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Vorgehen bei obstruktiver Bronchitis, Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter (inkl. Dosierungen)

Abstract

Bronchospasmolytische Medikamente kommen sowohl bei exazerbiertem Asthma bronchiale als auch bei einer obstruktiven Bronchitis zur Anwendung. Klinisch zeigt sich hier kein Unterschied; daher kann die Anamnese Aufschluss geben. Am wichtigsten ist, dass man eine bronchiale Obstruktion als solche erkennt und sie behandelt. Ansonsten kann der Schleim nicht abgehustet werden und ist ein optimales Nährmedium für bakterielle Superinfektionen. Reicht die Gabe von β2-Sympathomimetika in der Akutsituation nicht aus, kommen systemische Glucocorticoide zum Einsatz. Inhalative Glucocorticoide helfen nicht akut gegen Luftnot und sind in der Therapie eines Asthmaanfalls oder sonstiger akuter Dyspnoe nicht indiziert! Sie finden als Dauertherapie zur Vermeidung einer akuten bronchialen Obstruktion Verwendung.

Wie erkennt man eine bronchiale Obstruktion?

Symptome einer bronchialen Obstruktion

  • Luftnot
  • Exspiratorisches (Distanz‑)Giemen oder verlängertes Exspirium
  • Juguläre und/oder sub- bzw. intercostale Einziehungen
  • Husten bis zum Erbrechen
  • Räusperzwang und/oder rezidivierender Reizhusten

Weitere Indizien

Vorgehen bei akuter obstruktiver Bronchitis und exazerbiertem Asthma bronchiale bei Kindern

Das untenstehende Vorgehen bezieht sich auf die Akuttherapie bei einer obstruktiven Bronchitis bzw. einer leicht- bis mittelgradigen Exzerbation eines Asthma bronchiale. Zum Vorgehen bei schwerer Symptomatik siehe: Akuttherapie bei Asthmaanfall bzw. Exazerbation!

Kurzwirksame β2-Sympathomimetika bzw. Anticholinergika

  • Indikation: Mittel der Wahl zur Akuttherapie
  • Inhalative Applikation von Salbutamol: Ob man kurzwirksame β2-Sympathomimetika mittels Dosieraerosol und Inhalierhilfe oder Inhalationslösung und Feuchtvernebler inhalieren lässt, kann man vom Alter, der Compliance und dem Patientenwunsch abhängig machen
    • Zulassung: Sultanol®--------- Dosieraerosol ist ab dem Säuglingsalter zugelassen, für Pädiamol®--------- Inhalationslösung ist keine Zulassungsbeschränkung angegeben, Pädiamol®--------- Fertiginhalat ist zugelassen ab dem Schulkindalter
    • Dosierungsempfehlung
      • Dosieraerosol
      • Feuchtinhalation von Fertiginhalat
      • Feuchtinhalation von Inhalationslösung
  • Systemische Applikation von Salbutamol: Nur in Ausnahmefällen (wenn nicht inhaliert werden kann)
    • Zulassung: Ab 2 Monaten
    • Dosierungsbeispiele (altersabhängig)
      • Kinder 2–23 Mon.
      • Kinder 2–6 J.
  • Zu beachten: Häufige Nebenwirkungen sind Zittern und Agitation. Dann sollte die Dosierung pro Einzelgabe reduziert werden. Hierüber sind die Eltern aufzuklären.
  • Für weitere Dosierungen siehe auch: Kurzwirksame β2-Sympathomimetika und Anticholinergika im Kindes- und Jugendalter
  • Für Handlungsanweisungen siehe auch: Anwendung eines Dosieraerosols

Kochsalzlösung inhalativ

  • Indikation: Bei (zähem) Schleim
  • Isotonische Kochsalzlösung (NaCl 0,9%)
  • Hochprozentige Kochsalzlösung (NaCl 3%)
  • Siehe auch: Kochsalzlösung inhalativ

Systemische Glucocorticoide

Systemische Antibiotika

Obstruktive Bronchitiden sind i.d.R. viral bedingt!

Sonderform: Vorgehen bei der akuten viralen Bronchiolitis des Säuglingsalters

Nach aktueller Studienlage gibt es abgesehen von ausreichender Flüssigkeitsgabe und ggf. Sauerstoffvorlage keine wirksamen Maßnahmen

  • In der klinischen Praxis erfolgen dennoch Therapieversuche
    • Inhalative Therapie mit NaCl 0,9% oder 3% zur Verflüssigung des zähen Schleims
    • Bei bronchoobstruktiver Komponente: Zusatz von Salbutamol
  • Im stationären Setting: Versuchstherapie mit Adrenalin inhalativ
  • RSV-Schnelltest: Hat im ambulanten Sektor keine Konsequenz, da sich die Therapie hierdurch nicht ändert
  • Eine stationäre Aufnahme erfolgt bei
    • Dyspnoe
    • Zyanose und/oder Sauerstoffbedarf
    • Trinkschwäche
    • Unsicherheit der Betreuungspersonen

Der RSV-Schnelltest ist nur bei einer stationären Aufnahme entscheidend, um die entsprechende Isolierung und ggf. Kohortierung vornehmen zu können.