• Klinik

Klavikulafraktur

Abstract

Klavikulafrakturen entstehen meist in Schaftmitte als Folge eines indirekten Traumas. Die Klassifikation erfolgt anhand ihrer Lokalisation und Häufigkeit (nach Allman), wobei laterale Klavikulafrakturen nach ihrer Pathophysiologie nochmals genauer unterteilt werden. Klinisch zeigen sich vorrangig allgemeine Frakturzeichen (Schmerz, Schwellung, Krepitation und Bewegungseinschränkung) im Schulterbereich. Neben der klinischen Untersuchung sind Röntgenaufnahmen oder ggf. Schnittbildgebung wichtige Bestandteile der Diagnostik. Bei einer geschlossenen, unkomplizierten Fraktur genügt meist eine Ruhigstellung im Gilchrist-, Desault- oder Rucksackverband für etwa 3–4 Wochen. Bei offenen oder stark dislozierten Frakturen ist eine operative Therapie z.B. mittels Plattenosteosynthese oder intramedullärer Stabilisierung mit Hilfe eines Nagels indiziert.

Ätiologie

  • Indirektes Trauma → Fraktur des mittleren Klavikuladrittels, ca. 80% der Fälle
  • Direktes Trauma → Fraktur des lateralen Klavikuladrittels, ca. 15% der Fälle

Klassifikation

Klassifikation der Klavikulafrakturen nach Allman

Die Klassifikation nach Allman teilt die Klavikulafrakturen anhand ihrer Lokalisation und der Häufigkeit ihres Auftretens ein.

Gruppe Lokalisation der Fraktur
1 Mittleres Drittel/Diaphysäre Frakturen
2 Laterales Drittel
3 Mediales Drittel

Klassifikation der lateralen Klavikulafrakturen nach Jäger und Breitner (und nach Neer)

Die lateralen Klavikulafrakturen (Gruppe 2 nach Allman) werden im europäischen Raum eher nach der Klassifikation von Jäger und Breitner (s. Tabelle und Abbildung) eingeteilt, im angloamerikanischen Raum dagegen eher nach der Klassifikation von Neer (s. Abbildung).

Gruppe Lokalisation der Fraktur Begleitende Bandverletzungen
I
IIa
IIb
  • Die Fraktur liegt innerhalb des korakoklavikulären Bandapparates
    • Die Fraktur gilt als leicht instabil, der laterale Anteil der Klavikula kann nach kranial disloziert sein
III
  • Keine Bandverletzung
IV
  • Verletzung im Kindes- und Jugendalter, bei der die laterale Klavikula aus ihrem Periostschlauch luxiert; wird auch als „Pseudoluxation des Akromioklavikulargelenks“ bezeichnet
  • Der Kapsel-Band-Apparat bleibt unverletzt am Periostschlauch

Symptome/Klinik

  • Allgemeine Frakturzeichen
    • Schmerzen vor allem bei Bewegungen des Armes und des Brustkorbes
  • Mögliche, spezifische Zeichen
    • Angedeutetes Klaviertastenphänomen bei lateraler Fraktur und Zerreißen des korakoklavikulären Bandapparates
    • Verkürzung des Schultergürtels durch Zug des M. pectoralis major

Diagnostik

  • Klinische Untersuchung
    • Überprüfung der peripheren Durchblutung, Motorik und Sensibilität
    • Untersuchung auf Frakturzeichen und mögliche Begleitverletzungen
  • Bildgebung

Therapie

Konservative Therapie

  • Indikation zur konservativen Therapie: Undislozierte, geschlossene Frakturen im medialen oder mittleren Drittel, in manchen Fällen auch laterale Frakturen

Operative Therapie

  • Absolute Indikation: Offene oder stark dislozierte Fraktur, Durchspießungsgefahr, Gefäß- und Nervenverletzungen, Heilungsstörungen
  • Operative Prinzipien: Plattenosteosynthese, intramedulläre Stabilisierung mittels Nagel, evtl. Drähte oder Zuggurtung

In vielen Fällen ist eine konservative Therapie für etwa 3–4 Wochen ausreichend!

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.