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RAAS-Inhibitoren

Letzte Aktualisierung: 7.7.2020

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Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks. In der Therapie der arteriellen Hypertonie stellt es einen Angriffspunkt für die ACE-Hemmer und Sartane dar. Durch Verminderung der Bildung oder Antagonisierung von Angiotensin II wird unter anderem der Blutdruck gesenkt – andere Indikationen sind die medikamentöse Therapie nach Myokardinfarkt und die chronische Herzinsuffizienz. Aufgrund ihrer nephroprotektiven Wirkung werden ACE-Hemmer und Sartane bei Vorschädigung der Nieren (v.a. bei Diabetes mellitus) eingesetzt, sind jedoch bspw. bei chronischer Niereninsuffizienz relativ kontraindiziert. Neben Hypotonien zeichnen sich ACE-Hemmer im Vergleich zu Sartanen durch häufigen, Bradykinin-bedingten Reizhusten aus, welcher eine Umstellung der Medikation erfordert.

ACE-Hemmer

Ramipril

Wirkstoff Ramipril (z.B. Delix®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Initial: Ramipril 1,25–2,5 mg p.o. 1-0-0, schrittweise Annäherung an die Tagesmaximaldosis von 10 mg, einmalig oder auf zwei Gaben am Tag verteilt
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • GFR <50 mL/min: Dosishalbierung und/oder individuelle Dosisanpassung, Tagesmaximaldosis 5 mg
  • GFR <20 mL/min: Individuelle Dosierungsstrategie unter strenger Überwachung der Nierenfunktion und engmaschigen Elektrolytkontrollen
DALI
  • Dosisreduktion, Tagesmaximaldosis 2,5 mg
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Kontraindikation bei Patienten <18 J.

Enalapril

Wirkstoff Enalapril (z.B. Epril®)
Applikation
  • p.o
Indikationen und Standarddosierungen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • GFR <80 mL/min: 5–10 mg/Tag
  • GFR <30 mL/min: 2,5–5 mg/Tag
  • GFR <11 mL/min und Dialyse: Max. 2,5 mg am Dialysetag
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Kinder 20–50 kg: Empfohlene Anfangsdosis 2,5 mg p.o. 1-0-0, Tagesmaximaldosis 20 mg
  • Kinder ≥50 kg: Empfohlene Anfangsdosis 5 mg p.o. 1-0-0, Tagesmaximaldosis 40 mg
  • Kontraindikation bei Neugeborenen und bei GFR <30 mL/min

Captopril

Wirkstoff Captopril (z.B. Captosol®)
Applikation
  • p.o.
Indikationen und Standarddosierungen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • GFR <40(60) mL/min: Tagesmaximaldosis von 75(100) mg p.o.
  • GFR <20 mL/min: Tagesmaximaldosis von 25 mg p.o.
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • 0,15–0,3 mg/kgKG pro Tag, i.d.R. 3 Gaben, Tagesmaximaldosis 2 mg/kgKG pro Tag

Lisinopril

Wirkstoff Lisinopril (z.B. Lisitril®)
Applikation
  • p.o.
Indikationen und Standarddosierungen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • GFR <80 mL/min: Initial 5–10 mg/Tag
  • GFR <30 mL/min: Initial 2,5–5 mg/Tag
  • GFR <10 mL/min: Initial 2,5 mg, Tagesmaximaldosis 40 mg
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nicht empfohlene Substanz während der Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Kinder 20–50 kg: Empfohlene Anfangsdosis 2,5 mg p.o. 1-0-0, Tagesmaximaldosis 20 mg
  • Kinder ≥50 kg: Empfohlene Anfangsdosis 5 mg p.o. 1-0-0, Tagesmaximaldosis 40 mg
  • Kontraindikation bei Neugeborenen und bei GFR <30 mL/Min.

Sartane (AT1-Rezeptorblocker, ARB)

Valsartan

Wirkstoff Valsartan (z.B. Diovan®)
Applikation
  • p.o.
Indikationen und Standarddosierungen
Zu beachten

Candesartan

Wirkstoff Candesartan (z.B. Atacand®)
Applikation
  • p.o.
Indikationen und Standarddosierungen
Zu beachten

Losartan

Handelsnamen Losartan (z.B. Lorzaar®)
Applikation
  • p.o.
Indikationen und Standarddosierungen
Zu beachten

Direkte Renin-Inhibitoren

Aliskiren

Wirkstoff Aliskiren (z.B. Rasilez®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Initial Aliskiren 150 mg p.o. 1-0-0, Erhöhung auf Tagesmaximaldosis 300 mg p.o. 1-0-0 möglich
Indikationen
Kontraindikationen

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Wirkstoffe (Auswahl) günstig ungünstig
ACE-Hemmer Enalapril, Lisinopril, Ramipril, Captopril
Sartane

Valsartan, Candesartan, Losartan

Direkte Renin-Inhibitoren Aliskiren
  • Zulassung bislang nur zur Therapie des arteriellen Hypertonus
Wirkmechanismus und Wirkung
ACE-Hemmer
AT1-Rezeptorblocker (Sartane)
Direkte Renin-Inhibitoren

Reguläre, vereinfachte Funktion des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Bei einem Blutdruckabfall kommt es zu einer verminderten Perfusion der Niere. Sollte der Druck in der Nierenarterie um mehr als 10–15 mmHg abfallen, kommt es zur reflektorischen Freisetzung des proteolytisch aktiven Renins aus dem juxtaglomerulären Apparat der Niere. Das Renin katalysiert die Umwandlung von Angiotensinogen zu Angiotensin I, welches wiederum vom Angiotensin-Converting-Enzym zu dem Hormon Angiotensin II umgewandelt wird. Angiotensin II führt zu einer Vasokonstriktion und stimuliert weiterhin die Freisetzung von Aldosteron, welches zu einer vermehrten Retention von Wasser und Natrium-Ionen führt; beide Mechanismen führen zu einem Anstieg des Blutdrucks. Die in diesem Kapitel erwähnten Medikamente wirken grundsätzlich der hypertensiven Wirkung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems entgegen.

Allgemeine Nebenwirkungen von ACE-Hemmern und Sartanen

Spezielle Nebenwirkungen von ACE-Hemmern

Spezielle Nebenwirkungen von Sartanen

Spezielle Nebenwirkungen von direkten Renin-Inhibitoren

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Aliskiren ist nur bei arteriellem Hypertonus zugelassen!

Kontraindikationen von ACE-Hemmern und Sartanen

Kontraindikationen von direkten Renin-Inhibitoren

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Um schwere Hypotonien zu vermeiden, sollte mit niedriger Dosierung (am besten unter kontrollierten Bedingungen in der Praxis) begonnen werden!

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ACE-Hemmer und Sartane

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  1. Davin et al.: ACE inhibitors in aortic stenosis: no fear just hope In: European Heart Journal – Cardiovascular Imaging. Band: 16, Nummer: 8, 2015, doi: 10.1093/ehjci/jev082 . | Open in Read by QxMD p. 828-830.
  2. Baumgartner et al.: 2017 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease In: European Heart Journal. 2017, doi: 10.1093/eurheartj/ehx391 . | Open in Read by QxMD .
  3. ESC (The Task Force for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure of the European Society of Cardiology): 2016 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure: The Task Force for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure of the European Society of Cardiology (ESC) In: European Heart Journal. Band: 37, Nummer: 27, 2016, doi: 10.1093/eurheartj/ehw128 . | Open in Read by QxMD p. 2129-2200.
  4. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  5. Harel et al.: The effect of combination treatment with aliskiren and blockers of the renin-angiotensin system on hyperkalaemia and acute kidney injury: systematic review and meta-analysis In: BMJ. Band: 344, Nummer: jan09 1, 2012, doi: 10.1136/bmj.e42 . | Open in Read by QxMD p. e42-e42.
  6. Wehling: Klinische Pharmakologie. 2. Auflage Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-60282-4 .