Zusammenfassung
Bei anhaltenden Durchfällen, insb. mit Fiebersymptomatik, ist eine Infektion mit bakteriellen (oder parasitären) Erregern in Betracht zu ziehen. Eine Reiseanamnese ist in diesem Zusammenhang wegweisend, da die Infektion häufig in Endemiegebieten mit geringen hygienischen Standards erworben wird. Weitere mögliche Ursachen sind Lebensmittelinfektionen, etwa infolge des Verzehrs von kontaminierten Eiern, Geflügel oder ungewaschenem Obst und Gemüse. Der Erregernachweis erfolgt i.d.R. direkt aus der Stuhlprobe. Meistens ist eine symptomatische Therapie ausreichend, kausal wird nur bei schweren Verläufen und immunsupprimierten Patient:innen (zumeist als kalkulierte antibiotische Therapie) behandelt.
Übersicht
- Ätiologie: Infektionsquellen sind v.a. kontaminierte Lebensmittel
| Vereinfachte Charakteristik | Inkubationszeit | Art des Durchfalls | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Campylobacter |
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| Salmonellose |
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| Shigellose |
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| Cholera |
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| Yersinien |
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- Weitere wichtige bakterielle Durchfallerreger
- Diagnostik
- Therapie: I.d.R. selbstlimitierend, nur Volumen- und Elektrolytsubstitution notwendig
-
Orale Rehydratation: Ausgleich von Volumen- und Elektrolytverlust
- Präparate enthalten Glucose, Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Natriumcitrat
- Bspw. WHO-Rehydratationslösung: 13,5 g Glucose + 2,6 g NaCl + 2,9 g Natriumcitrat + 1,5 g Kaliumchlorid auf 1 L Wasser
- Präparate enthalten Glucose, Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Natriumcitrat
- Schonkost: Meiden von Fett, fructosereichen Säften und Softdrinks, Alkohol und Koffein
- Ggf. antibiotische Therapie
-
Orale Rehydratation: Ausgleich von Volumen- und Elektrolytverlust
- Prävention: Namentliche Meldepflicht bei Nachweis eines der hier aufgeführten Erreger
- Im Falle von Cholera und Personen mit beruflichem Kontakt zu Lebensmitteln ist bereits der Verdacht namentlich meldepflichtig!
- Differenzialdiagnosen
- Siehe Kapitel Durchfall
- Zur Abgrenzung der toxinbedingten bakteriellen Gastroenteritis, siehe: Lebensmittelvergiftung und Übersicht: Gastroenteritiden nach Nahrungsmittelverzehr
Campylobacter-Enterokolitis (Campylobacter-Enteritis)
- Epidemiologie [3]
- Inzidenz in Deutschland: Ca. 80/100.000 Personen im Jahr
- Häufigster bakterieller Durchfallerreger in Deutschland[2]
- Erreger: Campylobacter jejuni, Campylobacter coli (gramnegative Spirillen)
- Reservoir: Menschen, Geflügel, Schweine, Rinder, Katzen, Hunde
- Infektionsweg: Fäkal-oral als Kontakt- und Schmierinfektion
- Insb. indirekt über kontaminierte Lebensmittel (Geflügelfleisch, Milch, Trinkwasser, rohes Hackfleisch)
- Oder direkt von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch
- Ggf. über das Baden in kontaminierten Gewässern
- Infektiosität: Hoch
- Ansteckungsrisiko bis Ausscheidung sistiert (i.d.R. 2–5 Wochen), selten finden sich Dauerausscheider
- Inkubationszeit: 2–5 Tage, im Einzelfall 1–10 Tage
- Symptomatik
- Frühphase: Grippeähnliche Symptome
- Akutphase: Meist wässrige, aber auch blutige Diarrhö mit kolikartigen Unterbauchschmerzen (exsudativ-entzündliche Diarrhö), Fieber und Abgeschlagenheit
- Dauer: Wenige Tage bis 1 Woche
- Diagnostik
- Stuhlprobe zum direkten Erregernachweis mittels Kultur
- In Einzelfällen: Histologie [4]
- Alle Darmabschnitte betroffen
- Entzündliche Infiltration der Mukosa mit Granulozyten
- Ggf. Erosionen, Ulzerationen
- Kryptenabszesse
- Therapie
- Symptomatisch (i.d.R. ausreichend bei selbstlimitierendem Verlauf): Flüssigkeits- und Elektrolytgabe oral oder intravenös
- Kausal (bei schwerem Verlauf ohne klinische Besserung): Antibiotische Therapie, bspw. Azithromycin [2]
- Komplikationen
- Prävention
- Hände- und Oberflächenhygiene
-
Durchgaren von Lebensmitteln (insb. Geflügel) und Abkochen von Rohmilch
- Verzicht auf rohe Tierprodukte, gilt insb. für Kleinkinder, alte und immungeschwächte Menschen
- Meldepflicht
- Arztmeldepflicht nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Namentliche Meldepflicht bei Krankheits- und Todesfällen sowie bei persistierender Ausscheidung von Campylobacter spp. mit dem Stuhl
- Labormeldepflicht nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von darmpathogenen Campylobacter spp.
