Zugang zu fachgebietsübergreifendem Wissen – von > 70.000 Ärzt:innen genutzt

5 Tage kostenfrei testen
Von ärztlichem Redaktionsteam erstellt & geprüft. Disclaimer aufrufen.

Kaliumsparende Diuretika

Letzte Aktualisierung: 13.9.2021

Abstracttoggle arrow icon

Aldosteron ist das wichtigste Mineralocorticoid im menschlichen Organismus. Es bewirkt in der Niere über die Expression von bestimmten Kanälen eine vermehrte Natrium- und Wasserresorption und steigert die Kaliumelimination. Neben einem primären Hyperaldosteronismus führen Herzinsuffizienz sowie Leberzirrhose zu einer sekundären Erhöhung dieses Hormons. Um einem dadurch auftretenden Bluthochdruck entgegenzuwirken bzw. Ödeme und Aszites auszuschwemmen, werden Aldosteronantagonisten verordnet. Im Rahmen der Herzinsuffizienz besitzt die Therapie sogar einen günstigen Effekt auf die Prognose der Erkrankung und ist daher bereits in frühen Stadien empfohlen. Führt das Standardpräparat Spironolacton zu Gynäkomastie bzw. Amenorrhö, wird auf das nebenwirkungsärmere Eplerenon umgestellt. Weiterhin muss der Serumkaliumwert regelmäßig kontrolliert werden, da die Gefahr einer Hyperkaliämie besteht.

Die kaliumsparenden aldosteronunabhängigen Diuretika (Triamteren und Amilorid) werden in erster Linie in Kombination mit Thiaziddiuretika eingesetzt, da sie den kaliuretischen Effekt der Thiazide ausgleichen.

Spironolacton

Wirkstoff Spironolacton (z.B. Aldactone®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierungen und Indikationen
Zu beachten
Kontraindikationen
Dosisanpassungen
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nicht empfohlene Substanz während der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Unter Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
Anwendung bei Kindern
  • Initial 1,5–3,0 mg/kgKG/Tag verteilt auf mehrere Dosen

Eplerenon

Wirkstoff Eplerenon (z.B. Inspra®, Eplerenon AbZ®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Eplerenon 25 mg p.o. 1-0-0, Steigerung nach 4–8 Wochen auf Eplerenon 50 mg p.o. 1-0-0 bei guter Verträglichkeit
Indikationen
Zu beachten
Kontraindikationen
Dosisanpassungen
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Unzureichende Datenlage
  • Stillzeit: Unzureichende Datenlage
Anwendung bei Kindern
  • Unzureichende Datenlage

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Substanzklasse Substanzen Wichtige Fakten
Aldosteronantagonisten
Kaliumsparende aldosteronunabhängige Diuretika
  • Triamteren
  • Amilorid

  • Gemeinsame Endstrecke: Na+-Kanäle im distalen Tubulus und den proximalen Sammelrohren
    • Triamteren und Amilorid hemmen diese Kanäle direkt (Wirkung luminal, also über den Harn )
      • Schneller Eintritt der Wirkung
    • Aldosteronantagonisten hemmen über die Bindung am Aldosteronrezeptor die Expression dieser Kanäle sowie basolateraler Na+-K+-ATPasen (Wirkung über den Blutweg)
      • Verzögerter Eintritt der Wirkung (Beginn nach ≥24 Stunden, volle Wirkung erst nach einigen Tagen)
      • Wirkung ist abhängig von der Anwesenheit von Aldosteron
  • Auswirkung
    • Verminderte Natrium-Resorption führt zu einer geringeren Kalium-Sekretion: Serumnatrium↓, Serumkalium↑
    • Geringer diuretischer Effekt

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Aldosteronantagonisten

Triamteren und Amilorid

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Interesse an wöchentlichen Updates zur aktuellen Studienlage im Bereich der Inneren Medizin? Abonniere jetzt das Studientelegramm (Beiträge zur Inneren Medizin in Kooperation mit HOMe sowie zur Überversorgung in der Inneren Medizin mit der DGIM). Zusätzlich haben wir auch das englische One-Minute-Telegram und den AMBOSS-Podcast im Angebot. Alle Links zur Anmeldung findest du am Seitenende unter "Tipps & Links".

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir durchdachte Merkhilfen zum Einprägen relevanter Fakten, dies sind animierte Videos und Erkundungsbilder. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung, oder mit Basis- und Expertenwissen, Quiz und Kurzwiederholung. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Meditricks. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – welche, siehst du im Shop.

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5 .
  3. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  4. Haverkamp et al.: Internistische Intensivmedizin. 1. Auflage Thieme 2008, ISBN: 978-3-131-56261-6 .
  5. Funder et al.: The Management of Primary Aldosteronism: Case Detection, Diagnosis, and Treatment: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. Band: 101, Nummer: 5, 2016, doi: 10.1210/jc.2015-4061 . | Open in Read by QxMD p. 1889-1916.