• Klinik

Sammelsurium der Infektiologie

Abstract

Zahlreichen Erregern wird man im klinischen Alltag nie begegnen. Nichtsdestotrotz ist es hilfreich, Wissenswertes über diese seltenen Erreger zu erfahren, da sie bei schweren Verläufen lebensgefährlich sein können. Erkrankungen wie die Pocken und die Pest sind im historischen Kontext sehr bedeutsam, da viele Menschen im Rahmen der von ihnen verursachten Epidemien starben. Heutzutage haben sie in Deutschland nur noch marginale Bedeutung.

Fiebererkrankungen

Q-Fieber

Fleckfieber

Babesiose

  • Erreger: Babesia-Spezies
  • Epidemiologe
    • Weltweites Vorkommen
    • In Deutschland sehr selten
  • Infektionsweg
    • Erregerreservoir: Wildtiere und Rinder
    • Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Zecken
  • Inkubationszeit: 1–4 Wochen
  • Klinik
    • Klinik von Erregerspezies anhängig
    • Grippale Beschwerden
    • Hämolytische Anämie
    • Milde Spleno- und Hepatomegalie
    • Risiko für schweren (pot. fatalen) Verlauf: Asplenie, Immunsuppression
  • Diagnostik
  • Therapie

Seltene Sexually transmitted diseases (STD)

Granuloma inguinale

Granuloma inguinale (Erreger: Klebsiella granulomatis) darf nicht mit Lymphogranuloma inguinale (Erreger: Chlamydia trachomatis Serotyp L1-L3) verwechselt werden!

Historische Erkrankungen

Die hier genannten Erkrankungen sind durch medizinische und hygienische Maßnahmen soweit zurückgedrängt worden, dass sie keine Rolle mehr im klinischen Alltag spielen. Da aber nach wie vor immer wieder Fälle beschrieben werden, sollte man diese Krankheiten dennoch im Hinterkopf behalten

Pocken

  • Letzter natürlicher Erkrankungsfall: 1977 (Somalia)
  • Erreger: Variola major (vera), Variola minor, Variola haemorrhagica; Gattung: Orthopoxviridae
  • Infektionsweg: Hauptinfektionsweg ist die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Eine Übertragung zwischen Mensch und Tier ist nicht möglich. Die Viren werden insbesondere in der Frühphase der Erkrankung durch Husten verbreitet
  • Inkubationszeit: Im Durchschnitt 12–14 Tage
  • Klinik
    • Unspezifische Allgemeinsymptome
    • Stadium vesiculosum nach 2 bis 4 weiteren Tagen: Synchrones Auftreten von Papeln mit rötlichem Randsaum, die sich zu eitergefüllten Blasen und verkrustenden Pusteln entwickeln
      • Hohe Infektiosität
      • Dauer: Etwa 2–3 Wochen
  • Therapie: Keine, Letalität unbehandelt ca. 30%
  • Wichtige Differentialdiagnose
    • Windpocken: Im Unterschied zu den Windpocken treten bei den Pocken die Effloreszenzen synchron und nicht in verschiedenen Stadien auf
  • Impfung
    • Impfstoff
    • Vorgehen: Intradermale Applikation mittels Impfpistole oder Lanzette, wobei die Haut zuvor „eingeritzt“ wurde (Skarifikation)
    • Komplikationen
  • Bedeutung: Nach der WHO gilt die Welt seit 1980 als pockenfrei, sodass die Impfung nicht mehr generell empfohlen ist. Offiziell existieren Pocken nur noch in zwei Laboratorien.

Pest

  • Erreger: Yersinia pestis
  • Infektionsweg: Über den Rattenfloh als Vektor → Hygienische Verhältnisse und das Ausmaß der Rattenpopulation waren entscheidende Faktoren bei den großen Pestepidemien im 14. Jahrhundert
  • Bedeutung: Einige Hundert Erkrankte pro Jahr, zuletzt v.a. auf Madagaskar und im Kongo

Meditricks

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir ein Video zum Einprägen relevanter Fakten an. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung zur schnelleren Wiederholung. Eine Übersicht über alle Videos findest du auf der Karte Meditricks.

Q-Fieber (Videos frei verfügbar)