Herzlich Willkommen im klinischen Studienabschnitt

Abstract

Geschafft! – Du hast den vorklinischen Studienabschnitt mit dem Bestehen des Physikums hinter dir gelassen und bist damit in den klinischen Teil deines Medizinstudiums eingetreten (damit meint man die Zeit des Studiums zwischen dem bestandenen Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung und dem Eintritt in das Praktische Jahr). Während der letzten Monate hast du dich sehr intensiv mit den Grundlagen der menschlichen Körperfunktionen und Eigenschaften sowie mit den Mechanismen, auf denen verschiedene krankhafte Veränderungen basieren können, beschäftigt. Diese umfangreichen Kenntnisse werden dir beim Verständnis von Krankheiten sowie ihrer Diagnostik und Therapie hilfreich sein! Du wirst schnell merken, dass die ersten Anstrengungen deines Studiums durchaus lohnenswert waren und bestimmt staunen, was im menschlichen Körper so alles „schieflaufen“ kann!

Es wird nun verstärkt darum gehen, diejenigen ärztlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen, die dich zur eigenständigen Berufsausübung befähigen (dies beinhaltet u.a. die Bereiche Diagnostik, Therapie, Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation). So werden dir in allen relevanten Fächern sowie fächerübergreifend Grundlagen vermittelt, die bei der späteren Gesundheitsversorgung „deiner“ Patienten von Bedeutung sind. Diese grundlegende ärztliche Ausbildung wird verstärkt praxis- und patientenbezogen durchgeführt und verlangt deshalb insb. deine Leistungsbereitschaft und aktive Teilnahme.

In unterschiedlichen Unterrichtsveranstaltungen (Übersicht s.u.) wirst du vorwiegend von Ärzten und Wissenschaftlern ausgebildet. Am Ende des jeweiligen Semesters finden zu den vermittelten Inhalten dann jeweils (benotete) Klausuren bzw. mündliche oder praktische Prüfungen statt. Während der vorlesungsfreien Zeit sollst du dann in von dir ausgewählten Kliniken und Arztpraxen (unter verschiedenen Vorgaben, s. unten) zusätzliche praktische Erfahrungen sammeln – in den sog. „Famulaturen“. Am Endes des klinischen Studienabschnittes (d.h. nach mind. sechs Semestern Studiendauer) steht der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung an (das sog. „M2-Examen“, eine schriftliche Prüfung).Und damit Herzlich Willkommen in der „Praxis“ – während dieses (sehr spannenden!) Abschnitts deines Studiums steht dir AMBOSS natürlich stets zur Seite! Unser Klinikbereich wurde speziell zur Vorbereitung auf klinische Klausuren, Vorlesungen und mündliche Prüfungen entwickelt. Zudem kannst du während der Famulaturen mit topaktuellem Wissen glänzen!

Vorbereitung auf den klinischen Studienabschnitt

In dieser Sektion führen wir wichtige Materialien auf, die du dir teilweise wahrscheinlich schon in der Vorklinik besorgt hast. Zudem erinnern wir dich an weitere organisatorische Vorbereitungen, die zu Beginn des klinischen Studienabschnittes von Bedeutung sind.

Wichtige Materialien

  • Für die bald anstehenden Blockpraktika und Untersuchungskurse solltest du dir einige Dinge besorgen – diese wirst du bestimmt auch noch in der Assistenzarzt-Zeit gebrauchen können
    • Kittel
    • Stethoskop
    • Reflexhammer
    • (Pupillen‑)Leuchte
    • EKG-Lineal
    • Stauschlauch bzw. -gurt
    • AMBOSS-Wissens-App auf dem Smartphone :‑)

Weitere wichtige Vorbereitungen

  • Spätestens bei Eintritt in den klinischen Studienabschnitt solltest du beim betriebsärztlichen Dienst deiner Fakultät vorstellig werden – dort erfolgen
  • Erinnere dich nochmal an hygienische Grundregeln
    • Vor einer Patientenuntersuchung (u.a.) immer hygienische Händedesinfektion durchführen
    • Reinige deine Untersuchungsmaterialien regelmäßig – das Stethoskop idealerweise nach jeder Benutzung
    • Bringe deinen Kittel regelmäßig in die Krankenhauswäscherei bzw. wasche ihn zuhause, wenn du einen privaten Kittel benutzt

Unterrichtsveranstaltungen des klinischen Studienabschnittes

Um die Ziele der ärztlichen Ausbildung und das Bestehen der Ärztlichen Prüfungen sicherzustellen, bieten die Universitäten neben klassischen auch „innovativere“ Unterrichtsformate an. Hier sind insb. praktische Übungen in Kleingruppen und Seminare zu nennen, die nach der Approbationsordnung ausdrücklich gefordert werden. Generell soll so durch möglichst problemorientiertes Lernen das fächerübergreifende Denken gefördert werden. Hier findest du eine kleine Übersicht über verschiedene Formate.

