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Sedativa (Intoxikation und Abhängigkeit)

Letzte Aktualisierung: 28.9.2021

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Zu den Sedativa zählen unterschiedliche Substanzen, von denen Benzodiazepine die mit Abstand wichtigste Rolle in der Medizin spielen. Wenngleich Benzodiazepine eine hohe therapeutische Breite haben, sind insb. bei Mischintoxikationen lebensbedrohliche Bewusstseinsstörungen möglich. Die Abhängigkeit von Benzodiazepinen betrifft ca. 1,1 Millionen Menschen in Deutschland und ist oft mit ausgeprägten Entzugssyndromen sowie langwierigen Entwöhnungsbehandlungen verbunden.

Als K.o.-Tropfen werden narkotisierende Wirkstoffe bezeichnet, die unter anderem im Rahmen von Straftaten genutzt werden, um Opfer in einen wehrlosen Zustand zu versetzen. In geringeren Mengen werden sie auch als Beruhigungs- und Rauschmittel verwendet.

Für Informationen zur legalen, klinischen Anwendung von Benzodiazepinen siehe Kapitel: Benzodiazepine. Weitere Sedativa bzw. Hypnotika mit Abhängigkeitspotential sind Barbiturate und Benzodiazepin-ähnliche Substanzen.

Typische Trias der Benzodiazepin-Intoxikation: Bewusstseinsstörung, erhaltene Vitalfunktionen und fehlende neurologische Ausfälle!

Epidemiologie

  • Prävalenz der Benzodiazepinabhängigkeit: Ca. 1,1–1,2 Millionen Menschen in Deutschland [1]
  • Prävalenz der Medikamentenabhängigkeit über alle Substanzgruppen: Ca. 1,5 Millionen Menschen in Deutschland [1]
  • Risikogruppen mit erhöhten Prävalenzzahlen [2]
    • Menschen mit psychiatrischen Vorerkrankungen, insb. Abhängigkeitserkrankungen
    • Ältere Menschen
    • Frauen

Diagnosekriterien

Benzodiazepin-Entzugssyndrom

Es handelt sich beim Benzodiazepin-Entzugssyndrom um einen sog. Rebound-Effekt mit entgegengesetzten Symptomen nach Absetzen der Medikamente.

Bereits nach wenigen Wochen kann es zu einer Benzodiazepin-Abhängigkeit kommen, sodass jede Indikation streng gestellt werden muss!

  • Kriterien, die im Einzelfall bei bestehender Abhängigkeit den Verzicht auf eine Entzugsbehandlung rechtfertigen können
    • Geringe Nebenwirkungen der Medikation, die dauerhaft toleriert werden können und keine Gefährdung für den Patienten darstellen
    • Drohender gefährlicher Entzug
    • Drohende Exazerbation einer psychiatrischen Symptomatik bei Absetzen
  • Bevorzugt stationäre Entzugsbehandlung bei
  • Dauer [3]
    • I.d.R. 6–10 Wochen
    • Bei starker Entzugssymptomatik teils auch sehr kleine Reduktionsschritte mit Verlängerung der Entgiftung auf bis zu 1 Jahr notwendig
  • Medikamentöse Maßnahmen
  • Supportive Maßnahmen: Psychotherapie
  • Therapieformen nach der Entzugsbehandlung
  • Zum allgemeinen Vorgehen bei Abhängigkeitserkrankungen siehe: Therapie von Abhängigkeiten

Benzodiazepin-Antagonisten wie Flumazenil sind kontraindiziert, da sie die Entzugssymptomatik verschlimmern!

Es handelt sich hierbei um narkotisierende Wirkstoffe, die u.a. bei Straftaten genutzt werden, um Opfer in einen wehrlosen Zustand zu versetzen. Die Substanzen werden auch in geringeren Mengen als Beruhigungs- oder Rauschmittel verwendet.

Verwendete Substanzen

Rechtsmedizinischer Nachweis

  • Nachweis der Substanzen bzw. der Metabolite in Urin und/oder Blutserum
    • γ-Hydroxybuttersäure
      • Eingeschränkte Beurteilbarkeit, da es sich um eine physiologische Substanz im ZNS von Säugetieren handelt
      • Kurze Halbwertszeit (20–45 min): Nach wenigen Stunden sind wieder normale GHB-Spiegel erreicht, sodass keine Aussage mehr möglich ist

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F13.-: Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika

T40.-: Vergiftung durch Betäubungsmittel und Psychodysleptika [Halluzinogene]

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Glaeske, Holzbach: Medikamentenabhängigkeit Suchtmedizinische Reihe In: Suchtmedizinische Reihe. Nummer: Band 5, 2013, .
  2. Batra, Bilke-Hentsch: Praxisbuch Sucht. Thieme 2016, ISBN: 978-3-131-49202-9 .
  3. Medikamente - schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit .
  4. Baandrup et al.: Pharmacological interventions for benzodiazepine discontinuation in chronic benzodiazepine users. In: The Cochrane database of systematic reviews. Band: 3, 2018, doi: 10.1002/14651858.CD011481.pub2 . | Open in Read by QxMD p. CD011481.
  5. Klein et al.: Alprazolam withdrawal in patients with panic disorder and generalized anxiety disorder: vulnerability and effect of carbamazepine. In: The American journal of psychiatry. Band: 151, Nummer: 12, 1994, doi: 10.1176/ajp.151.12.1760 . | Open in Read by QxMD p. 1760-6.