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Reanimation von Kindern - AMBOSS-SOP

Pädiatrischer Basic Life Support

Die hier dargestellten Empfehlungen entsprechen (soweit nicht anders angegeben) der Leitlinie des European Resuscitation Council (ERC) .

Maßnahme Erklärung

Testen der Reaktion

  • Lautes Ansprechen des Kindes und leichte Stimulation → Keine Reaktion? → Um Hilfe rufen

Atemwege freimachen, Atmung prüfen

  • Kind vorsichtig auf den Rücken drehen
  • Freimachen der Atemwege
    • Kinn anheben
    • Kopfposition optimieren
  • Überprüfen der Atmung für max. 10 s mittels "Hören, Sehen, Fühlen"
Fünf initiale Beatmungen
Lebenszeichen prüfen (max. 10 s)

Herzdruckmassage und Beatmung (CPR)

  • Technik der Thoraxkompressionen
  • Kompressions-Ventilations-Verhältnis
    • Ausgebildete Ersthelfende: 15:2
    • Einzel- oder Laienhelfer: 30:2
  • Kompressionsfrequenz: 100–120/min
  • Unterbrechungen vermeiden (max. 10 s)
Nach 60 s CPR: Hilfe verständigen
  • Notruf 112
    • 5 W“ beachten: Wo ist der Patient? Wer ruft an? Was ist passiert/welche Symptome liegen vor? Wie viele Betroffene? Warten auf Rückfragen!
  • Ausnahmen: Bereits vor Beginn der CPR Hilfe verständigen falls
    • Mehrere Helfende vorhanden
    • Beobachteter Kollaps
AED-Einsatz (sobald verfügbar)
  • Alle 2 min Rhythmusanalyse und ggf. Defibrillation
  • Altersabhängige Anwendung
    • Kinder ab 8 Jahren: Pads und Einstellungen wie bei Erwachsenen verwenden
    • Kindern <8 Jahren: Kinder-Pads und, wenn möglich, Leistungsminderer verwenden (Dosis 50–75 J)

Fortführen der kardiopulmonalen Reanimation, bis professionelle Hilfe eintrifft, das Kind reagiert oder die ersthelfenden Personen erschöpft sind!

Bei V.a. eine HWS-Verletzung muss beim Freimachen der Atemwege eine Bewegung des Kopfes vermieden werden!

Pädiatrischer Advanced Life Support

Maßnahme Erklärung
Erkennen des Atem-Kreislauf-Stillstands
Helfer/Reanimationsteam verständigen
  • Sonderfall Einzelhelfer
    • Sofortiger Beginn mit CPR
    • Nach 1 min CPR: Hilfe verständigen

Herzdruckmassage und Beatmung (CPR)

  1. Fünf initiale Beatmungen
  2. Thoraxkompressionen und Beatmung
Etablieren erweiterter Maßnahmen (parallel zur CPR)
  • Erweiterte Beatmungsmaßnahmen
  • Defibrillationselektroden anbringen
    • Bevorzugt Klebe-Elektroden verwenden
    • Position: Anterolateral (alternativ: anteroposterior)
    • Große Kontaktfläche sicherstellen (bei ausreichendem Elektrodenabstand von mind. 3 cm)
  • Monitoring
  • Gefäßzugang
    • Peripher-venös
    • Alternativ: Intraossär , ggf. Nutzung eines bestehenden zentralvenösen Zugangs
  • Volumenbolus erwägen (20 mL/kgKG isotonische kristalline Infusionslösung)
Notfall-EKG-Diagnostik (sobald verfügbar)
Erweiterte Diagnostik und Therapie

Postreanimationsphase

Monitoring

Therapeutische Maßnahmen

  • Strenges Temperaturmanagement
    • Normothermie (36–37,5 °C) anstreben
    • Nach Einzelfallentscheidung auch therapeutische Hypothermie (32–34 °C)
  • Ventilation
  • Kreislauftherapie: Normotension anstreben (Blutdruck-Zielbereich: >5. altersbezogene Perzentile)
  • Blutzuckereinstellung
    • Vermeidung von Hypoglykämien
    • Behandlung ausgeprägter Hyperglykämien
  • Ggf. Analgosedierung

Prognostische Marker der Postreanimationsphase