktualisierung: 8.12.2021

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Mit Qualitätsmanagement sind organisierte, zielgerichtete Maßnahmen bezeichnet, die der Verbesserung von Produkten, Prozessen, Ergebnissen oder Gegebenheiten dienen. Je nach Einflussbereich werden Prozess-, Struktur- und Ergebnisevaluation unterschieden.

Die Disease-Management-Programme sollen der Kostensenkung und Qualitätssicherung im gesundheitlichen Bereich dienen und umfassen eine leitliniengerechte Therapie, Schulungsprogramme für Patienten, Terminerinnerungssysteme und Maßnahmen zur Früherkennung von Folgeschäden einer chronischen Krankheit (z.B. Diabetes mellitus).

Mit Qualitätsmanagement werden organisierte, zielgerichtete Maßnahmen bezeichnet, die der Verbesserung von Produkten, Prozessen, Ergebnissen oder Gegebenheiten dienen. Dabei werden folgende Bereiche unterschieden:

  • Prozessevaluation: Beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit Abläufe innerhalb eines Projektes mehr oder weniger gut funktionieren
    • Die Prozessqualität beurteilt in der Medizin Abläufe innerhalb der Therapie, Pflege oder Diagnostik und damit am Patienten erbrachte Leistungen.
    • In einem Modellversuch lassen sich die Abläufe eines geplanten Vorhabens gut simulieren und dann evaluieren, um anschließend ein Vorhaben bspw. in toto umzusetzen
  • Strukturevaluation: Misst die Rahmenbedingungen der medizinischen Versorgung, bspw. ob die Zahl der Hausärzte einer bestimmten Region ausreichend ist
  • Ergebnisevaluation: Beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit ein angestrebtes Ziel tatsächlich erreicht wurde
  • Weiteres
    • Eine Kosten-Nutzen-Analyse beschäftigt sich mit der Frage, ob das Ergebnis die Kosten rechtfertigt. Hier stehen auf beiden Seiten monetäre Faktoren. Häufig wird dabei auch von einer Effizienzanalyse gesprochen.
    • Die Kosten-Wirksamkeits-Analyse beschäftigt sich mit der Frage der Wirtschaftlichkeit eines Projektes. Dabei werden die Kosten monetär ermittelt, während sich die Wirksamkeit in nicht-monetären Faktoren (z.B. in geretteten Menschenleben oder Jahren Lebensverlängerung) ausdrückt.

Patientensicherheit beschreibt einen Zustand der medizinischen Versorgung, bei dem Risiken der Patientenversorgung so gemanagt werden, dass unerwünschte Ereignisse so selten wie möglich auftreten.

Wichtige Begriffe zu den Konzepten „Patientensicherheit“ und „medizinische Fehler“

  • Unerwünschtes Ereignis (engl. „adverse event“): Vermeidbare oder unvermeidbare schädliche Ereignisse in der medizinischen Versorgung, die eher auf die Behandlung als auf die Erkrankung zurückzuführen sind
  • Vermeidbares unerwünschtes Ereignis (engl. „preventable adverse event“): Vermeidbares schädliches Ereignis in der medizinischen Versorgung
  • Never Event / Sentinel Event : I.d.R. vermeidbare unerwünschte Ereignisse der medizinischen Versorgung, die
    • Zum Tod oder zur schweren körperlichen Einschränkung führen können
    • Klar identifizierbar und messbar sind, bspw.
      • Operationen auf der falschen Körperseite
      • Versehentliches Zurücklassen von Materialien im Operationsgebiet
      • Unbemerkte ösophageale Intubation
      • Unbemerkte Fehllage einer nasalen oder oralen Magensonde
      • Gabe von Nicht-AB0-kompatibler Transfusion
  • Kritisches Ereignis (engl. „critical incident“): Ereignis, das zu einem unerwünschten Ereignis führen könnte oder dessen Wahrscheinlichkeit erhöht
  • Fehler (engl. „error“): Nicht den Vorgaben entsprechende Handlung oder Unterlassung, wobei irrelevant ist, ob der Fehler schädliche Folgen hat oder nicht
  • Beinahe-Schaden (engl. „near miss“): Fehler in der medizinischen Versorgung, der nicht zu einem schädlichen Ereignis geführt hat, aber dazu hätte führen können
  • Strukturierte Behandlungsprogramme der Krankenkassen für chronisch Kranke (Mammakarzinom, Diabetes Typ I/II, KHK, COPD, Asthma bronchiale)
  • Ziele: Bessere Behandlungsergebnisse durch leitliniengerechte Therapie und Erhöhung der Compliance
    • Evidenzbasierte Therapie mit individuellen Behandlungszielen
    • Terminerinnerungssystem für Patienten
    • Schulungen
    • Koordinierte Maßnahmen zur Früherkennung von Folgeerkrankungen