• Klinik

Trophoblastentumoren

Abstract

Trophoblastentumoren können bei Entartung einer befruchteten Eizelle entstehen. Gutartige Trophoblastentumoren (Blasenmolen) können in eine komplette und eine partielle Form unterschieden werden, wobei in beiden Fällen ein veränderter Chromosomensatz (Disomie und Triploidie) vorliegt. Vaginale Blutungen in Kombination mit massiv erhöhtem β-HCG sowie sogenanntem Schneegestöber in der Sonographie sind Hinweise auf einen Trophoblastentumor, wobei hierbei nicht sicher ein maligner Befund ausgeschlossen werden kann. Zum sicheren Ausschluss bedarf es einer Kürettage mit angemessener histologischer Aufarbeitung des Befunds. Beim Chorionkarzinom ist im Vergleich zum gutartigen Befund eine alleinige Kürettage nicht ausreichend. Beim meistens frühzeitig metastasierenden Tumor kommt eine kurative Chemotherapie mit Methotrexat, evtl. in Kombination mit Actinomycin D, in Frage, während eine Hysterektomie nur in Ausnahmefällen bei unstillbarer Blutung des Uterus durchzuführen ist.

Definition

Ätiologie

Komplette Blasenmole

Bei der kompletten Blasenmole sind keine fetalen oder embryonalen Anteile nachweisbar. Ursache ist die Befruchtung einer fehlerhaften Eizelle ohne Chromosomensatz mit einem Spermium mit physiologischem haploidem Chromosomensatz, der verdoppelt wird, bzw. mit zwei haploiden Spermien.

Komplette Blasenmole: paternale Disomie!

Partielle Blasenmole

Bei der partiellen Blasenmole finden sich neben dem Trophoblasten auch fetale bzw. embryonale Anteile. Ursache ist die Befruchtung einer physiologischen Eizelle mit haploidem Chromosomensatz mit zwei physiologischen haploiden Spermien.

Partielle Blasenmole: Triploidie!

Chorionkarzinom

Ein Chorionkarzinom kann nur nach einer erfolgten Befruchtung und Einnistung der Eizelle entstehen. Die meisten entstehen als Folge einer Blasenmole:

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

  • Blasenmole
    • Vaginale Blutungen im 1.Trimenon
    • Vaginaler Abgang bläschenförmiger Strukturen
    • Massiv erhöhte HCG-Spiegel sowie Hyperemesis gravidarum
    • Luteinzysten: Große, zystische und leicht druckdolente Resistenzen im Adnexbereich
    • Zeichen einer Hyperthyreose
  • Chorionkarzinom

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

Sonographie

  • Blasenmole und Chorionkarzinom
    • Keine Darstellung der Fruchtanlage möglich
    • Schneegestöber: Unregelmäßige echoarme und echoreiche Strukturen im Wechsel
    • Verdickte Plazentawand
    • Ovariale Luteinzysten

Blutuntersuchung

Es gibt auch Blasenmolen, die kein HCG produzieren!

Apparativ

  • Radiologisches Staging bei Verdacht auf Malignität
  • Kürettage und Histologie zur Diagnosesicherung

Therapie

Prognose

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.