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Mundhöhle

Letzte Aktualisierung: 27.4.2021

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Die Mundhöhle ist der Anfangsbereich von Luft- und Speiseweg. Sie beherbergt den Kauapparat (Zähne, Zunge) und bereitet die Nahrung auf die Weiterleitung in den Magen vor. Neben dem Kauapparat spielen auch die Speicheldrüsen, die in die Mundhöhle münden, eine wichtige Rolle für die erste Verarbeitung der Nahrung, da der von ihnen produzierte Speichel bereits mit der Verdauung von Nahrungsbestandteilen beginnt und die Speisen gleitfähig macht. Die Mundhöhle geht an der Schlundenge in den Pharynx über, welcher sich bis zum Oesophagus und zur Trachea erstreckt.

Aufbau

Die Mundhöhle gliedert sich in den Mundvorhof (Vestibulum oris) und die eigentliche Mundhöhle (Cavitas oris propria). Als Mundvorhof bezeichnet man den Bereich zwischen Wangen, Lippen und Zähnen. In ihn münden die großen Speicheldrüsen (Glandula parotidea, Glandulae buccales und Glandulae labiales). Die eigentliche Mundhöhle reicht von den Zähnen bis zur Schlundenge. Ihr Dach wird von dem harten und weichen Gaumen, ihr Boden von der Zunge und dem Mundboden gebildet.

Lippen (Labia oris)

Die Lippen werden in eine Unterlippe (Labium inferius) und eine Oberlippe (Labium superius) unterteilt. Die Unterlippe ist glatt, wohingegen die Oberlippe eine Einsenkung (Philtrum) aufweist. Den Übergang zwischen Lippenschleimhaut und Gesichtshaut bezeichnet man als Lippenrot .

Wangen (Buccae)

Gaumen (Palatum)

Muskulatur des weichen Gaumens
Ursprung Ansatz Innervation Funktion
M. tensor veli palatini
M. levator veli palatini
  • Aponeurosis palatina
  • Verbindet sich außerdem mit dem Muskel der Gegenseite zu einem durchgängigen Bogen
M. palatoglossus
M. palatopharyngeus
M. uvulae
  • Spitze der Uvula

Mundboden

Als Mundboden (Diaphragma oris) bezeichnet man den M. mylohyoideus und alle ihm angelagerten Muskeln. Es handelt sich somit um das Areal zwischen den Unterkieferknochen und dem Zungenbein.

Gaumenbögen

Die Gaumenbögen bilden den Übergang von der Mundhöhle in den Pharynx.

Schlundenge (Isthmus faucium)

Topographie

Der Mundvorhof wird vorn von den Lippen abgeschlossen. Hinter den Zähnen beginnt dann die eigentliche Mundhöhle, die auch bei geschlossenen Zahnreihen mit dem Mundvorhof in Verbindung steht. An die Mundhöhle schließt sich die Schlundenge als Übergang in den Pharynx an.

Gefäßversorgung und Lymphabfluss

Leitungsbahnen der Mundhöhle
Lippen Wangen Mundboden Gaumen
Gefäßversorgung
Arteriell
  • Aa. labialis superior und inferior aus der A. facialis
  • Zusätzliche Äste aus der A. infraorbitalis und A. mentalis
Venös
Lymphabfluss
Lymphstationen

Innervation

Die Schleimhaut der Mundhöhle besteht aus mehrschichtigem Plattenepithel, welches abhängig von der Region und Funktion verhornt oder unverhornt ist. Das Plattenepithel enthält außerdem auch nicht-epitheliale Zellen (Melanozyten, dendritische Zellen und Merkel-Zellen). Zudem besitzt die Schleimhaut eine Lamina propria mit Bindegewebe und Abwehrzellen und eine Tela submucosa mit Speicheldrüsen.

Lippen Wangen Mundboden Weicher Gaumen Harter Gaumen
Grundgerüst
  • Sehnig-muskuläre Platte (Muskeln des Gaumensegels und der Gaumenbögen)
  • Knöcherne Gaumenplatte
Schleimhaut
Drüsen
  • Glandulae sublinguales und submandibulares

In der Mundhöhle findet die erste Verarbeitung der Nahrung statt. Die Zähne zerkauen sie, die Zunge reibt die Speisen klein und die Enzyme aus den Mundspeicheldrüsen dauen die Nahrung an. Zudem spielen Lippen, Zunge, Zähne und Gaumen eine wichtige Rolle bei der Sprachbildung. Darüber hinaus hat der Gaumen eine Ventilfunktion zwischen dem Luft- und Speiseweg.

Siehe: Übersicht des Verdauungssystems

Wie werden die Lippen motorisch und sensibel innerviert?

Beschreibe die insb. für die Zahnmedizin relevante sensible Innervation des Gaumens und der Gingiva!

Wie ist die Lippenschleimhaut mikroskopisch aufgebaut?

Eine Sammlung von allgemeineren und offeneren Fragen zu den verschiedenen prüfungsrelevanten Themen findest du im Kapitel Beispielfragen aus dem mündlichen Physikum.

  1. Lüllmann-Rauch: Histologie. 2. Auflage Thieme 2006, ISBN: 3-131-29242-3 .
  2. Aumüller et al.: Duale Reihe Anatomie. 1. Auflage Thieme 2006, ISBN: 978-3-131-36041-0 .
  3. Behrends et al.: Duale Reihe Physiologie. 1. Auflage Thieme 2009, ISBN: 978-3-131-38411-9 .
  4. Bommas-Ebert et al.: Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie. 2. Auflage Thieme 2006, ISBN: 978-3-131-35532-4 .