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Päd. Ambulanz: Infektiöse Konjunktivitis und Rhinoconjunctivitis allergica

Letzte Aktualisierung: 17.11.2021

Leitsymptom Konunktivalrötungtoggle arrow icon

Kommt ein Kind oder ein Jugendlicher mit geröteten Konjunktiven und Schmerzen und/oder Juckreiz der Augen in die Ambulanz stellen sich mehrere Fragen: Infektiös oder allergisch? Oder nur gereizt?

Bindehautentzündungen kommen gerade im Kleinkindalter häufig vor und sind oft hochansteckend. Konjunktivale Reizungen können zunächst rein symptomatisch behandelt werden. Auch eine bakterielle Konjunktivitis ist selbstlimitierend, sodass antibiotische Augentropfen nicht zwingend notwendig sind. Sie verkürzen allerdings die Symptomatik und damit die Beeinträchtigung der Kinder deutlich. Sollte trotzdem keine Besserung eintreten, ist spätestens nach einer Woche eine erneute ärztliche Vorstellung erforderlich.

Allgemeine Maßnahmen

  • Auf gute Händehygiene achten
  • Hand-Augen-Kontakt vermeiden
  • Separate Hygieneartikel und Handtücher verwenden

Beruhigende Augentropfen

Bei leicht geröteten, brennenden oder juckenden Konjunktiven mit oder ohne Augentränen, ohne Eiter und ohne Anhalt für eine allergische Genese kann zunächst ein Therapieversuch mit NaCl 0,9 % bzw. Tränenersatzmitteln unternommen werden.

Antibiotische Augentropfen oder Augensalbe

Bei massiv geröteten, gefäßinjizierten Konjunktiven und/oder Eitersekretion oder verklebten Wimpern kann eine topische antibiotische Therapie erfolgen.

Vorgehen in Gemeinschaftseinrichtungen

Im Kindergartenalter kommt es aufgrund der hohen Kontagiosität und der altersbedingten mangelnden Händehygiene häufig zu Epidemien.

  • Bei der Diagnose einer Konjunktivitis eines Kindes in einer Gemeinschaftseinrichtung
    • Ist das Kind (wenn möglich) sofort freizustellen
    • Ist eine Wiederzulassung nach Vorlegen eines ärztlichen Attests (mit oder ohne Therapie) erst nach Abklingen der Symptome möglich (i.d.R. nach 5–7 Tagen)
  • Ausbrüche sind dem Gesundheitsamt vom Leiter der Einrichtung umgehend zu melden (gemäß § 34 Abs. 6 IfSG)

Für weitere Dosierungsanweisungen siehe: Augen- und Nasentropfen

Weitere spezifische Therapieoptionen siehe auch: Konjunktivitis

Die Rhinoconjunctivitis allergica ist ein häufiges Beschwerdebild, das oft fehlgedeutet oder übersehen wird. Viele Patienten wissen schon um ihre Allergie, anderen ist die Situation nicht so bewusst. Dann ist es oft hilfreich, die typischen Symptome sowie die Familienanamnese abzufragen. Bei V.a. eine Allergie kann nach Abklingen der Akutsymptomatik und in ausreichendem Abstand zur Medikamenteneinnahme eine Allergietestung erfolgen.

Symptome der Rhinoconjunctivitis allergica

Therapie

Nasenspray

Levocabastin (z.B. Livocab®)

Mometason-17-(2-furoat) (z.B. Nasonex®)

  • Zugelassen ab 3 J.
  • Kinder 3–12 J.
  • Kinder >12 J. und Erwachsene

Azelastinhydrochlorid und Fluticasonpropionat (z.B. Dymista®)

Augentropfen

Levocabastin (z.B. Livocab®)

  • Zugelassen ab 1 J.
  • Jedes Alter

Für weitere Dosierungsanweisungen siehe: Augen- und Nasentropfen und Anaphylaxie-Notfallset

Für weitere Informationen und Handlungsanweisungen siehe: Allergische Konjunktivitis