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Statine (HMG-CoA-Reduktasehemmer…)

Abstract

Statine gehören zum führenden medikamentösen Therapieprinzip der Hyperlipidämie, wenn eine Lifestyle-Änderung (Ernährungsumstellung, Bewegung etc.) nicht ausreichend ist. Die lipidsenkende Wirkung erfolgt über eine Hemmung der HMG-CoA-Reduktase, dem Schlüsselenzym der Cholesterinbiosynthese, und führt zu einer verminderten Bildung von LDL-Cholesterin bei gleichzeitig kompensatorisch erhöhter Expression von hepatischen LDL-Rezeptoren. Dadurch senken Statine vor allem das Gesamt- und LDL-Cholesterin um bis zu 60%, weshalb sie bevorzugt in der Therapie der Hypercholesterinämie eingesetzt werden.

Bei Kontraindikationen bzw. Unverträglichkeit von Statinen kommen Lipidsenker der 2. Wahl zum Einsatz. Die Statin-Myopathie gilt als bedeutsamste unerwünschte Wirkung, da sie das Risiko für eine Rhabdomyolyse mit folgendem akuten Nierenversagen (Crush-Niere) erhöht. Das Absetzen der Therapie ist bei der Statin-Myopathie maßgeblich, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Besteht hingegen eine isolierte Myalgie ohne Erhöhung der CK, kann die lipidsenkende Therapie unter engmaschiger Kontrolle der CK-Werte i.d.R. weiter durchgeführt werden.

Wirkstoffe und Dosierungshinweise

Simvastatin

Wirkstoff Simvastatin (z.B. Zocor®------)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Myopathien und erhöhte Rhabdomyolyseneigung → Initiale CK-Bestimmung und regelmäßige CK-Kontrollen
    • Polypharmazie vermeiden
  • Abendliche Einnahme
  • Dosierungsänderungen bedürfen 4 Wochen Abstand
  • Regelmäßige Kontrollen der LDL-Konzentration sind notwendig, um die optimale Erhaltungsdosis zu ermitteln

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <30 mL/min: Dosierungen über 10 mg/Tag nur unter Vorsicht und Risiko-Nutzen-Abwägung
DALI
  • Kontraindikation
Gravidität/Stillzeit
  • Schwangerschaft: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Kinder <10 Jahre: Kontraindikation
  • Kinder 10–17 Jahre: Initial Simvastatin 10 mg p.o. 0-0-1, Maximaldosis 40 mg/Tag

Atorvastatin

Wirkstoff Atorvastatin (z.B. Sortis®-------)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Atorvastatin 10 mg p.o. 0-0-1, Dosissteigerung bis Maximaldosis von 80 mg/Tag möglich
Indikationen
Zu beachten
  • Myopathien und erhöhte Rhabdomyolyseneigung → Initiale CK-Bestimmung und regelmäßige CK-Kontrollen
  • Gabe kann zu jeder Tageszeit und unabhängig von Mahlzeiten erfolgen → Bessere Patienten-Compliance im Vergleich zu Simvastatin
  • Dosierungsänderungen bedürfen 4 Wochen Abstand
  • Zahlreiche Interaktionen mit anderen über die Leber verstoffwechselten Substanzen (z.B. Antimykotika, HIV-Protease-Inhibitoren, Makrolide, Gemfibrozil, Ciclosporin oder Danazol)
  • Regelmäßige Kontrollen der LDL-Konzentration sind notwendig, um die optimale Erhaltungsdosis zu ermitteln

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Aktive Lebererkrankung, persistierende Erhöhung der Transaminasen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
DANI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
DALI
  • Kontraindikation
Gravidität/Stillzeit
  • Schwangerschaft: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Unzureichende Datenlage

Pravastatin

Wirkstoff Pravastatin (z.B. Pravasin®---------)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Pravastatin 40 mg p.o. 0-0-1, Erhaltungsdosis 10–40 mg 0-0-1
Indikationen
Zu beachten
  • Myopathien und erhöhte Rhabdomyolyseneigung → Initiale CK-Bestimmung und regelmäßige CK-Kontrollen
  • Abendliche Einnahme
  • Dosierungsänderungen bedürfen 4 Wochen Abstand
  • Zahlreiche Interaktionen mit anderen über die Leber verstoffwechselten Substanzen (z.B. Antimykotika, HIV-Protease-Inhibitoren, Makrolide,Gemfibrozil, Ciclosporin oder Danazol)
  • Regelmäßige Kontrollen der LDL-Konzentration sind notwendig, um die optimale Erhaltungsdosis zu ermitteln

