• Klinik

Kehlkopflähmung

Abstract

Die Kehlkopflähmung bezeichnet eine Parese von Kehlkopfmuskeln. Eine daraus resultierende Stimmbandfehlstellung ist häufig die Folge einer iatrogenen Schädigung des Nervus laryngeus recurrens beispielsweise bei einer Operation der Schilddrüse. Eine einseitige Rekurrensparese führt zur Paramedianstellung der Stimmlippe und zu Heiserkeit, ist ungefährlich und bedarf keiner speziellen Therapie. Anders verhält es sich bei einer akuten beidseitigen Rekurrensparese, die einen Notfall darstellt, sich durch Luftnot äußert und in der Regel den Einsatz einer Tracheotomie erforderlich macht.

Ätiologie

Symptome/Klinik

Parese des N. laryngeus superior

Parese des N. laryngeus inferior (oder des N. recurrens)

Der N. recurrens versorgt den einzigen Stimmritzenöffner (M. cricoarytenoideus posterior = Postikus). Hieraus resultiert auch die führende Klinik bei Beeinträchtigung des Nerven!

Internusschwäche

  • Definition: Beidseitige Schwäche der Mm. vocales (werden durch den jeweiligen N. recurrens versorgt)
  • Laryngoskopie: Ungenügender Stimmlippenverschluss mit länglichem, ovalen Stimmlippenspalt in Phonationsstellung
  • Klinik: Dysphonie

Transversusschwäche

Therapie

  • Einseitige Rekurrensparese
    • Spontane Rückbildung der Heiserkeit möglich
    • Logopädische Behandlung
    • Bei persistierender Heiserkeit sind verschiedene operative Verfahren möglich (z.B. Medianverlagerung der paretischen Stimmlippe)
  • Beidseitige Rekurrensparese
    • Tracheotomie lässt sich meist nicht vermeiden
    • In der Folge kommt eine Reihe von glottiserweiternden Eingriffen in Frage (z.B. Resektion von Teilen der Stimmlippe, Arytenoidektomie)

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.