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Kleinhirnsyndrom

Letzte Aktualisierung: 16.2.2021

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Das Kleinhirn regelt als Koordinationszentrum die Stütz-, Blick- und Zielmotorik. Sobald ein Kleinhirnschaden vorliegt, werden Bewegungen, Haltung, Stand und Gang unsicher, und Zielbewegungen können nicht mehr adäquat ausgeführt werden. Außerdem kommt es zu Störungen der Stimme und zu einer Hypotonie der Muskulatur.

Eine zerebelläre Ataxie ist differentialdiagnostisch von einer spinalen Ataxie abzugrenzen.

Klinische Untersuchung

  1. Zerebelläre Ataxie
  2. Dysmetrie und Intentionstremor (Zieltremor):
    • Finger-Nase-Versuch
    • Finger-Folge-Versuch
    • Knie-Hacke-Versuch
  3. Dysdiadochokinese: Agonistisch-antagonistische Bewegungen sind nicht oder nur verlangsamt möglich
  4. Dysarthrie
  5. Rebound-Phänomen (Rückprallphänomen): Überschießendes Zurückschnellen einer gegen Widerstand gedrückten Extremität bei plötzlichem Wegfall des Widerstandes
    • Durchführung: Der Patient soll versuchen, den Ellenbogen so weit wie möglich zu beugen, während der Untersucher dagegen hält. Beim plötzlichen Loslassen ist es dem Patienten nicht möglich, den Arm abzubremsen. Dabei sollte der Untersucher seine freie Hand so positionieren, dass der zurückschnellende Arm des Patienten abgefangen werden kann, damit sich der Patient nicht selbst verletzt.
    • Ursache: Gestörte Koordination zwischen Agonisten und Antagonisten bei homolateraler Kleinhirnschädigung.
  6. Muskelhypotonie: Nachweisbar durch Muskelkraftprüfung
  7. Nystagmus