Vorlesungen

  • Im klinischen Studienabschnitt sind die Vorlesungen i.d.R. nicht mehr so theoretisch, sondern anschaulicher und an konkreten Krankheitsbildern und Therapien orientiert
  • Während der Vorlesung Fragen zu stellen, wird von vielen Dozenten ausdrücklich gewünscht
  • Interessant wird es insb. dann, wenn Dozenten Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern mit in den Hörsaal bringen
  • Ob du dir während der Vorlesung Notizen machst oder einfach nur dem Vortrag folgst, hängt von deiner individuellen Lernstrategie ab
  • Für die unregelmäßigen „Vorlesungsgänger“ sei auf die meist zur Verfügung gestellten Vorlesungspläne verwiesen, um sich dort besonders interessante Themen herauszusuchen und um Themen im Eigenstudium zu lernen, wenn man die jeweilige Vorlesung nicht besucht hat

Blockpraktika

Blockpraktika sind praktische Einheiten (ähnlich einer Famulatur) von meist 1–2 Wochen Dauer, die u.a. aus Unterricht am Patientenbett („Bedside Teaching“), praktischen Einweisungen, Übungen, Untersuchungskursen und Seminaren bestehen können. Meist finden sie in Kleingruppen statt, sodass die Betreuung durch den Dozenten effektiver ist . Die Gruppe wird für die Zeit des Blockpraktikums in den Stations- bzw. Praxisalltag integriert

  • „Bedside Teaching“: Ausbildung in Kleingruppen direkt am Patientenbett unter Supervision eines erfahrenen Arztes
    • Grundlegendes
      • Du benötigst einen Kittel und je nach Fach weitere Untersuchungsmaterialien (s.o.)
      • Außerdem solltest du auf Station auf eine angemessene Kleidung achten, d.h. bspw. nicht in Shorts und Flip-Flops zu erscheinen
    • Ablauf
      • Der Dozent wählt meist bestimmte Patienten aus, die dann von den Studierenden befragt und untersucht werden sollen
      • Im Anschluss erfolgt die Patientenvorstellung und Besprechung des Falles inkl. evtl auftretender Fragen
      • Meist erfolgt dann noch die Rückmeldung der Studierenden untereinander sowie das Feedback von Patient und Dozent
  • Integration in den Stations- bzw. Praxisalltag
    • I.d.R. begleitest du im Blockpraktikum auch die Visite
    • Du bekommst kleinere Aufgaben (z.B. Blutabnahme, Patientenuntersuchung, Anamnese) oder darfst mit in den OP gehen (und dort ggf. sogar assistieren)
  • In den folgenden Fächern sind benotete Blockpraktika vorgeschrieben

Seminare und praktische Übungen

  • Hier soll die eigenständige Bearbeitung praktischer Aufgaben unter Aufsicht im Vordergrund stehen, deshalb ist die Vorbereitung des jeweiligen Seminarthemas besonders wichtig
  • Verstärkt werden auch Simulationspatienten eingesetzt, die von den Studierenden befragt oder untersucht werden können
  • An vielen Universitäten haben sich in den letzten Jahren sog. „Skills Labs“ für die praktische ärztliche Ausbildung etabliert
  • Zudem scheinen sich sog. problemorientierte bzw. -basierte Lernformate zu etablieren

Weitere Unterrichtsveranstaltungen

  • Untersuchungskurse
    • In einem oder mehreren Kursen werden durch Tutoren und Dozenten grundlegende Kenntnisse der körperlichen Untersuchung vermittelt und weiter vertieft
    • Wichtig ist, dass du die notwendigen Materialien mitbringst (s.o.) und dich wenn möglich auf den Kurs vorbereitest
    • Kleiner Tipp: Vielen Dozenten ist es wichtig, sich bei der Patientenuntersuchung von der rechten Bettseite zu nähern
  • Peer-Teaching-Kurse bzw. Tutorien
    • Von Studierenden organisierte und geleitete Lehrveranstaltungen
    • Meist werden praktische Fertigkeiten vermittelt und Themen besprochen (z.B. Injektionen, Katheterisierung, Hygienemaßnahmen, Erste Hilfe, Notfälle, chirurgischer Nahtkurs)
    • Erkundige dich nach den genauen Angeboten an deiner Fakultät

Klinische Fächer und Fachstrukturen

Grundlagenfächer

An den meisten Universitäten (mit Regelstudiengang) werden zu Beginn des klinischen Studienabschnittes zunächst Grundlagen der klinischen Medizin vermittelt. Dazu gehören i.d.R. wichtige Untersuchungsmethoden sowie klinisch theoretische Fächer, welche die Grundlagen für die Entstehung von Krankheiten beschreiben . Auf dem Stundenplan stehen in den ersten Semestern meist folgende der sog. Fachblöcke

  • Allgemeine Pathologie: Dieses Teilgebiet der Pathologie beschäftigt sich mit grundlegenden Fragestellungen der Krankheitslehre
  • Mikrobiologie: Die Mikrobiologen beschäftigt u.a. die Frage nach dem Erregernachweis einer spezifischen Erkrankung, dazu wenden sie unterschiedliche Methoden an
  • Klinische Chemie: Die Laboratoriumsmedizin befasst sich mit der Untersuchung und Bewertung von Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin oder Liquor – ihre Ergebnisse sind wichtig für Vorsorge, Diagnose und Stadieneinteilung von Erkrankungen
  • Querschnittsbereich „Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz: Bildgebende Verfahren spielen in der modernen Medizin eine immer wichtigere Rolle – dieser Querschnittsbereich beschäftigt sich mit der Radiologie und den angrenzenden Fachgebieten (z.B. Nuklearmedizin)
  • Allgemeine Pharmakologie: Die Wirkungsweise verschiedener Pharmaka, ihre daraus ableitbaren Nebenwirkungen, Indikationen und Kontraindikationen, typische Wirkstoffbeispiele, Interaktionen mit anderen Arzneimittelgruppen, ggf. toxische Wirkungen und deren Therapie – all dies sind Fragestellungen, mit denen du dich in den Kursen der Pharmakologen und Toxikologen beschäftigen wirst

Spezifische Krankheitslehre

Im weiteren Verlauf wirst du dann nach und nach alle weiteren klinischen Fächer kennenlernen und dich eher mit der spezifischen Krankheitslehre befassen. Es folgen u.a. folgende Fachgebiete

Querschnittsbereiche

Einige der aufgeführten Fächer werden insgesamt 14 Querschnittsbereichen zugeordnet. Diese bündeln die verschiedenen Thematiken aus interdisziplinären Grenzbereichen der medizinischen Fächer und bestehen meist aus verschiedenen Lehrveranstaltungen. Sie können sich auf mehrere Semester verteilen und es werden entweder Teil- oder Gesamtprüfungen abgelegt.

  1. Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik
  2. Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin
  3. Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliches Gesundheitswesen
  4. Infektiologie, Immunologie
  5. Klinisch-pathologische Konferenz
  6. Klinische Umweltmedizin
  7. Medizin des Alterns und des alten Menschen
  8. Notfallmedizin
  9. Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie
  10. Prävention, Gesundheitsförderung
  11. Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz
  12. Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren
  13. Palliativmedizin
  14. Schmerzmedizin

Wahlfach

  • Im klinischen Studienabschnitt muss ein benotetes Wahlfach absolviert werden
  • Der genaue Umfang sowie der zu erbringende Leistungsumfang variiert von Studienort zu Studienort

Prüfungen

In deinem weiteren Studienverlauf werden viele Prüfung hochschulintern veranstaltet. Der am Ende des klinischen Studienabschnittes anstehende Zweite (schriftliche Prüfung vor Eintritt in das Praktische Jahr) bzw. Dritte Abschnitt (mündlich-praktische Prüfung nach Abschluss des Praktischen Jahres) der Ärztlichen Prüfung wird hingegen zentral organisiert.

  • Am Ende eines jeweiligen Semesters werden in den meisten Fächern Klausuren geschrieben
  • Das OSCE (= Objective Structured Clinical Examination) ist eine mündlich-praktische Prüfung, unterschiedlicher Fertigkeiten, die du als Ärztin oder Arzt im späteren Berufsalltag beherrschen musst
  • In mündlichen Prüfungen musst du dich allein oder in der Gruppe einem Prüfungsgespräch mit einem Dozenten stellen
  • Zusätzlich kann es weitere Prüfungsformate geben: Bspw. Hausarbeiten, schriftliche Ausarbeitungen (z.B. einer Epikrise), kurze mündliche Testate

Prüfungsängste und Schwierigkeiten beim Lernen kennen viele Studierende! Um schwierige Hürden im Studium dennoch erfolgreich nehmen zu können, bieten viele Universitäten entsprechende Hilfen an. Bei Bedarf solltest du dich diesbezüglich an deinem Studienort erkundigen.

