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Vorgehen bei Pseudokrupp im Kindes- und Jugendalter

Vorgehen bei Pseudokrupp

Beim Pseudokrupp handelt es sich um eine klinische Diagnose. Wer den charakteristischen inspiratorischen Stridor bei heiserer Stimme und bellendem Husten einmal gehört hat, wird ihn i.d.R. sofort wiedererkennen.

Procedere

  • Erstes Gebot: Keine Aufregung, da sich dadurch die Luftnot verschlimmert
  • Nur Anamnese und nötigste Untersuchung, insb. Auskultation der Lunge
  • Systemische Glucocorticoide (z.B. Rectodelt®----------) - nach oder während der Untersuchung
  • Bei zusätzlich vorliegender bronchialer Obstruktion erfolgt außerdem die Inhalation mit Salbutamol.
  • Kaltlufttherapie
    • Kind am offenen Fenster auf dem Schoß der Eltern platzieren oder (wenn stabil) mit den Eltern für ca. 30 Min. vor das Gebäude an die frische Luft schicken
    • Alternativ: Inhalation von isotonischer Kochsalzlösung über Feuchtvernebler mit Maske
  • Ggf. inhalative Adrenalintherapie

Anamnese beachten! Hib-Impfung erfragen! Eine Epiglottitis als Differentialdiagnose gilt es sofort auszuschließen! Racheninspektion mit Spatel sollte immer unterlassen werden, weil der taktile Reiz ein Zuschwellen bewirken kann!

Tipps für zu Hause

  • Ruhe bewahren!
  • Kind beruhigen, auf den Arm nehmen oder aufsetzen
  • Kind ans offene Fenster, auf den Balkon oder ins Badezimmer bringen und kalte feuchte Luft einatmen lassen
  • Um einem erneuten Anfall vorzubeugen, hilft es i.d.R., das Kind bei offenem Fenster schlafen zu lassen

Glucocorticoide zur rektalen oder oralen Applikation sollten bei Entlassung mitgegeben werden!

Für weitere Dosierungen siehe: Systemische Glucocorticoide und inhalatives Epinephrin (Adrenalin) im Kindes- und Jugendalter

Für weitere Informationen siehe: Therapeutisches Vorgehen bei Pseudokrupp