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Insomnien und Parasomnien

Abstract

Nichtorganische Schlafstörungen – insbesondere die nichtorganischen Insomnien – kommen in der Gesellschaft häufig vor und sind teilweise mit psychischen Störungen assoziiert. Weitere Störungen dieser Gruppe sind Schlafwandeln, Pavor nocturnus und Albträume. Schlafwandeln und Pavor nocturnus sind Ereignisse, zu denen es vor allem im ersten Nachtdrittel kommt und an die sich in der Regel nicht zurückerinnert werden kann. Im Gegensatz dazu kann man sich an Albträume normalerweise detailgenau erinnern, sie kommen vor allem im letzten Nachtdrittel vor.

Formen

Nichtorganische Insomnie (F51.0)

  • Definition: Ungenügende Dauer und Qualität des Schlafes
    • Einschlafstörungen
    • Durchschlafstörungen
    • Frühmorgendliches Erwachen
  • Assoziation: In der Regel mit anderen psychischen Erkrankungen assoziiert (z.B. Depressionen, Angststörungen, etc.)

Parasomnien

Definition: Parasomnien sind Schlafstörungen, die aus dem Schlaf heraus bzw. beim Erwachen/Teilerwachen auftreten. Zu den Parasomnien werden u.a. das Schlafwandeln, der Pavor nocturnus und Albträume gezählt. Sie sind häufig nicht pathologisch und treten vor allem bei Kindern auf.

Übersicht

Beschreibung Nachtdrittel Erinnerungen
Schlafwandeln

Umherwandeln während des Schlafs

1. keine
Pavor nocturnus Wiederholte, anfallsartige Episoden mit initialem Panikschrei 1. keine
Albträume Detaillierte Träume voller Angst oder Furcht 3. detailliert

Schlafwandeln (Somnambulismus, F51.3)

Beim Somnambulismus verlässt die betreffende Person häufig im ersten Drittel des Nachtschlafes (Non-REM-Schlafphase) das Bett und wandelt umher. Sie zeigt ein herabgesetztes Bewusstsein, einen leeren Gesichtsausdruck sowie verminderte Reaktivität und Geschicklichkeit. An die Ereignisse kann sich der Betroffene im Normalfall nicht erinnern.

  • Charakteristika
    • Vorkommen: Erstes Drittel des Nachtschlafs
    • Desorientiertheit
    • Keine Erinnerung an das Ereignis

Pavor nocturnus (F51.4)

Beim Pavor nocturnus erleben die Betroffenen gewöhnlicherweise während des ersten Drittel des Nachtschlafs (Non-REM-Schlafphase) einen Angstzustand mit vegetativen Symptomen, nachdem sie unter einem bewegungsreichen Panikschrei aufgewacht sind. In diesem Erregungszustand, der einige Minuten anhält, sind die Betroffenen (meistens Kinder) nicht ansprechbar. In der Regel können sich die Betroffenen an die Ereignisse nicht erinnern. Der Pavor nocturnus ist als harmlos einzustufen und kann mit Somnambulismus assoziiert sein.

  • Charakteristika
    • Vorkommen: Erstes Drittel des Nachtschlafs
    • Wiederholte, anfallsartige Episoden mit initialem Panikschrei und Aufschrecken
    • Desorientiertheit
    • Keine Erinnerung an das Ereignis
  • Häufigkeitsgipfel: Zwischen 5. und 7. Lebensjahr

Albträume (F51.5)

Bei Albträumen erleben die Betroffenen gewöhnlicherweise während des letzten Drittels des Nachtschlafs detaillierte Träume voller Angst oder Furcht. Das Traumerleben wird als real empfunden. Die Trauminhalte werden detailliert erinnert.

  • Charakteristika
    • Vorkommen: Letztes Drittel des Nachtschlafs
    • Detaillierte Erinnerung an das Ereignis

Therapie

  • Nichtmedikamentös:
    • Schlafhygiene :
      • Kein Alkohol 4–6 Stunden vor dem Schlafen
      • Keine Stimulantien
      • Ruhiges, dunkles, angenehm kühles Schlafzimmer und bequemes Bett
      • Keine große Mahlzeit vor dem Zubettgehen; kleine, insbesondere milchhaltige Mahlzeiten können schlaffördernd wirken
      • Regelmäßiger Sport ist förderlich; vermieden werden sollte aber anstrengender Sport 6 Stunden vor dem Zubettgehen
    • Stimuluskontrolle bei Schlafproblemen:
      • Erst schlafengehen, wenn man müde ist
      • Aufstehen und sich beschäftigen, wenn man nicht schlafen kann; erst wieder ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist
      • Durchgängig (auch am Wochenende und im Urlaub) zu regelmäßigen Zeiten aufstehen
      • Im Bett nicht arbeiten oder lesen
      • Nachmittagsschlaf vermeiden; wenn überhaupt, dann nicht mehr nach 15 Uhr und nicht länger als 1 Stunde
  • Medikamentös

Patienteninformationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

F51.-: Nichtorganische Schlafstörungen

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.