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Sonographische Untersuchung der Schilddrüse

Abstract

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges, parenchymatöses Organ, das der Trachea ventral und lateral anliegt. Sie besteht aus zwei Lappen, die über einen parenchymatösen Steg – den sog. Isthmus – miteinander verbunden sind. Mitunter existiert ein weiterer, kleiner Schilddrüsenlappen, der sog. Lobus pyramidalis. Er zieht ausgehend vom Isthmus nach kranial Richtung Zungenbein. Lateral der Schilddrüsenlappen befinden sich die Arteriae carotides communes und die Venae jugulares internae.

Eine sonographische Untersuchung der Schilddrüse ist bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung oder zur Abklärung auffälliger Schilddrüsenbefunde indiziert, um mögliche Ursachen abzuklären wie bspw. Funktionsstörungen, Entzündungen, Tumoren oder Zysten. Die Untersuchung erfolgt am liegenden Patienten, wobei der Kopf des Patienten rekliniert sein sollte. Bei der Sonographie der Schilddrüse werden die verschiedenen Abschnitte der Schilddrüse im Längs- und im Querschnitt untersucht. Die Kenntnis des Normalbefundes ist zur Abgrenzung pathologischer Veränderungen wichtig.

Untersuchungsvideo

Anatomische Grundlagen

Im Folgenden wird eine sehr kurze Übersicht der anatomischen Grundlagen gegeben, die für die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse relevant sind. Für eine ausführliche Erläuterung des Organs siehe: Schilddrüse

  • Aufbau: Zwei Lappen, über einen parenchymatösen Steg (sog. Isthmus) verbunden
  • Form
    • Aufsicht: Schmetterlings-/H-förmig
    • Querschnitt: Hufeisenförmig
  • Topographie
    • Lage im ventralen Bereich des Halses
    • der Isthmus projiziert sich auf den 2.–3. Trachealknorpel
  • Volumen
    • 15–20 mL
    • 12–15 mL
  • Funktion: Endokrine Drüse zur Produktion und Speicherung der Schilddrüsenhormone

Indikation

Die Sonographie der Schilddrüse ist keine Untersuchungstechnik zur definitiven Diagnosestellung. Hierfür bedarf es meist weiterer komplementärer Untersuchungen!

Ebenen

Durchführung

Die Untersuchung erfolgt am liegenden Patienten, wobei der Kopf des Patienten rekliniert sein sollte. Im Folgenden wird die Durchmusterung ohne Seitenangaben erläutert, da beide Seiten identisch untersucht werden.

Durchmusterung im Längsschnitt

  1. Schallkopf im paratrachealen Längsschnitt aufsetzen
  2. Schallkopf nach medial verschieben
    • Schilddrüsenlappen darstellen
    • Größte kraniokaudale Ausdehnung bestimmen und Länge des Schilddrüsenlappens ausmessen
  3. Schallkopf langsam, aber kontinuierlich nach lateral und anschließend nach medial kippen
    • Zunächst die medialen und anschließend die lateralen Anteile des Schilddrüsenlappens durchmustern
  4. Schallkopf weiter nach medial/median in den prätrachealen Längsschnitt verschieben
    • Isthmus im Längsschnitt durchmustern

Durchmusterung im Querschnitt

  1. Schallkopf zurück in den paratrachealen Längsschnitt führen und um 90° gegen den Uhrzeigersinn in den paratrachealen Querschnitt drehen
  2. Schallkopf nach kaudal und anschließend nach kranial bis über die Organgrenzen verschieben
    • Lappen und Isthmus systematisch durchmustern
    • Breite und Tiefe des Lappens ausmessen
  3. Schallkopf weiter nach medial/median in den prätrachealen Querschnitt verschieben
    • Darstellung und Durchmusterung der Schilddrüse in der Übersicht

Bestimmung des Schilddrüsenvolumens

  • Mittels Sonographiegerät
    • Automatische Berechnung des Gesamtvolumens aus gespeicherten Werten für Länge, Breite und Tiefe beider Lappen
  • Mittels Formel aus Einzelmessungen
    • Schilddrüsenvolumen = Länge × Breite × Tiefe × 0,5

Normalbefund

  • Form: Schmetterlingsförmig
  • Aussehen
    • Scharf abgrenzbar zur Umgebung
    • Mittlere Echogenität
    • Homogen
  • Normwerte Schilddrüsenvolumen
    • Frauen: ≤18 mL
    • Männer: ≤25 mL
    • 15–18-Jährige: ≤15 mL
    • 11–14-Jährige: ≤10 mL
    • 6–10-Jährige: ≤8 mL

Pathologische Befunde

Für pathologische Befunde der Schilddrüse siehe auch: Bildatlas Sonographie Pathologische Befunde der Schilddrüsen-Sonographie.