• Klinik

Nahrungsmittelallergie

Abstract

Als Nahrungsmittelallergie werden immunologisch vermittelte (Typ I/III‑) Reaktionen gegen Allergene bezeichnet, die über Nahrungsmittel in das Immunsystem gelangen. Häufige Auslöser sind unter anderem Kuhmilch, Fisch, Nüsse oder Hühnerei – zusätzlich können auch noch Kreuzallergien zu Pollen bestehen. Klinisch zeigen sich Symptome der Atemwege (z.B. Asthma), der Haut (z.B. Urtikaria) und des Kreislaufs (z.B. Hypotonie, Tachykardie) bis hin zur Anaphylaxie. Insbesondere bei Nahrungsaufnahme ist darüber hinaus das Auftreten einer gastrointestinalen Symptomatik typisch: Bspw. orales Brennen und Juckreiz, Diarrhö und Bauchkrämpfe.

Diagnostisch sind vor allem Anamnese und Untersuchung typisch - die weiterhin möglichen Hauttests werden von den Kindern unterschiedlich toleriert, weshalb zusätzlich laborchemische Diagnostik eine wichtige Rolle spielt (z.B. IgE-Bestimmung). Die Therapie basiert zunächst auf der Allergenkarenz, woran sich bei unzureichendem Erfolg der Einsatz von Mastzellstabilisatoren (z.B. Cromoglicinsäure) oder topischen Glucocorticoiden anschließen lässt.

Epidemiologie

  • Bis zu 5% aller Kinder betroffen
  • Geschlecht: > (2:1)
  • Gipfel im Kleinkindesalter
  • Kuhmilchallergie vor allem im Säuglingsalter

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

  • Allergie
  • Allergische Reaktion gegen Nahrungsbestandteile bei genetisch disponierten Patienten
  • Häufige Allergene: Kuhmilch, Fisch, Schalentiere, Hühnerei, Nüsse, Hülsenfrüchte (insb. Erdnüsse), Soja, Mehlsorten
    • Häufig bestehen Kreuzallergien zwischen Nahrungsmitteln und Pollen

Jedes Nahrungsmittel kann eine Allergie auslösen!

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

Diagnostik

Differentialdiagnosen

Blutbeimengungen im Stuhl sprechen gegen Dreimonats-Koliken und müssen in jedem Fall abgeklärt werden! (Mögliche Ursachen sind bspw. Darminvaginationen und infektiöse Darmerkrankungen)

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

  1. Allergenkarenz (Ersatz durch geeignete Alternative, z.B. Aminosäuregemisch)
  2. Hypo- bzw Desensibilisierung
  3. Medikamentöse Stufentherapie

Prognose

  • Verschwinden der Allergie nach jahrelanger Allergenkarenz möglich

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • K52.-: Sonstige nichtinfektiöse Gastroenteritis und Kolitis
  • L23.-: Allergische Kontaktdermatitis
    • L23.6: Allergische Kontaktdermatitis durch Nahrungsmittel bei Hautkontakt
    • Exklusive: Dermatitis durch aufgenommene Nahrungsmittel (L27.2)
  • L27.-: Dermatitis durch oral, enteral oder parenteral aufgenommene Substanzen
    • L27.2: Dermatitis durch aufgenommene Nahrungsmittel
    • Exklusive: Dermatitis durch Nahrungsmittel bei Hautkontakt (L23.6, L24.6, L25.4)
  • T78.-: Unerwünschte Nebenwirkungen, anderenorts nicht klassifiziert

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.