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Impetigo contagiosa

Letzte Aktualisierung: 1.9.2019

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Die Impetigo contagiosa ist eine häufige infektiöse Hauterkrankung des Kindesalters, die im Rahmen einer Infektion mit S. aureus oder β-hämolysierenden Streptokokken entsteht und mit charakteristischen Effloreszenzen einhergeht. Dabei kommt es insbesondere im Gesichtsbereich zu Blasenbildung und honiggelben Krusten. Die Diagnose wird normalerweise anhand des typischen klinischen Bildes gestellt; nur in Ausnahmefällen ist ein mikrobiologischer Erregernachweis erforderlich. Die Infektion heilt in der Regel folgenlos ab. Therapeutisch ist neben Hygiene- und topischen Behandlungsmaßnahmen bei ausgeprägten Befunden eine systemische Antibiotikagabe (z.B. mit Cephalosporinen der 1. Generation) indiziert.

  • Inzidenz: 20 Fälle/1000 Einwohner pro Jahr in Europa [1]
  • Alter: Häufigkeitsgipfel im Kindesalter, Auftreten in jedem Alter möglich

Die Impetigo contagiosa ist die häufigste bakterielle Hauterkrankung im Kindesalter!

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Es ist nicht sicher möglich, anhand der auftretenden Effloreszenzen auf den vorherrschenden Erreger zu schließen!

  • Lokalisation: Effloreszenzen insb. im Mund- und Nasenbereich sowie auf der behaarten Kopfhaut
  • Großblasige Impetigo: 1–2 cm große schlaffe Blasen → Erosionen → Exsudation von Gewebeflüssigkeit → Honiggelbe Krusten (Leitsymptom!) → I.d.R. narbenlose Abheilung
  • Kleinblasige Impetigo (= Impetigo bullosa streptogenes): Kleinere Bläschen mit analogem Verlauf
  • Nicht-bullöse Impetigo

  • Klinische Diagnose
  • Ggf. mikrobiologische Kultur und Antibiogramm

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Allgemeine Maßnahmen

Hygienemaßnahmen (gründliche Körperhygiene und Waschen von Kleidung und Bettwäsche bei mind. 60°C)

Medikamentöse Therapie bei Impetigo contagiosa

  • Topische Antiseptika (z.B. Polyhexanid, Polyvidon, Octenidin, Chlorhexidin)
  • Topische Antibiotikatherapie
    • Indikation
      • Immer!
      • Bei umschriebenen und gut abgrenzbaren Läsionen ausreichend
    • Fusidinsäure
    • Nicht empfohlen wird der topische Einsatz von Mupirocin, da dieses der nasalen MRSA-Eradikation vorbehalten ist
  • Ggf. systemische Antibiotikatherapie

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir ein Video zum Einprägen relevanter Fakten an. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung zur schnelleren Wiederholung. Eine Übersicht über alle Videos findest du in dem Kapitel Meditricks.

  • L01.-: Impetigo
    • Exklusive: Impetigo herpetiformis (L40.1), Pemphigus acutus neonatorum (L00.‑)
    • L01.0: Impetigo contagiosa [jeder Erreger] [jede Lokalisation]
      • Folliculitis superficialis [Bockhart]
    • L01.1: Sekundäre Impetiginisation anderer Dermatosen

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. S2k-Leitlinie Staphylococcus aureus bedingte Infektionen der Haut und Schleimhäute, Diagnostik und Therapie. Stand: 1. April 2011. Abgerufen am: 20. Februar 2017.
  2. Reinhardt et al.: Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. 8. Auflage Springer 2007, ISBN: 3-540-71898-2 .
  3. Abeck, Cremer: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie. 4. Auflage Springer 2014, ISBN: 3-642-44979-4 .
  4. S1-Leitlinie Streptokokkeninfektionen der Haut und Schleimhäute . Stand: 31. Mai 2006. Abgerufen am: 20. Februar 2017.