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Totenstarre (Rigor mortis)

Abstract

Der Eintritt des Todes führt zu einer Erschlaffung aller Muskeln. Die Totenstarre setzt danach durch einen ATP-Mangel ein. ATP löst im physiologischen Zustand die kontraktilen Elemente der Muskulatur voneinander. Ein Fehlen von neuem ATP führt zur Verkrampfung der Muskulatur. Die Totenstarre löst sich durch Autolyse. Durch die Beurteilung der Totenstarre lassen sich Rückschlüsse auf den Todeszeitpunkt ziehen.

Zeitliche Abfolge

  • Todeseintritt: Erschlaffung aller Muskeln
  • Nach 2–4 Stunden (nach Todeseintritt): Beginn der Totenstarre, passive Bewegungen sind erschwert, aber noch möglich
  • Nach 6–12 Stunden: Vollständige Starre, passive Bewegungen nur noch unter starker Krafteinwirkung möglich
  • Bis 8 Stunden: Die Totenstarre tritt nach passiver Bewegung (Brechung) wieder auf
  • Nach 48–72 Stunden: Autolyse der Muskulatur mit Lösung der Totenstarre

Regeln und Phänomene

  • Temperaturabhängigkeit: Wärme beschleunigt, Kälte bremst den Prozess
  • Totenlaut: Seufzendes Geräusch, das nur vor oder nach der Totenstarre beim Bewegen der Leiche ausgelöst werden kann.
  • Nystensche Regel: Die Nysten-Regel gibt die zeitliche Abfolge der Körperpartien an, bei denen die Totenstarre eintritt. Die Reihenfolge hängt vor allem von der letzten Benutzung ab:
    1. Kiefer
    2. Nacken
    3. Obere Extremität
    4. Untere Extremität