Zugang zu fachgebietsübergreifendem Wissen – von > 70.000 Ärzt:innen genutzt

5 Tage kostenfrei testen
Von ärztlichem Redaktionsteam erstellt & geprüft. Disclaimer aufrufen.

Sympathomimetika

Letzte Aktualisierung: 6.11.2020

Abstracttoggle arrow icon

Sympathomimetika sind Substanzen, die ähnlich wie Adrenalin oder Noradrenalin zu einer Aktivierung des sympathischen/adrenergen Systems führen. Dem Wirkmechanismus nach werden direkte von indirekten Sympathomimetika unterschieden. Grundsätzlich vermitteln die Substanzen über α- und β-Rezeptoren eine Aktivierung des Körpers im Sinne einer "fight-or-flight"-Situation, wobei unter anderem Blutdruck, Herzfrequenz sowie die muskuläre Kontraktilität gesteigert und sowohl digestive als auch sekretorische Funktionen supprimiert werden. Bei Verabreichung sind hypertensive Krisen und tachykarde Herz-Rhythmus-Störungen zu berücksichtigen. Eine längere Gabe geht durch eine Down-Regulation der β-Rezeptoren erwartungsgemäß mit einem Wirkungsverlust der Medikation einher, was eine Dosissteigerung im Verlauf erforderlich macht.

Agonismus an adrenergen Rezeptoren

α1-Rezeptoren β1-Rezeptoren β2-Rezeptoren D1-Rezeptoren D2-Rezeptoren
Noradrenalin ↑↑↑↑ ↑↑
Adrenalin ↑↑↑↑↑ ↑↑↑↑↑ ↑↑↑
Dopamin ↑↑ (in hoher Dosierung) ↑↑↑ (in mittlerer Dosierung) dosisabhängige Wirkung ↑↑↑ ↑↑↑
Dobutamin ↑↑↑↑ ↑↑

Einteilung

  • Direkte Sympathomimetika: Stimulation von Adrenorezeptoren
  • Indirekte Sympathomimetika: Vermehrte präsynaptische Freisetzung von Noradrenalin
    • Applikation: Bevorzugt intravenös, aber auch intraossäre (oder endotracheale ) Gabe möglich

Sympathomimetische Wirkung

Organ Rezeptoren Wirkung
Auge
  • α1

Bronchien

  • β2

Herz

  • β1

Gefäße

  • α1
  • β2

Magen-Darm-Trakt

  • α1
  • Sphinkterkontraktion
  • Sekretion↓
  • β2
  • Peristaltik↓

Harnblase

  • α1
  • Sphinkterkontraktion
  • β2
  • Detrusorerschlaffung

Skelettmuskulatur

  • β2

Fettgewebe

  • β1
  • β2
  • β3
Niere
  • β1
  • Reninfreisetzung↑

Aufgrund der potentiell lebensbedrohlichen Nebenwirkungen sollte eine i.v.-Gabe von Adrenalin nur bei entsprechender Expertise und unter Monitoring durchgeführt werden!

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir durchdachte Merkhilfen zum Einprägen relevanter Fakten, dies sind animierte Videos und Erkundungsbilder. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung, oder mit Basis- und Expertenwissen, Quiz und Kurzwiederholung. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Meditricks. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – welche, siehst du im Shop.

Teil 1: Dobutamin

Teil 2: Adrenalin und Noradrenalin

Inhaltliches Feedback ggf. bitte an kontakt@meditricks.de.

  1. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2010 .
  2. Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5 .
  3. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .