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Malassimilation

Letzte Aktualisierung: 3.2.2021

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Eine Malassimilation besteht bei unzureichender Verdauung der aufgenommenen Nahrung und kann unterschiedliche Ursachen haben: Bei einer Maldigestion (z.B. bei Pankreasinsuffizienz oder Cholestase) liegt eine intraluminale Störung vor (mangelhafte Sekretion von Pankreasenzymen oder Galle), wodurch die Nahrung im Darmlumen nicht aufgespalten werden kann. Bei einer Malabsorption (z.B. bei Zöliakie, Laktoseintoleranz) hingegen liegt die Störung im Bereich der Darmwand, über die die Spaltprodukte unzureichend aufgenommen werden können. Klinisch macht sich die unzureichende Alimentation im Kindesalter durch Entwicklungsstörungen bemerkbar, wohingegen Erwachsene vor allem chronische Diarrhö, Gewichtsverlust und Zeichen der Mangelernährung (z.B. Anämie durch Eisenmangel) aufweisen. Die Diagnostik umfasst u.a. verschiedene Testverfahren zur Prüfung der Verdauung definierter Nahrungsbestandteile. Therapeutisch sollte vor allem die Grunderkrankung behandelt werden – zum Beispiel Einhaltung einer glutenfreien Diät bei Zöliakie.

Malassimilation

Leitsymptome

  • Chronische oder rezidivierende Diarrhö (oft voluminös, besonders bei Fettstuhl)
  • Gewichtsabnahme

Mangelsymptome bei Malassimilation

Nahrungsbestandteil Mangelerscheinung
Eiweiße
Vitamin A
Vitamin D
Vitamin E
  • Hämolyseneigung
Vitamin K
  • Erhöhte Blutungsneigung
Vitamin B12
Folsäure
Calcium
Kalium
Magnesium
  • Erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit: Hyperreflexie, Parästhesien, Tetanie, Arrhythmien (Extrasystolen)
Eisen
Iod
Zink

Bei einer reinen Maldigestion ist die Kohlenhydrataufnahme kaum eingeschränkt, da ihre Aufspaltung durch extrapankreatische Amylase aus dem Speichel übernommen wird!

Exsudative Enteropathie (enterales Eiweißverlust-Syndrom)

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Symptomatische Therapie
    • Parenterale Flüssigkeits-, Nährstoff- und Vitaminsubstitution
    • Verbesserung der Ernährungslage
  • Kausale Therapie je nach Grunderkrankung

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Morbus Crohn

Morbus Whipple

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Flasnoecker (Hrsg.): TIM, Thieme's Innere Medizin. 1. Auflage Thieme 1999, ISBN: 978-3-131-12361-9 .