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Parkinson-Medikamente

Letzte Aktualisierung: 31.3.2021

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Zur medikamentösen Therapie des Morbus Parkinson werden in erster Linie L-Dopa, Non-Ergot-Dopaminagonisten (bspw. Pramipexol) und MAO-B-Hemmer (bspw. Rasagilin) eingesetzt. Entgegen früherer Empfehlungen gibt es, unabhängig vom Patientenalter, kein universales Medikament der 1. Wahl mehr - die Therapieentscheidung soll vielmehr individualisiert erfolgen. Nichtsdestotrotz bietet L-Dopa den meisten Patienten das beste Wirkungs-/Nebenwirkungsverhältnis und im Verlauf der Erkrankung ist eine Therapie mit L-Dopa ab einem gewissen Zeitpunkt praktisch unabdingbar. Die Therapie kann in frühen Stadien eine Reihe der Symptome abmildern, wodurch sich die Patienten deutlich besser fühlen (sog. Honeymoon-Phase). Mittel der 2. Wahl bzw. Pharmaka, die nur im Rahmen einer Kombinationstherapie oder in speziellen klinischen Situationen eingesetzt werden, sind bspw. NMDA-Antagonisten oder COMT-Hemmer. Die Pharmakotherapie des Morbus Parkinson ist in jedem Fall rein symptomatisch.

Grundsätzlich sind L-Dopa, Non-Ergot-Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer gleichberechtigte Mittel der 1. Wahl, die Auswahl des Mittels soll anhand der individuellen klinischen und anamnestischen Umstände erfolgen. Die frühere Empfehlung, jüngere Parkinson-Patienten primär mit Non-Ergot-Dopaminagonisten zu therapieren und L-Dopa erst im Verlauf einzusetzen, ist mittlerweile verlassen worden. [1][2]

Substanzklasse Wirkstoffe Indikation
Dopaminvorstufen
MAO-B-Hemmer
  • Mittel der 1. Wahl
  • Spätstadium: In Kombination mit L-Dopa zur Verbesserung der Wirkfluktuationen
Dopaminagonisten Non-Ergot
  • Mittel der 1. Wahl
Ergot
  • Einsatz nur noch in Ausnahmesituationen
COMT-Hemmer
NMDA-Antagonisten
Anticholinergika
  • Ergänzend bei therapierefraktärem Tremor

Wirkstoffe

L-Dopa-Präparate stehen als Kombinationspräparate mit einem peripheren Decarboxylasehemmer zur Verfügung . Die folgenden Dosierungsvorschläge dienen der Orientierung; die differenzierte Einstellung in einem spezialisierten Zentrum ist dennoch insb. bei schwierigen Fällen sinnvoll.

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

Zu beachten

L-Dopa wird optimalerweise zwischen Mahlzeiten eingenommen (z.B. 30 min vor einer Mahlzeit). Eine hohe Eiweißbindung führt zu verminderter Wirkung!

Indikationen

Kontraindikationen

Wirkstoffe

Wirkung

  • Agonistische Wirkung an postsynaptischen Dopaminrezeptoren → Direkte dopaminerge Wirkung, unabhängig vom Funktionszustand der präsynaptischen striatalen Neurone
  • Wirkung auf Akinese > Rigor > Tremor

Wichtige Nebenwirkungen


Bei IPS-Patienten mit kognitiver Leistungseinschränkung, Demenz und/oder psychotischem Erleben sollten Dopaminagonisten nicht eingesetzt werden.

Zu beachten

Indikationen

Kontraindikationen

Wirkstoffe

  • Entacapon
  • Tolcapon

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

Indikationen

Kontraindikationen

Wirkstoffe

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

Als Nebenwirkung sind QT-Zeit-Verlängerungen möglich! Daher ist die Gabe bei schweren kardialen Vorerkrankungen kontraindiziert!

Zu beachten

  • Wirkungsverlust nach einigen Monaten Behandlungsdauer

Indikationen

Kontraindikationen

Wirkstoffe

  • Selegilin
  • Rasagilin

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

Zu beachten

Indikationen

Kontraindikationen

Wirkstoffe

  • Biperiden

Wirkung

  • Hemmung exzitatorischer cholinerger Neurone → Acetylcholinspiegel↓

Wichtige Nebenwirkungen

Zu beachten

  • Ungünstige Nebenwirkungen insb. bei alten oder kognitiv eingeschränkten Patienten → Gefahr der Verschlechterung einer Demenz, Entwicklung eines anticholinergen Delirs

Indikationen

Kontraindikationen

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Dopaminagonisten

L-Dopa

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  1. S3-Leitlinie Idiopathisches Parkinson-Syndrom. Stand: 1. Januar 2016. Abgerufen am: 13. März 2018.
  2. Verschuur et al.: Randomized Delayed-Start Trial of Levodopa in Parkinson’s Disease In: New England Journal of Medicine. Band: 380, Nummer: 4, 2019, doi: 10.1056/nejmoa1809983 . | Open in Read by QxMD p. 315-324.
  3. Mor et al.: The usual suspects, dopamine and alpha‐synuclein, conspire to cause neurodegeneration In: Movement Disorders. Band: 34, Nummer: 2, 2019, doi: 10.1002/mds.27607 . | Open in Read by QxMD p. 167-179.
  4. Panisset et al.: Serotonin Toxicity Association with Concomitant Antidepressants and Rasagiline Treatment: Retrospective Study (STACCATO) In: Pharmacotherapy. Band: 34, Nummer: 12, 2014, doi: 10.1002/phar.1500 . | Open in Read by QxMD .
  5. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2019 .
  6. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2010 .
  7. Poeck, Hacke: Neurologie. 12. Auflage Springer 2006, ISBN: 978-3-540-29997-4 .
  8. Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5 .
  9. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  10. Schwab et al. (Hrsg.): Neurointensiv. 3. Auflage Springer 2015, ISBN: 978-3-662-46499-1 .