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Klimakterium

Letzte Aktualisierung: 18.6.2021

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Das Klimakterium bezeichnet die Übergangsphase von der reproduktiven Zeit bis zum Erlöschen der ovariellen Funktion bei der Frau. Menopause bezeichnet dabei den Zeitpunkt der letzten Menstruation. Die hormonelle Umstellung ist geprägt von einem Absinken der Progesteron- und Östrogenspiegel. Klinisch kann diese Umstellung inapparent verlaufen, bei einigen Frauen kommt es aber zu den "typischen Wechseljahresbeschwerden" mit Schweißausbrüchen, Schlaflosigkeit und depressiver Verstimmung. Während der Wechseljahre erhöht sich auch das Risiko an einer Vaginitis senilis zu erkranken. Dabei handelt es sich um eine akute Entzündung der Vagina als Folge einer Östrogenmangel-induzierten Schleimhautatrophie. Bei der Behandlung der Beschwerden können Hormone (Gestagene, Östrogene) substituiert werden, allerdings ist mit einer Erhöhung des Risikos für Mammakarzinome zu rechnen.

Das Klimakterium wird in folgende Phasen eingeteilt:

  • Prämenopause: Zeitraum zwischen dem Auftreten der ersten klimakterischen, unregelmäßigen Menstruationszyklen und der letzten Menstruation
    • Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr
  • Menopause: Zeitpunkt der letzten ovariell gesteuerten Menstruation
    • Durchschnittlich wird das 52. Lebensjahr angegeben
  • Postmenopause: Zwölf Monate nach der letzten Menstruation beginnt die Postmenopause
    • Bis zum 65. Lebensjahr. Danach kann der Begriff "Senium" verwendet werden.
  • Perimenopause: Zeitraum von etwa ein bis zwei Jahren um die Menopause
  • Klimakterium praecox: Einsetzen des Klimakteriums vor dem 40. Lebensjahr

Die abnehmende Ovarialfunktion führt zu geringeren Östrogen- und Progesteronspiegeln. Die Blutspiegel der gonadotropen Hormone FSH und LH sind aufgrund des Wegfalls des negativen Feedbacks erhöht (Hypergonadotroper Hypogonadismus). Es treten vermehrt anovulatorische Zyklen bis zum vollständigen Erlöschen der Ovarialfunktion auf.

Jeweils etwa ein Drittel der Frauen fühlt sich durch klimakterische Beschwerden stark, leicht oder gar nicht beeinträchtigt.

Vaginitis senilis (Kolpitis senilis, Östrogenmangelkolpitis)

Die Vaginitis senilis ist eine akute Entzündung meist bei postmenopausalen Frauen, die durch eine Atrophie des Plattenepithels der Vagina aufgrund eines altersbedingten Absinkens des Östrogenspiegels entsteht. Die Folge ist eine verminderte Sekretion, die einerseits zu Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs führen kann, andererseits bakterielle und mykotische Infektionen begünstigt.

  • Ätiologie: Östrogenmangel
  • Pathophysiologie: Östrogenmangel-bedingte Minderperfusion der weiblichen Genitalien und Schleimhautatrophie mit verminderter Einlagerung von Glykogen
  • Klinik
    • Starker Juckreiz
    • Blutig-seröser Ausfluss
    • ScheidentrockenheitDyspareunie
    • Erhöhte Infektionsgefahr
  • Differentialdiagnose: Plattenepithelkarzinom der Vagina
  • Therapie: Lokale Östrogentherapie

Primäre Ovarialinsuffizienz und Klimakterium praecox

Eine Ovarialinsuffizienz vor dem 40. Lebensjahr wird als Klimakterium praecox bezeichnet. Die Ursachen für diesen hypergonadotropen Hypogonadismus können sehr unterschiedlich sein, präsentieren sich klinisch aber ähnlich.

Klinische Chemie

Hormonelle Ersatztherapie

Eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen erhöht wahrscheinlich das Risiko für Mammakarzinome!

Außer bei Patientinnen mit Zustand nach Hysterektomie sollte die Östrogensubstitution als Kombinationstherapie mit einem Gestagenpräparat erfolgen, da sonst auch das Risiko für eine Endometriumhyperplasie mit maligner Entartung erhöht ist.

Alternativmedizinische Therapie

  • Neuraltherapie
  • Blutiges Schröpfen
    • Mögliche Indikationen: Migränekopfschmerz, Klimakterium
  • Cimicifugawurzelstock: Phytotherapeutikum mit östrogenähnlicher Wirkung
  • Moorsitzbäder

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Haag et al.: Gynäkologie und Urologie (2012/13). 6. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2012, ISBN: 3-929-85175-x .
  2. Diedrich et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. 1. Auflage Springer 2000, ISBN: 3-540-65258-2 .