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Vorgehen bei Phimose und Balanitis im Kindes und Jugendalter

Vorgehen bei Phimose

Die Phimose beschreibt eine angeborene oder erworbene Verengung der Vorhaut und ist bei Säuglingen und Kleinkindern zunächst physiologisch. Bei Auftreten klinischer Symptome oder Fortbestehen der Phimose über das Pubertätsalter hinaus ist von einer pathologischen Phimose auszugehen und eine konservative Therapie mit topischen Glucocorticoiden indiziert, ggf. wird eine Zirkumzision notwendig.

Therapieindikationen

Eine Phimose ohne klinische Beschwerden ist bis zum Abschluss der Pubertät nicht therapiebedürftig!

Smegma ist primär steril und bedarf (ohne Zeichen einer Entzündung) keiner Entfernung oder sonstiger Therapie! Dies gilt auch für Smegmaansammlungen unter der Vorhaut!

Konservative Therapie

  • Lokale Glucocorticoide über 4(–8) Wochen, ab 2 Wochen nach Therapiebeginn: Regelmäßiger Versuch, die Vorhaut vorsichtig zurückzuziehen; bei ausbleibendem Erfolg: Indikation zur Zirkumzision
    • Clobetasol
    • Alternative Wirkstoffe sind Betamethason 0,1% und Mometasonfuroat 0,1% topisch
  • Nicht in der Leitlinie empfohlen ist lokal appliziertes Östrogen

Schwere Narben und Plaques sprechen oft schlecht auf die konservative Therapie an, weshalb hier eine primäre Zirkumzision zu erwägen ist!

Operative Therapie

  • Zirkumzision mit Frenulumplastik mit vollständiger oder partieller Präputiumentfernung

Bei partieller Zirkumzision sind Rezidive möglich!

Für mehr Informationen siehe: Therapie der Phimose

Vorgehen bei Balanitis

Eine Balanitis ist die Entzündung der Glans penis (und der Vorhaut) mit Schwellung, Rötung und Berührungsempfindlichkeit der Penisspitze, insb. bei Kleinkindern mit Phimose. Oft fällt die Entzündung erst durch ein Weinen bei Miktion und einen daraus resultierenden Harnverhalt zur Schmerzvermeidung auf.

Allgemeine Maßnahmen

  • Regelmäßige Körperhygiene, vorzugsweise Duschen (Waschen von Glans und Vorhaut mit Wasser und/oder pflanzlichen Ölen, bspw. Olivenöl)
  • Gute Händehygiene
  • Getrennte Handtücher und Hygieneartikel
  • Regelmäßiges Wechseln der (Unter‑)Wäsche
  • Vermeidung mechanischer Reize, bspw. zu enge Hosen, Manipulation
  • Sekundärprophylaxe durch hygienische Maßnahmen, insb. regelmäßiges Waschen und Zurückziehen der Vorhaut

Konservative Therapie

Operative Therapie

Für mehr Informationen siehe: Therapeutisches Vorgehen bei Balanitis und Balanoposthitis