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Zungenveränderungen

Letzte Aktualisierung: 15.12.2021

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Die meisten Zungenveränderungen sind harmlos und nicht direkt einer Krankheit zuzuordnen. Einige charakteristische Veränderungen der Zunge können aber ein erster Hinweis auf bestimmte Erkrankungen sein.

  • Grauweiß belegte Zunge [1][2]
    • Ätiologie
      • Bei vielen Erkrankungen möglich, bspw. bei Infektionen der oberen Atemwege, Gastritis
      • Ohne Krankheitswert bei überwiegend flüssiger Ernährung (bspw. Fasten)
  • Lingua geographica (Landkartenzunge)
    • Ätiologie: Diskutiert werden
      • Psychogene, neurohumorale und genetische Faktoren
      • Ernährung
      • Gastritis
      • Anazidität des Magens
    • Klinik
      • Einzelne unregelmäßige rötliche und weiße Areale, die an das Bild einer Landkarte erinnern
      • Evtl. Zungenbrennen und Geschmacksverlust
      • Chronische Desquamation filiformer Papillen und Hervortreten fungiformer Papillen
    • Pathologie
      • Zentral verschmälertes Epithel, randseitig akanthotisch
      • Entzündliche Zellinfiltrate
      • Ödematöse Veränderungen
    • Therapie
    • Meist Persistenz über Jahre
    • Spontanheilung möglich
  • Glossitis rhombica mediana (Lingua Brocq-Pautrier)
    • Ätiologie: Unbekannt; angenommen wird aber eine Hemmfehlbildung, bei der das Tuberculum impar persistiert
    • Klinik: Ovale schmerzlose Läsion im mittleren Drittel der Zunge ventral des Foramen caecum
    • Diagnostik: Ausschluss eines malignen Tumors!
  • Lingua plicata (Faltenzunge)
  • Lingua villosa nigra (schwarze Haarzunge) [3]

Der durch Pilze hervorgerufene Mundsoor kann wie ein Pilz im Wald von der Zunge „gesammelt“ werden!

K13.-: Sonstige Krankheiten der Lippe und der Mundschleimhaut

K14.-: Krankheiten der Zunge

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2022, DIMDI.

  1. Reiß: Facharztwissen HNO-Heilkunde: Differenzierte Diagnostik und Therapie. 1. Auflage Springer 2009, ISBN: 978-3-540-89440-7 .
  2. Zakrzewska, Buchanan: Burning mouth syndrome. In: BMJ clinical evidence. Band: 2016, 2016, .
  3. Silvestre et al.: Burning mouth syndrome: a review and update. In: Revista de neurologia. Band: 60, Nummer: 10, 2015, p. 457-63.
  4. Sun et al.: Biology of the Tongue Coating and Its Value in Disease Diagnosis In: Complementary Medicine Research. Band: 25, Nummer: 3, 2017, doi: 10.1159/000479024 . | Open in Read by QxMD p. 191-197.
  5. Strutz et al.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 2. Auflage Thieme 2009, ISBN: 978-3-131-16972-3 .
  6. Gurvits, Tan: Black hairy tongue syndrome. In: World journal of gastroenterology. Band: 20, Nummer: 31, 2014, doi: 10.3748/wjg.v20.i31.10845 . | Open in Read by QxMD p. 10845-50.
  7. Altmeyer: Dermatologische Differenzialdiagnose. 1. Auflage Springer 2007, ISBN: 3-540-39001-4 .
  8. Boenninghaus, Lenarz: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 13. Auflage Springer 2007, ISBN: 978-3-540-48721-0 .
  9. Ulfig: Kurzlehrbuch Embryologie. 2. Auflage Thieme 2009, ISBN: 978-3-131-39582-5 .