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Aktive Lebererkrankung, persistierende Erhöhung der Transaminasen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
DANI
  • Individuelle Dosisreduktion ist empfehlenswert
DALI
  • Kontraindikation
Gravidität/Stillzeit
  • Schwangerschaft: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Kinder <8 Jahre: Kontraindikation
  • Kinder 8–13 Jahre: Maximaldosis 20 mg/Tag
  • Kinder 14–18 Jahre: Empfohlene Erhaltungsdosis 10–40 mg/Tag, höhere Dosierungen werden nicht empfohlen

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Übersicht

Statin HWZ (h) CYP-450 Bioverfügbarkeit
Simvastatin 2 CYP3A4 ca. 5%
Pravastatin 2 ca. 20%
Lovastatin 3 CYP3A4 ca. 5%
Atorvastatin 14 CYP3A4 ca. 10%

Wirkung

Wirkmechanismus

Effekte

  • Effekte auf den Lipidhaushalt (prozentuale Effekte unterscheiden sich je nach gewähltem Statin und Dosierung)
  • Weitere Effekte : C-reaktives Protein, Plaquestabilität↑

Die benötigte Dosis, um eine bestimmte LDL-Senkung zu erreichen, variiert je nach Statin!

Nebenwirkung

Allgemeine Nebenwirkungen

Leber

Muskel („Statin-Myopathie“) [1]

  • Myalgie
    • Symptome: Muskelschmerzen, Schwäche, Krämpfe
    • Vorkommen: Bei bis zu 10% der behandelten Patienten
  • „Echte“ Myopathie
  • Prozedere bei Verdacht auf Statin-Myopathie: Immer eine Kontrolle der CK veranlassen inkl. regelmäßiger Verlaufskontrollen
    • Fehlende CK-Erhöhung: Fortsetzung der Therapie möglich
    • CK-Erhöhung: Pausieren oder Absetzen der Therapie erforderlich (siehe auch: Management der Statin-Myopathie)

Management der Statin-Myopathie

  • Bei CK-Erhöhung unter das 4-Fache des Normwertes
    • Bei fehlender Myalgie
      • Statin kann fortgeführt werden
      • Patienten darüber aufklären, dass sie bei eintretenden Myopathien das Medikament absetzen und sich erneut vorstellen sollen
    • Bei Myalgie: Statin für 4 Wochen pausieren, engmaschige CK-Kontrollen
      • Bei persistenter Myalgie nach 4 Wochen Pause: Statin wahrscheinlich nicht Ursache der CK-Erhöhung → Differentialdiagnosen prüfen → Erneutes Ansetzen desselben Statins kann erwogen werden
      • Bei Besserung der Myalgien: Ggf. anderes Statin eindosieren, Muskelsymptome und CK in diesem Fall engmaschig überwachen
        • Bei erneuter Myalgie: Statin wieder pausieren, Verzicht erwägen, ggf. hochpotentes Statin wie Atorvastatin in niedriger Dosierung alle 2–3 Tage
  • Bei CK-Erhöhung über das 4-Fache des Normwertes: Statin für mind. 6 Wochen pausieren, engmaschige CK-Kontrollen, dann Neubewertung
    • Prüfung der Nierenfunktionsparameter
    • Abwarten der Normalisierung von CK, ggf. der Nierenfunktion und der myopathischen Symptome
    • Nach 6 Wochen ggf. hochpotentes Statin wie Atorvastatin in niedriger Dosierung alle 2–3 Tage erwägen
      • Bei Eindosierung: Muskelsymptome und CK engmaschig überwachen, bei Wiederauftreten Verzicht auf Statintherapie
  • Bei CK-Erhöhung über das 10-Fache des Normwertes
    • Statintherapie abbrechen, Prüfung der Nierenfunktionsparameter und ggf. Behandlung eines akuten Nierenversagens
    • CK bei abfallendem Trend bis zur Normalisierung regelmäßig (alle 2 Wochen) kontrollieren
  • Weiteres Vorgehen

Bei mehr als 4-fach erhöhter CK sind Statine stets zu pausieren – abhängig vom Verlauf kann eine erneute Statingabe nach 6 Wochen erwogen werden!

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Indikation

Statine sind bei der Behandlung der Hypercholesterinämie essentieller Bestandteil der Primär- und Sekundärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen.

Statine sind die medikamentöse Therapie der ersten Wahl bei Hypercholesterinämie und hohem kardiovaskulären Risiko!

Kontraindikation

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Interaktion

Im Rahmen einer Statintherapie sollte, insb. bei Muskelschmerzen, immer das Risiko für eine Rhabdomyolyse bedacht werden!

Therapieempfehlungen