Salmonellose (Salmonellengastroenteritis)
- Epidemiologie [2]
- Zweithäufigste bakterielle Ursache für eine infektiöse Gastroenteritis in Deutschland
- Erreger
- Salmonella enterica, wichtigste Subspezies: Salmonella enteritidis, Salmonella typhimurium
- Gramnegatives Stäbchen, fakultativ anaerob
- Salmonellen werden nach White-Kauffmann-Le-Minor-Schema aufgrund unterschiedlicher Oberflächenantigene (H, O und K) in unterschiedliche Subspezies (sog. Serovare) eingeteilt
- Infektionsweg
- Meist peroral über kontaminierte Lebensmittel (v.a. Geflügel, Eier, Milch)
- Direkt von Mensch zu Mensch (selten) oder von Tier zu Mensch
- Resistent gegen Einfrieren, Schutz vor Infektion nur durch ausreichendes Erhitzen
- Keine Erkrankung durch geringe Keimzahlen, Durchfälle erst bei hohen Infektdosen
- Infektiosität
- Ausscheidung ca. 1 Monat , bei Kindern <5 Jahren oft länger
- Dauerausscheider : <1% der Fälle
- Inkubationszeit: 6–72 h (abhängig von Infektionsdosis und Serotyp)
- Symptomatik
- Meist wässrige, manchmal auch blutige Diarrhö und grippeähnliche Symptome, ggf. Erbrechen
- Dauer: Bis zu 10 Tage
- Bei Immunsuppression (bspw. HIV-Stadium C) oder älteren Personen: Septische, lebensbedrohliche Verlaufsform mit fokalen Absiedlungen möglich
- Diagnostik [2][5]
- Basisdiagnostik: Stuhlprobe zum direkten Erregernachweis mittels Kultur
- Serotypisierung nach Basisdiagnostik obligat
- Bei Verdacht auf systemische Beteiligung: Blutkulturen
- Kausale Therapie
- Indikationen
- Bakteriämie oder systemischer Verlauf ohne klinische Besserung
- Risikofaktoren für schweren Verlauf oder fokale septische Absiedlungen, bspw.
- Immunsuppression, Dialysepflichtigkeit, Gefäßaneurysma
- Einliegendes Fremdmaterial
- Wirkstoffe und Anwendung
- Ceftriaxon
- Azithromycin
- Reevaluation entsprechend Antibiogramm
- Bei Immunsuppression: Therapiedauer auf mind. 14 Tage verlängern
- Bei fokalen Absiedlungen: Individuelle Therapiedauer
- Therapie von Dauerausscheidern: Ggf. antibiotische Therapie mit Fluorchinolon (bspw. Ciprofloxacin) für 4 Wochen möglich , im Einzelfall Cholezystektomie erwägen
- Komplikationen
- Bakteriämie
- Fokale Infektionen wie Abszesse, Cholezystitis, Osteomyelitis, Meningitis, Pneumonie, Endo-/Perikarditis
- Pyodermie
- Infektion einliegender endovasaler Fremdkörper
- Reaktive Arthritis, Erythema nodosum
- Prävention: Sichere Abtötung der Salmonellen bei Temperaturen über 70 °C mit mind. 10 min Garzeit
- Rohe Fleisch- und Wurstwaren, Schlachtgeflügel, Fisch, Meeressfrüchte, Eier, Cremes, Salate und Mayonnaisen mit Rohei sowie Speiseeis nach dem Einkauf unbedingt im Kühlschrank aufbewahren [6]
- Meldepflicht
- Labormeldepflicht nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von Salmonellen
Shigellose (Shigellenruhr)
- Synonym: Bakterielle Ruhr
- Erreger
- Gramnegatives Stäbchen
- Spezies
- Shigella sonnei
- Shigella flexneri , Shigella dysenteriae: Toxinbildner → Shigatoxin [2]
- Infektionsweg
- Häufig Reiseinfektion nach Aufnahme von verunreinigtem Trinkwasser bzw. Lebensmitteln
- Fäkal-oral durch Kontakt- oder Schmierinfektion (bspw. bei engem Personenkontakt)
- Gelegentlich: Analsex, Übertragung durch medizinische Geräte
