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Sammelsurium der Infektiologie

Letzte Aktualisierung: 27.10.2021

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Zahlreichen Erregern wird man im klinischen Alltag nie begegnen. Nichtsdestotrotz ist es hilfreich, Wissenswertes über diese seltenen Erreger zu erfahren, da sie bei schweren Verläufen lebensgefährlich sein können. Erkrankungen wie die Pocken und die Pest sind im historischen Kontext sehr bedeutsam, da viele Menschen im Rahmen der von ihnen verursachten Epidemien starben.

Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist bei Fleckfieber essenziell, um einen letalen Verlauf zu vermeiden!

Das Granuloma inguinale (Erreger: Klebsiella granulomatis) ist leicht zu verwechseln mit dem Lymphogranuloma inguinale (Erreger: Chlamydia trachomatis Serotyp L1-L3)!

  • Epidemiologie
    • Letzter natürlicher Erkrankungsfall weltweit: 1977 in Somalia
    • Ausrottung durch weltweite Einführung des Lebendimpfstoffs durch die WHO
  • Erreger: Variola major (vera), Variola minor, Variola haemorrhagica (Gattung: Orthopoxviridae)
  • Infektionsweg
    • Hauptsächlich Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch
    • Übertragung zwischen Mensch und Tier nicht möglich
  • Inkubationszeit: Im Durchschnitt 12–14 Tage
  • Klinik
    • Beginn: Unspezifische Allgemeinsymptome
    • Nach 2–4 Tagen: Stadium vesiculosum mit synchronem Auftreten von Papeln mit rötlichem Randsaum, die sich zu eitergefüllten Blasen und verkrustenden Pusteln entwickeln
  • Differenzialdiagnose: Windpocken
  • Therapie: Keine Therapie vorhanden, Letalität unbehandelt ca. 30%
  • Prävention: Pockenimpfung: Nicht mehr generell empfohlen, da die Pocken laut WHO seit 1980 als ausgerottet gelten
    • Seit 2013 neu zugelassener Lebendimpfstoff zur subkutanen Applikation verfügbar (siehe: Pocken-Lebendimpfstoff)
    • Vor 1980 zugelassener Pocken-Lebendimpfstoff mit abgeschwächten, aber vermehrungsfähigen Viren führte häufig zu Komplikationen, bspw. Impfnarbe, Ekzema vaccinatum oder postvakzinale Enzephalitis
      • Durchführung
        1. Einritzen der Haut (Skarifikation)
        2. Intradermale Applikation mittels Impfpistole oder Lanzette
  • Epidemiologie
    • Auftreten in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika, südliche USA
    • Einige Hundert Erkrankte pro Jahr, zuletzt v.a. auf Madagaskar und im Kongo
  • Erreger: Yersinia pestis
  • Erregerreservoir: Nagetiere
  • Infektionsweg
    • Flöhe und Zecken leben in Symbiose mit kontaminierten Nagetieren
    • Geht eine Nagetierart ein, müssen sich die kontaminierten Flöhe neue Wirte suchen, was zu Pestausbrüchen bei Menschen führen kann
    • Übertragung von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion
  • Klinik
  • Diagnostik: Kultureller Erregernachweis aus Sputum oder Lymphknotenaspirat
  • Therapie: Aminoglykoside oder Tetracycline

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir durchdachte Merkhilfen zum Einprägen relevanter Fakten, dies sind animierte Videos und Erkundungsbilder. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung, oder mit Basis- und Expertenwissen, Quiz und Kurzwiederholung. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Meditricks. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – welche, siehst du im Shop.

Q-Fieber

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Bestimmte bakterielle Zoonosen (A20-A28)

Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden (A50-A64)

Rickettsiosen (A75-A79)

  • A75.-: Fleckfieber
  • A77.-: Zeckenbissfieber [Rickettsiosen, durch Zecken übertragen]
    • A77.0: Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii
    • A77.1: Zeckenbissfieber durch Rickettsia conori
      • Afrikanisches Zeckenbissfieber, Boutonneuse-Fieber, Indisches Zeckenbissfieber, Kenya-Fieber, Marseille-Fieber, Mittelmeer-Zeckenbissfieber
    • A77.2: Zeckenbissfieber durch Rickettsia sibirica
      • Nordasiatisches Zeckenbissfieber, Sibirisches Zeckenbissfieber
    • A77.3: Zeckenbissfieber durch Rickettsia australis
      • Queensland-Zeckenbissfieber
    • A77.8: Sonstige Zeckenbissfieber
    • A77.9: Zeckenbissfieber, nicht näher bezeichnet
      • Durch Zecken übertragene Rickettsiose o.n.A.
  • A78: Q-Fieber
  • A79.-: Sonstige Rickettsiosen
    • A79.0: Wolhynisches Fieber
    • A79.1: Rickettsienpocken durch Rickettsia akari
      • Bläschenrickettsiose
    • A79.8: Sonstige näher bezeichnete Rickettsiosen
      • Rickettsiose durch Neorickettsia sennetsu [Ehrlichia sennetsu]
    • A79.9: Rickettsiose, nicht näher bezeichnet

Virusinfektionen, die durch Haut- und Schleimhautläsionen gekennzeichnet sind (B00-B09)

  • B03: Pocken
  • B04: Affenpocken

Protozoenerkrankungen

  • B60.-: Sonstige Protozoenkrankheiten, anderenorts nicht klassifiziert
    • Exklusive: Intestinale Mikrosporidiose (A07.8), Isosporose (A07.3), Kryptosporidiose (A07.2)
    • B60.0: Babesiose
      • Piroplasmose
    • B60.1: Akanthamöbiasis
    • B60.2: Naegleriainfektion
      • Primäre Amöben-Meningoenzephalitis† (G05.2*)
    • B60.8: Sonstige näher bezeichnete Protozoenkrankheiten
      • Mikrosporidiose
  • B64: Nicht näher bezeichnete Protozoenkrankheit

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Kayser et al.: Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie. 11. Auflage Thieme 2005, ISBN: 3-134-44811-4 .
  3. Flasnoecker (Hrsg.): TIM, Thieme's Innere Medizin. 1. Auflage Thieme 1999, ISBN: 978-3-131-12361-9 .
  4. Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Stand: 15. September 2011. Abgerufen am: 24. August 2016.
  5. Q-Fieber, RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand: 1. Mai 2012. Abgerufen am: 9. Oktober 2017.