• Klinik

Stressinkontinenz (Belastungsinkontinenz)

Abstract

Die Stressinkontinenz beschreibt einen unwillkürlichen Urinverlust bei Belastung. Ursächlich ist eine abdominelle Druckerhöhung mit konsekutiver Erhöhung des Harnblasendrucks oberhalb des Harnröhrenverschlussdrucks bei vorgeschädigter Beckenbodenmuskulatur. Der Schweregrad wird anhand der Belastungsintensität ermittelt. Therapeutisch kommen sowohl konservative als auch medikamentöse und operative Verfahren zum Einsatz.

Epidemiologie

  • Zunahme im Alter
  • Geschlecht: >

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

  • Traumata des Beckenbodens
    • Operative Eingriffe
    • Geburten
    • Permanente schwere körperliche Belastung
  • Andere Ursachen
    • Neurologische Erkrankungen
    • Medikamente
    • Tumoren im Bereich der Harnabflusswege
    • Radiatio im kleinen Becken

Klassifikation

Schweregrade nach Stamey

  • Grad I: Urinverlust beim Husten, Niesen und Lachen
  • Grad II: Urinverlust beim Gehen (Laufen) und Aufstehen
  • Grad III: Urinverlust im Liegen

Symptome/Klinik

Diagnostik

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Konservative Therapie

  • Gewichtsreduktion
  • Regelmäßige Miktion
  • Beckenbodentraining
  • Elektromagnetische Beckenbodenkontraktionen

Medikamentöse Therapie

  • Östrogenbehandlung der Vulva und der Vagina
  • Gabe von Duloxetin zur Verstärkung der Sphinkterkontraktion möglich

Operative Therapie

  • Einlage von Bändern zur Elevation der Harnröhre
  • Offen-operative Verfahren
    • Abdominale Kolposuspension nach Burch (noch Goldstandard)
    • Weitere operative Möglichkeiten je nach Grunderkrankung, wie z.B. Einbau eines artifiziellen Harnröhrensphinkters bei Z.n. Radiatio oder Operation im kleinen Becken mit anschließender Inkontinenz

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • N39.-: Sonstige Krankheiten des Harnsystems
    • N39.3: Belastungsinkontinenz [Stressinkontinenz]

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.