- Infektiosität: Hoch
- Ansteckungsgefahr für die Dauer der Ausscheidung
- I.d.R. bis zu 4 Wochen, selten länger
- Ausscheidung verkürzt auf ca. 3 Tage bei antibiotischer Therapie
- Ansteckungsgefahr für die Dauer der Ausscheidung
- Inkubationszeit: 1–4 Tage
- Symptomatik
- Leichter Verlauf: Wässrige Diarrhö und grippeähnliche Symptome
- Schwerer Verlauf: Blutig-schleimige Diarrhö, Tenesmen und hohes Fieber (exsudativ-entzündliche Diarrhö)
- Dauer: Durchschnittlich 7 Tage
- Kausale Therapie:
- Indikation: Jede symptomatische Shigellen-Infektion
- Wirkstoffe: Je nach Resistenzlage/Resistogramm (Antibiogramm obligat!)
- Bei Immunsuppression ggf. Therapiedauer verlängern
- Komplikationen
- Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
- Toxisches Megakolon
- Darmperforation, Rektumprolaps
- Enzephalopathie
- Sepsis, DIC
- Pneumonie, Myokarditis
- Reaktive Arthritis, Glomerulonephritis
- Urethro‐okulo‐synoviales Syndrom (nur bei Shigella flexneri)
- Meldepflicht
- Arztmeldepflicht nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Namentliche Meldepflicht bei Krankheits- und Todesfällen von Shigella spp.
- Labormeldepflicht nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von Shigella spp.
Cholera
- Erreger: Vibrio cholerae (Serogruppe O1 und O139)
- Gramnegatives, fakultativ anaerobes Stäbchenbakterium
- Bildet Choleratoxin (Exotoxin)
- Infektionsweg
- Meist über fäkal kontaminierte Nahrung oder Wasser
- Seltener fäkal-oral von Mensch zu Mensch
- Nach abgelaufener Infektion noch wochenlange Ausscheidung der Erreger möglich, selten finden sich Dauerausscheider
- Pathophysiologie: Choleratoxin aktiviert als Enterotoxin im Darmepithel die Adenylatcyclase → cAMP-Bildung↑ → Aktivierung der Proteinkinase A↑ → Phosphorylierung des Chloridkanals CFTR → Chloridsekretion↑ → Sekundär Ausscheidung u.a. von Wasser in das Darmlumen → Diarrhö
- Epidemiologie: In Deutschland sehr selten, vereinzelt Erkrankungen nach Infektion in Endemiegebieten (insb. Asien)[7]
- Endemiegebiete: Hauptsächlich Südostasien, Südamerika, West- und Zentralafrika in Zusammenhang mit mangelhaften hygienischen Zuständen
- Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 5 Tage (i.d.R. 2–3 Tage)
- Symptomatik
- Leichte Form (>90% der Fälle): Mäßige Diarrhö oder symptomloser Verlauf
- Schwere Form: Wässrige Stühle mit Schleimbeimengung (sog. Reiswasserstühle) mit einer Frequenz von 20–30/Tag, nicht hämorrhagisch
- Zusätzliche Symptome: Erbrechen, Bauchschmerzen, kein Fieber
- Komplikationen (ggf. letal): Hypovolämischer Schock, Elektrolytverluste, Nierenversagen
- Diagnostik: Direkter Erregernachweis mittels Mikroskopie und Stuhlkultur
- Therapie
- Bei stationärer Aufnahme
- Isolation!
- Engmaschiges Monitoring der Vitalparameter und des Volumen- und Elektrolythaushalts
- Symptomatische Therapie
- Für das Notfallmanagement schwerer Verläufe mit Schocksymptomatik siehe: Hypovolämischer Schock - AMBOSS-SOP
- Rehydratation
- Orale Rehydratationslösung („WHO-Trinklösung“): 13,5 g Glucose + 2,6 g NaCl + 2,9 g Natriumcitrat + 1,5 g Kaliumchlorid auf 1 L Wasser
- Ggf. intravenöse Flüssigkeitssubstitution
- Ggf. analgetische Therapie mit
- Bspw. Paracetamol p.o. oder i.v.
- Oder Metamizol p.o. oder Metamizol i.v.
- Ggf. spasmolytische Therapie mit
- Bspw. Butylscopolamin p.o. oder i.v.
- Antibiotische Therapie
- Erwachsene
- Ciprofloxacin [8]
- Oder Doxycyclin [9]
- Oder Erythromycin [9]
- Oder Tetracyclin [9]
- Oder Cotrimoxazol [10]
- Kinder [11]
- Azithromycin
- Oder Ciprofloxacin
- Oder Erythromycin
- Siehe auch: Antibiotika im Kindes- und Jugendalter
- Erwachsene
- Bei stationärer Aufnahme
- Prävention
- Hygienische Maßnahmen
- Bereitstellen von sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln
- Sanitärhygiene
- Expositionsprophylaxe (insb. für Reisende)
- Zum Trinken und Zähneputzen nur abgekochtes Wasser oder Mineralwasser verwenden
- Ungekochte Nahrungsmittel vermeiden, bspw. Meeresfrüchte und Salate sowie Früchte, die man nicht schälen kann
- Impfung: Siehe Cholera-Impfung
- Hygienische Maßnahmen
- Prognose
- Meldepflicht
- Arztmeldepflicht nach § 6 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Verdachts-, Krankheits- und Todesfällen von Cholera
- Nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Zusätzlich namentliche Meldepflicht bei Ausscheidern
- Labormeldepflicht nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von Vibrio cholerae O1 und O139
- Arztmeldepflicht nach § 6 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Verdachts-, Krankheits- und Todesfällen von Cholera
Cholera-Impfung
Impfempfehlungen (nach STIKO und DTG) [12][13]
Reiseimpfung
- Indikation: Erwägen bei
- Längerem Aufenthalt in Choleraepidemiegebieten mit erhöhtem Expositionsrisiko [14]
- Einsatz im Rahmen von Katastrophenhilfen
- Grundimmunisierung
- Totimpfstoff
- Kinder ≥2 bis <6 Jahre: 3 Impfdosen (je 1 Impfdosis im Abstand von jeweils 1–6 Wochen)
- Kinder ≥6 Jahre und Erwachsene: 2 Impfdosen (2. Impfdosis im Abstand von 1–6 Wochen zur 1. Impfdosis)
- Lebendimpfstoff: Eine Impfdosis ≥10 Tage vor Exposition
- Totimpfstoff
- Auffrischungsimpfung
- Totimpfstoff
- Kinder ≥2 bis <6 Jahre: 1 Impfdosis nach 6 Monaten
- Kinder ≥6 Jahre und Erwachsene: 1 Impfdosis nach 2 Jahren
- Lebendimpfstoff: Keine Auffrischungsimpfung empfohlen
- Totimpfstoff
Impfschutz
- Totimpfstoff: Partieller Schutz (85%) ab 1 Woche nach Grundimmunisierung über 6 Monate (Kinder) bzw. 2 Jahre (Erwachsene)
- Lebendimpfstoff: Partieller Schutz (80–90%) ab 10 Tage nach Impfung über mind. 3 Monate
Impfstoffe [15]
- 2 Impfstoffe zur Schluckimpfung verfügbar
- Cholera-Totimpfstoff (inaktiviertes Vibrio cholerae und rekombinantes Toxin)
- Cholera-Lebendimpfstoff (attenuierte Vibrionen, hergestellt mittels rekombinanter DNA)
Yersiniose
- Erreger:
- Gramnegative Stäbchen
- Eisenabhängige Erreger
- Infektionsweg: Zoonose (indirekt von Tieren über Lebensmittel, Milchprodukte, rohes Schweinefleisch)
- Inkubationszeit:Durchschnittlich 5 Tage
- Infektiosität
- Dauer der Erregerausscheidung: Ca. 40 Tage
- Symptomatik [16]
- Meist Verlauf als Enterokolitis mit Durchfall (selten blutig) und kolikartigen Bauchschmerzen, teils über Wochen (DD Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
- Bei Kleinkindern häufig Symptome einer Gastroenteritis
- Insb. bei älteren Kindern/Jugendlichen Verlauf als Pseudoappendizitis: Rechtsseitige Unterbauchschmerzen durch terminale Ileitis mit begleitender mesenterialer Lymphadenitis
- Bei Erwachsenen Verlauf mit Pharyngitis und grippalen Beschwerden möglich
- Septische Verläufe möglich , bei Immunsuppression lokale Infektionen möglich (bspw. Leberabszess, Pleuritis)
- Diagnostik
- Direkter Erregernachweis: Kälteanreicherung oder PCR
- Serotypisierung: PCR und Serologie
