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Parasympatholytika

Letzte Aktualisierung: 28.10.2020

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Parasympatholytika (Anticholinergika) heben über eine kompetitive Hemmung die Wirkung von Parasympathomimetika am M-Cholinorezeptor auf. Acetylcholin wird postganglionär verdrängt, wobei alle Parasympatholytika ähnliche Eigenschaften wie Atropin, dem Leitpharmakon der Medikamentengruppe, aufweisen. Unterschieden wird in lipophile (tertiäre, z.B. Atropin) und weniger lipophile Substanzen (z.B. Butylscopolamin), die schwerer resorbierbar und nicht ZNS-gängig sind. Die störendste Nebenwirkung der Parasympatholytika ist die Mundtrockenheit, während andere Nebenwirkungen wie Erhöhung der Herzfrequenz oder eine periphere Vasokonstriktion, außer im Falle einer Intoxikation, häufig nicht bemerkt werden.

Butylscopolamin

Wirkstoff Butylscopolamin (z.B. Buscopan®)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
Standarddosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Insb. bei intravenöser Anwendung: Anticholinerge Komplikationen

Kontraindikationen

DANI
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität
    • Fachinformation: Nicht empfohlene Substanz während der Schwangerschaft aufgrund mangelnder Studien
    • Embryotox: Spasmolytikum der Wahl unter strenger Indikationsstellung [1]
    • Als Off-Label Use zur Analgesie in der Geburtshilfe eingesetzt
    • Systemische Effekte auf fetale Herzfrequenz möglich
  • Stillzeit: Einsatz nach Nutzen-Risiko-Abwägung (Fachinformation), Einsatz in Stillzeit möglich (Embryotox)

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Übersicht der Parasympatholytika
Substanz Chemische Eigenschaften Wichtige Fakten
Atropin
Scopolamin
  • Wirkprofil ähnlich wie Atropin
  • Besondere Wirkung
    • Ausgeprägte zentrale Dämpfung (teilweise mit Amnesien)
    • Antiemetisch
  • Indikation: Kinetosen
Tropicamid
  • Wirkprofil ähnlich wie Atropin, aber deutlich kürzere Wirkdauer
  • Indikation
    • Auge: Kurze Wirkdauer → Vor allem zur diagnostischen Mydriasis (Augenhintergrundspiegelung)
Biperiden
Oxybutynin, Darifenacin, Tolterodin

Butylscopolamin

Ipratropiumbromid
  • Ausgeprägte Wirkung auf das Bronchialsystem und den Kreislauf
  • Indikation (inhalativ)
Tiotropiumbromid
  • Wirkprofil ähnlich wie Ipratropiumbromid, aber deutlich längere Wirkdauer
  • Indikation (Inhalativ)
    • COPD (ab Stufe II) zur Dauertherapie
    • Asthma bronchiale (ggf. zusätzlich in Stufe 4-5 bei Patienten ≥12 Jahren)

Parasympatholytika (Anticholinergika) heben über eine kompetitive Hemmung die Wirkung von Parasympathomimetika am M-Cholinorezeptor (Acetylcholinrezeptor) auf!

Wirkung von Parasympatholytika

Auge
Bronchialsystem
Herz
  • Zunahme der Herzfrequenz
  • Verkürzung der AV-Überleitung
  • Der Blutdruck wird nur in höheren Dosierungen beeinflusst
Gefäße
  • Aufhebung der parasympathomimetischen Wirkung
Magen-Darm-Trakt
  • Abnahme der Peristaltik
  • Speichel- und Magensaftsekretion↓
Schweißdrüsen
  • Verminderte Sekretion
Harnblase
  • Tonusabnahme

Anticholinerge Nebenwirkungen
Nebenwirkungen Kontraindikationen
Unterdrückung von Drüsenfunktionen
Herz-Kreislauf
Tonusverminderung der glatten Muskulatur
  • Darmatonie/Verdauungsstörungen
  • Miktionsstörung/Harnverhalt
Auge
ZNS

Im Extremfall kann bei einer Überdosierung ein anticholinerges Syndrom ausgelöst werden!

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Kontraindikationen leiten sich im Wesentlichen von den typischen anticholinergen Nebenwirkungen ab (siehe Anticholinerge Nebenwirkungen).

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Atropin

Anticholinerges Syndrom

Ipra- & Tiotropiumbromid

Inhaltliches Feedback ggf. bitte an kontakt@meditricks.de.

  1. Butylscopolamin. . Abgerufen am: 2. Dezember 2019.
  2. Grehn: Augenheilkunde. 29. Auflage Springer 2005, ISBN: 3-540-25699-7 .
  3. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  4. Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5 .