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Sammelsurium der Dermatologie

Letzte Aktualisierung: 19.10.2021

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Hier finden sich relevante Informationen zu ausgewählten dermatologischen Erkrankungen. Die Themen sind nach ihrer Genese strukturiert.

  • Ätiologie: Genaue Pathogenese unklar, wahrscheinlich kontaktallergische Reaktion im Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen
  • Klinik
    • 2–5 cm große, nummuläre (=münzförmige), scharf begrenzte Herde
    • Rötung, Juckreiz, Krusten
    • Meist Extremitäten betroffen

  • Definition: Nicht-infektiöse/-kontagiöse, entzündliche Dermatose mit Veränderung v.a. in Epidermis und oberem Korium [2]
  • Ätiologie: Einwirkung durch eine primär die Haut schädigende Noxe [2]
  • Klinik [2][3]
    • Allgemein: Schmerzen, seltener Juckreiz
    • Hautbefund : U.a. abhängig von Hautbeschaffenheit , individuellem Hauttyp , Alter , Vorschädigung der Haut
      • Ausbildung innerhalb von 24 Stunden nach Exposition, bei sehr starker Irritation bereits innerhalb weniger Minuten
      • Scharf begrenztes, auf den Kontaktort beschränktes Erythem
      • Starke Irritation: Blasenbildung bis hin zu Gewebenekrosen
      • Schwächere Irritation: Sehr unterschiedliche Ausprägungen möglich, u.a. Einblutungen, Blasen, Pusteln, Schuppen oder Erosionen
    • Häufige Manifestationen
  • Therapie: Insb. lokale Maßnahmen [2][3]
    • Sofortige Beseitigung der schädigenden Noxe
    • Feuchte Umschläge zur Kühlung
    • Topische Antiseptika bei Schädigung der Hautbarriere
    • Ggf. topische Antiphlogistika
    • Systemische Glucocorticoide bei ausgeprägtem Befund
  • Differenzialdiagnosen [2]

  • Kallus = Hornhautschwiele durch mechanische Druckschädigung
  • Klavus = Schmerzender, hyperkeratotischer Pfropf (Hühnerauge“) im Zentrum des Kallus

  • Definition: Grübchenförmiger Hornhautdefekt der Fußsohle mit starkem Brennen
  • Epidemiologie: Vor allem Sportler, Arbeiter oder Soldaten betroffen
  • Definition: Ektasie der oberen Dermisgefäße mit hyperkeratotischer Epidermis
  • Angiokeratoma zirkumscriptum: Warzenartige, bläulich-schwarze Plaques meist an den Extremitäten
  • Auflichtmikroskopie: Rötlich-tiefschwarze Areale mit scharfer Begrenzung
  • Definition: Angeborene benigne Fehlbildung und Erweiterung der Kapillargefäße unterhalb der Epidermis
  • Epidemiologie: Gehäuftes Auftreten bei bestimmten Phakomatosen
  • Klinik: Umschriebene, rotlivide Färbung
  • Prognose: Harmlos, ggf. kosmetische Behandlung

  • Definition: Netzartige Rötung der Haut mit Teleangiektasien
  • Ätiologie: Chronische Wärmeanwendung (Rotlicht, Wärmflasche, Lagerfeuer)
  • Verlauf: Bei Fortführung der Wärmeexposition → Pigmentatio reticularis e calore
    • Marmorierte, bräunliche Hyperpigmentierung durch erhöhte Melaninproduktion

Definition: Heterogene Gruppe vaskulärer Syndrome. Während der Livedo reticularis eine vegetative Dysregulation der Hautdurchblutung zugrunde liegt (funktionelle, harmlose Störung), ist die Livedo racemosa immer auf einen pathologischen Prozess zurückzuführen.

Livedo reticularis (Synonym: Cutis marmorata)

  • Pathophysiologie: Äußere Einflüsse wie Kälte verlangsamen aufgrund einer vegetativen Dysregulation die Hautdurchblutung (= funktionelle Störung)
  • Epidemiologie: Insb. junge Frauen betroffen
  • Klinik: Symmetrische Livedo (regelmäßig, klein, kreisförmig) an den Extremitäten, evtl. auch am Stamm; durch Kältereize getriggert, regredient nach Wärmeapplikation
  • Therapie: Wärme, Wechselbäder, Sauna
  • Prognose: Besserung mit zunehmendem Alter

Livedo racemosa

  • Pathophysiologie: Lokale Strömungshindernisse verlangsamen den Blutfluss (organische Störung = pathologischer Prozess)
  • Ätiologie: Vaskuläre Erkrankungen (Cholesterinembolie, Arteriosklerose, Vaskulitis)
  • Klinik: Unregelmäßige, bizarre Livedo (nicht regelmäßig und kreisförmig wie Livedo reticularis) an Extremitäten, evtl. auch am Stamm, auch nach Erwärmung der Haut persistierend
  • Therapie: Abhängig von der Grunderkrankung

Eine Livedo racemosa ist nicht regredient nach Wärmeapplikation und als Warnsignal für eine vaskuläre Erkrankung zu werten! Eine Livedo reticularis bezeichnet dagegen eine harmlose Störung, die meist keiner weiteren Behandlung bedarf.

  • Definition: Papulöses Exanthem nach Hitzeexposition
  • Ätiologie: Verschluss des Schweißdrüsen-Ausführungsganges bei Überwärmung
  • Lokalisation: Meist an Stamm, Hals und intertriginös
  • Epidemiologie: Auftreten meist bei Neugeborenen, auch im weiteren Kindesalter

  1. Plewig et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. 7. Auflage Springer-Verlag 2018, ISBN: 978-3-662-49544-5 .
  2. Braun-Falco et al.: Dermatologie und Venerologie. 5. Auflage Springer 2005, ISBN: 978-3-540-26624-2 .
  3. Sterry, Burgdorf: Checkliste Dermatologie. Georg Thieme Verlag 2014, ISBN: 978-3-131-75547-6 .
  4. Moll, Jung: Duale Reihe Dermatologie. 6. Auflage Thieme 2005, ISBN: 978-3-131-26686-6 .
  5. Sterry, Paus: Checkliste Dermatologie. 5. Auflage Thieme 2004, ISBN: 3-136-97005-5 .
  6. Plettenberg et al.: Infektionskrankheiten der Haut. 3. Auflage Thieme 2010, ISBN: 978-3-131-54633-3 .
  7. Horny et al.: Die Mastozytose – Eine Erkrankung der hämopoetischen Stammzelle In: Deutsches Ärzteblatt Online. Band: 105, Nummer: 40, 2008, doi: 10.3238/arztebl.2008.0686 . | Open in Read by QxMD .