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Meniskusruptur (Meniskusriss…)

Abstract

Ein Riss des Meniskus tritt entweder degenerativ auf oder akut traumatisch - dann meist bei sportlicher Betätigung durch eine Verdrehung des Knies unter axialer Belastung. Der unbewegliche mediale Meniskus reißt häufiger als der laterale. Die Patienten klagen über belastungsabhängige Schmerzen und teilweise Bewegungseinschränkung. Neben einer Vielzahl mehr oder weniger spezifischer klinischer Zeichen führt vor allem ein MRT zur Diagnose. Arthroskopisch wird bei traumatischen Meniskusrissen der medialen Zone der geschädigte Bereich sparsam entfernt, wohingegen Rupturen der gut durchbluteten Basis (z.B. basisnaher Korbhenkelriss) genäht werden können, aber dafür einen schonenderen postoperativen Belastungsaufbau verlangen. Die häufigen degenerativen Meniskusschäden werden in der Regel rein symptomatisch behandelt.

Ätiologie

  • Degenerativ
    • Altersbedingt
    • Bei regelmäßiger Arbeit in der Hocke (z.B. Fliesenleger)
  • Traumatisch
    • Eher bei jungen, sportlich aktiven Menschen
    • Rotation unter axialer Belastung führt zum Meniskusschaden

Klassifikation

  • Nach Lokalisation
    • Inneres Drittel: "Weiß" und gefäßloses Drittel
    • Mittleres Drittel: "Rot-weißes" gefäßarmes Drittel
    • Peripheres Drittel: "Rotes" gefäßreiches Drittel
  • Nach Rissform
    • Längsriss (Vertikalriss)
    • Radiärriss (Querriss)
    • Lappenriss (Zungenriss)
    • Horizontalriss

Symptome/Klinik

  • Belastungsschmerz
  • Bewegungseinschränkung, insbesondere Streckverlust
    • Evtl. Gelenkblockade durch z.B. umgeschlagenen Meniskus

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

  • Gelenkerguss (→ "tanzende Patella")
    • Blutig bei Riss der roten, basisnahen Zone (Hämarthros)
    • Serös bei Riss der weißen, medialen Zone
  • Aktive und passive federnde Streckhemmung (v.a. bei Korbhenkelriss)
  • Schmerzen im medialen bzw. lateralen Gelenkspalt
  • Medialer Meniskus ist häufiger betroffen als lateraler

Meniskus-Zeichen Vorbereitung und Durchführung Ergebnis
Steinmann-I-Zeichen
Steinmann-II-Zeichen
  • Liegender Patient
  • Das Bein wird unter Palpation des medialen und lateralen Gelenkspalts im Knie gebeugt und gestreckt
  • Schmerzwanderung von vorne nach hinten bei Beugung des Kniegelenks → Hinweis auf Meniskusschädigung
  • Seitenbetonung des Schmerzes → Hinweis auf Verletzung des betroffenen Meniskus
Böhler-Zeichen
  • Liegender Patient
  • Der Untersucher hebt das im Kniegelenk leicht gebeugte Bein des Patienten mit einer Hand an
  • Die andere Hand übt am Unterschenkel eine Adduktions- und anschließende Abduktionsbewegung aus
  • Schmerzen bei Adduktion (Varusstress) → Hinweis auf mediale Meniskusläsion
  • Schmerzen bei Abduktion (Valgusstress) → Hinweis auf laterale Meniskusläsion
Payr-Zeichen
  • Im Schneidersitz sitzender Patient
  • Untersucher drückt mit beiden Händen synchron von oben auf die gebeugten Kniegelenke
Apley-Grinding-Zeichen
  • Entspricht Steinmann-I-Test in Bauchlage
  • Bauchlage mit 90° Beugung des Kniegelenks
  • Die eine Hand oder das Knie des Untersuchers (so ist es im Video) fixiert den Oberschenkel
  • Mit der anderen Hand führt er eine Rotationsbewegung (sowohl unter Zug als auch unter Druck) im Kniegelenk aus, indem der Fuß umfasst und nach außen und innen rotiert wird

Weiterführende Diagnostik

  • Apparative Diagnostik der Wahl: MRT
  • Interventionell: Arthroskopie (erlaubt gleichzeitig einen therapeutischen Eingriff)

Therapie

  • Symptomatisch
  • Operativ
    • Indikation: Akuter, traumatischer Riss mit Schmerzen
    • Verfahren
      • Arthroskopie
        • Sparsame Meniskusteilentfernung
        • Refixation: Frische Risse in der peripheren, gefäßreichen, roten Zone (basisnahe Korbhenkelrisse) können genäht werden
      • Meniskustransplantation: Möglich, aber selten in Deutschland durchgeführt
    • Postoperativer schonender Belastungsaufbau (nach Meniskusnaht langsamer und dosierter als nach Resektion)

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.