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Trophoblastentumoren

Letzte Aktualisierung: 20.10.2017

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Trophoblastentumoren können bei Entartung einer befruchteten Eizelle entstehen. Gutartige Trophoblastentumoren (Blasenmolen) können in eine komplette und eine partielle Form unterschieden werden, wobei in beiden Fällen ein veränderter Chromosomensatz (Disomie und Triploidie) vorliegt. Vaginale Blutungen in Kombination mit massiv erhöhtem β-HCG sowie sogenanntem Schneegestöber in der Sonographie sind Hinweise auf einen Trophoblastentumor, wobei hierbei nicht sicher ein maligner Befund ausgeschlossen werden kann. Zum sicheren Ausschluss bedarf es einer Kürettage mit angemessener histologischer Aufarbeitung des Befunds. Beim Chorionkarzinom ist im Vergleich zum gutartigen Befund eine alleinige Kürettage nicht ausreichend. Beim meistens frühzeitig metastasierenden Tumor kommt eine kurative Chemotherapie mit Methotrexat, evtl. in Kombination mit Actinomycin D, in Frage, während eine Hysterektomie nur in Ausnahmefällen bei unstillbarer Blutung des Uterus durchzuführen ist.

Komplette Blasenmole

Bei der kompletten Blasenmole sind keine fetalen oder embryonalen Anteile nachweisbar. Ursache ist die Befruchtung einer fehlerhaften Eizelle ohne Chromosomensatz mit einem Spermium mit physiologischem haploidem Chromosomensatz, der verdoppelt wird, bzw. mit zwei haploiden Spermien.

Komplette Blasenmole: paternale Disomie!

Partielle Blasenmole

Bei der partiellen Blasenmole finden sich neben dem Trophoblasten auch fetale bzw. embryonale Anteile. Ursache ist die Befruchtung einer physiologischen Eizelle mit haploidem Chromosomensatz mit zwei physiologischen haploiden Spermien.

Partielle Blasenmole: Triploidie!

Chorionkarzinom

Ein Chorionkarzinom kann nur nach einer erfolgten Befruchtung und Einnistung der Eizelle entstehen. Die meisten entstehen als Folge einer Blasenmole:

Körperliche Untersuchung

Sonographie

  • Blasenmole und Chorionkarzinom
    • Keine Darstellung der Fruchtanlage möglich
    • Schneegestöber: Unregelmäßige echoarme und echoreiche Strukturen im Wechsel
    • Verdickte Plazentawand
    • Ovariale Luteinzysten

Blutuntersuchung

Es gibt auch Blasenmolen, die kein HCG produzieren!

Apparativ

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Goerke et al.: Klinikleitfaden Gynäkologie, Geburtshilfe. 7. Auflage Urban & Fischer 2010, ISBN: 3-437-22213-9 .
  2. Haag et al.: Gynäkologie und Urologie (2012/13). 6. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2012, ISBN: 3-929-85175-x .
  3. Diedrich et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. 1. Auflage Springer 2000, ISBN: 3-540-65258-2 .
  4. Bühling, Friedmann: Intensivkurs Gynäkologie und Geburtshilfe. Elsevier 2009, ISBN: 978-3-437-42401-4 .
  5. S2k-Leitlinie Gestationelle und nichtgestationelle Trophoblasterkrankungen. Stand: 1. Dezember 2015. Abgerufen am: 18. Oktober 2017.