- Ggf. Bildgebung zum Ausschluss einer Appendizitis, Ultima Ratio: Explorative Laparoskopie
- Kausale Therapie
- Indikationen
- Bakteriämie/Sepsis
- Schwerer/protrahierter Verlauf
- Wirkstoffe
- Ceftriaxon
- Alternativ: Ciprofloxacin
- Reevaluation nach Antibiogramm
- Indikationen
- Komplikationen
- Reaktive Arthritis
- Erythema nodosum
- Uveitis anterior, tubulo-interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis, hämolytische Anämie, Kawasaki-Syndrom-ähnliche Symptomatik
- Intestinale Blutung, Invagination, Ileumperforation
- Bakteriämie, Sepsis, Leber-/Milzabszesse
- Uveitis anterior, tubulo-interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis, hämolytische Anämie, Kawasaki-Syndrom-ähnliche Symptomatik
- Meldepflicht
- Arztmeldepflicht nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Namentliche Meldepflicht bei Krankheits- und Todesfällen von Yersinia enterocolitica
- Labormeldepflicht nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von darmpathogenen Yersinia spp.
Meditricks
In Kooperation mit Meditricks bieten wir durchdachte Merkhilfen an, mit denen du dir relevante Fakten optimal einprägen kannst. Dabei handelt es sich um animierte Videos und Erkundungsbilder, die auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend sind. Die Inhalte liegen meist in Lang- und Kurzfassung vor, enthalten Basis- sowie Expertenwissen und teilweise auch ein Quiz sowie eine Kurzwiederholung. Eine Übersicht aller Inhalte findest du im Kapitel „Meditricks“. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – für genauere Informationen empfehlen wir einen Besuch im Shop.
Campylobacter (Campylobacter-Enterokolitis)
Salmonellose
Shigellose
Cholera
Yersiniose
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Patienteninformationen
Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026
- A00.-: Cholera
- A00.0: Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar cholerae
- Klassische Cholera
- A00.1: Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar eltor
- El-Tor-Cholera
- A00.9: Cholera, nicht näher bezeichnet
- A00.0: Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar cholerae
- A02.-: Sonstige Salmonelleninfektionen
- Inklusive: Infektion oder Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen außer durch Salmonella typhi und Salmonella paratyphi
- A02.0: Salmonellenenteritis
- Enteritis infectiosa durch Salmonellen
- A02.1: Salmonellensepsis
- A02.2: Lokalisierte Salmonelleninfektionen
- Arthritis† (M01.3-*)
- Meningitis† (G01*)
- Osteomyelitis† (M90.2-*)
- Pneumonie† (J17.0*)
- Tubulointerstitielle Nierenkrankheit† (N16.0*)
- Durch Salmonellen
- A02.8: Sonstige näher bezeichnete Salmonelleninfektionen
- A02.9: Salmonelleninfektion, nicht näher bezeichnet
- A03.-: Shigellose [Bakterielle Ruhr]
- A03.0: Shigellose durch Shigella dysenteriae
- Shigellose durch Shigellen der Gruppe A [Shiga-Kruse-Ruhr]
- A03.1: Shigellose durch Shigella flexneri
- Shigellose durch Shigellen der Gruppe B
- A03.2: Shigellose durch Shigella boydii
- Shigellose durch Shigellen der Gruppe C
- A03.3: Shigellose durch Shigella sonnei
- Shigellose durch Shigellen der Gruppe D
- A03.8: Sonstige Shigellosen
- A03.9: Shigellose, nicht näher bezeichnet
- Bakterielle Ruhr [Bakterielle Dysenterie] o.n.A.
- A03.0: Shigellose durch Shigella dysenteriae
- A04.-: Sonstige bakterielle Darminfektionen
- Exklusive: Lebensmittelvergiftungen, anderenorts klassifiziert; Tuberkulöse Enteritis (A18.3)
- A04.5: Enteritis durch Campylobacter
- A04.6: Enteritis durch Yersinia enterocolitica
- Exklusive: Extraintestinale Yersiniose (A28.2)
Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.