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Lipide, Fettstoffwechsel und Dyslipidämien

Abstract

Nachdem die mit der Nahrung aufgenommenen Fette (Lipide) durch Enzyme gespalten wurden, werden sie im Dünndarm resorbiert und mit Hilfe der Lymphe in den Blutkreislauf transportiert. Der Transport wird dadurch ermöglicht, dass die Lipide an spezifische, hydrophile Lipoproteine gebunden werden. Die jeweiligen Lipoproteine steuern den Fettstoffwechsel und unterscheiden sich typischerweise in ihrer Funktion und dem Anteil der gebundenen Fette. Erhöhungen von LDL, Lp (a) und Triglyzeriden sind mit Steigerungen des Atherosklerose-Risikos verbunden, eine Erhöhung von HDL hingegen zeigt einen protektiven Effekt auf die Gefäße. Bei Erhöhungen kommt therapeutisch - neben dem Einsatz von Lipidsenkern (z.B. Statine) - einer Lebensstiländerung eine wichtige Rolle zu.

Lipoproteine

Fette (Lipide) sind nicht wasserlöslich und müssen im Blut deshalb gebunden an sogenannten Lipoproteinen transportiert werden. Der Fettstoffwechsel wird dabei durch den jeweiligen Proteinanteil gesteuert.

Lipoproteine in absteigender Dichte Zusammensetzung der transportierten Lipide Funktion
Chylomikronen

Triglyzeride>Cholesterin

VLDL (Very Low Density Lipoprotein)

Triglyzeride>Cholesterin

LDL (Low Density Lipoprotein)

Cholesterin>Triglyzeride

HDL (High Density Lipoprotein)

Cholesterin>Triglyzeride

Lipoprotein (a)

Cholesterin>Triglyzeride

  • Genaue Funktion bisher nicht abschließend geklärt
Tabelle modifiziert nach Lüllmann und Herold

Wichtige Parameter des Fettstoffwechsels

In der Blutuntersuchung werden meistens Triglyzeride sowie HDL- und LDL-Cholesterin bestimmt. Bei auffälligen Werten sollte eine Wiederholung nach frühestens 2 Wochen erfolgen.

Laborparameter Erhöhung durch Erniedrigung durch Besonderheiten und Konsequenzen
Cholesterin HDL (High Density Lipoprotein)*
  • Sportliche Betätigung
  • Mäßigen Alkoholkonsum

Sekundär, z.B. durch:

  • Hypertriglyzeridämie
  • Adipositas
  • Zigarettenkonsum
LDL (Low Density Lipoprotein)*
  • Gesunde Lebensführung, z.B.:
    • Kalorienrestriktion
    • Körperliche Bewegung
  • Medikamentöse Behandlung
Triglyzeride
  • Lebensstilbedingt, z.B.
    • Gesteigerter Alkoholkonsum
    • Kalorienreiche Ernährung
  • Sekundär, z.B bei:
  • Familiär
* LDL/HDL-Quotient: Die Berechnung des Quotienten aus LDL und HDL kann neben der Einzelbestimmung der Werte als Kontroll- und Verlaufsparameter des Cholesterinstoffwechsels dienen.

Einteilung der Dyslipidämien nach Frederickson

Die Einteilung der Dyslipidämien nach Frederickson erfolgt an Hand des vorliegenden Lipidmusters im Blut, ihr Stellenwert nimmt in der Klinik stetig ab. Die beschriebenen Phänotypen können meist weder einheitlichen Ursachen noch bestimmten Genotypen sicher zugeordnet werden. Daneben weder HDL und Lp (a) in dieser Einteilung nicht ausreichend berücksichtigt.

Dyslipidämien nach Fredrickson
Phänotyp nach Fredrickson Bezeichnung Häufigkeit bezogen auf alle Dyslipidämien Cholesterin (mg/dl) Triglyzeride (mg/dl) Vorwiegend erhöhte Lipoproteine
I exogene Hyperlipidämie selten normal >1000 Chylomikronen
IIa familiäre Hypercholesterinämie ca. 10% >300 <150 LDL
IIb kombinierte Hyperlipidämie 1-15% >300 150-300 LDL, VLDL
III "Remnant"-Hyperlipidämie ca. 5% 350-500 350-500 LDL, IDL
IV endogene Hyperlipidämie ca. 70% normal 200-1000 VLDL
V gemischte Hyperlipidämie ca. 5% <300 >1000 VLDL, Chylomikronen
Quelle: Angelehnt an Laborlexikon.de

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