Famulaturen

  • Famulaturen (von lat. famulus = „Gehilfe“) = praktische Abschnitte des Medizinstudiums in der ambulanten oder stationären Patientenversorgung
  • Insgesamt sind vier Monate Famulaturzeit zwischen dem Ersten und Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung vorgesehen
  • Das Ziel der Famulatur ist es, den Studierenden einen ersten Praxiseinblick zu ermöglichen
  • Weitere hilfreiche Informationen findest du in unseren AMBOSS-Kapiteln „Famulatur-Vorbereitung: Organisation und Tipps“ und „Famulatur-Vorbereitung: Praktische Fähigkeiten

Zweites Staatsexamen (schriftlicher Teil)

Nachdem du alle Hürden der „Klinik“ erfolgreich genommen hast, erwartet dich das schriftliche (sog. M2‑)Examen

  • Die Prüfung erstreckt sich über drei Tage und umfasst insgesamt 320 (MC‑)Fragen
    • Für die Beantwortung stehen dir jeweils fünf Stunden zur Verfügung
    • Pro Tag sind etwa 60 der knapp 100 Fragen in vier bis fünf Fälle eingebunden
    • Die Verteilung der Fächer ist über alle Examen hinweg gesehen sehr ähnlich und ändert sich kaum
    • Die Innere Medizin ist das größte Fach mit einem Anteil von ca. 20%, gefolgt von der Pharmakologie mit ca. 10%
  • Falls dir nach diesen Informationen schon die Schweißperlen auf der Stirn stehen – es ist alles halb so wild – AMBOSS unterstützt dich bei der gesamten Prüfungsvorbereitung mit den seit Jahren bewährten Examenslern- und -kreuzplänen
    • Du solltest einerseits in den AMBOSS-Kapiteln lesen, um die Themen einmal strukturiert gelernt zu haben – dafür empfehlen wir dir den Examenslernplan
    • Für eine optimale Vorbereitung aufs Examen empfehlen wir dir, parallel den Examenskreuzplan durchzuarbeiten, in dem du die Fragen der alten Examen „kreuzt“
    • Wenn du diese beiden Pläne durcharbeitest, wirst du am Ende sehr viele Fragen der vergangenen Jahre gekreuzt und alle examensrelevanten AMBOSS-Kapitel – also alle in Hammer- oder Staatsexamen geprüften Inhalte – gelesen haben

Alle wichtigen Informationen zur Prüfungsvorbereitung (u.a. den Examens-Lernplan und die Kapitel „Zweites Staatsexamen“ und „Kreuztipps zum Zweiten Staatsexamen“) gibt es in unserem Examensbereich. Antworten auf häufig gestellte Fragen findest du zudem in unserem „Handbuch - Vorbereitung auf das Zweite Staatsexamen“.

Praktisches Jahr (PJ)

Wenn du den Kreuzmarathon des Schriftlichen Examens überstanden hast, kannst du endlich in die „Praxis“ starten. DasPraktische Jahr (PJ) steht an! Je nachdem, wann du das Examen geschrieben hast, startest du entweder im Mai oder im November ins PJ

  • Vorgaben: Die Approbationsordnung macht für die Aufteilung des Praktischen Jahres spezielle Vorgaben
    • Die Ausbildung gliedert sich in Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen (= ein Tertial) in den Fächern
      • Innere Medizin
      • Chirurgie
      • Sog. Wahlfach
    • Du kannst dir aussuchen, ob du das PJ an der Klinik oder einem Lehrkrankenhaus deiner Heimatuniversität, an den Kliniken einer anderen Universität im Inland (sofern dort genügend Plätze zur Verfügung stehen) oder im Ausland absolvierst
    • Die Ausbildung kann auch in Teilzeit erfolgen
    • Insgesamt stehen dir im PJ 30 Fehltage zur Verfügung, pro Tertial darfst du insgesamt maximal 20 Tage fehlen
    • I.d.R. erhältst du für deine Arbeit eine geringfügige Ausbildungsvergütung
    • Bei der Anmeldung zum mündlichen Examen musst du das Absolvieren des Praktischen Jahres (PJ) durch Vorlage entsprechender Bescheinigungen nachweisen
  • Ablauf
    • Deine Arbeitszeiten orientieren sich an denen der Assistenzärzte, an Wochenenden und Feiertagen hast du jedoch i.d.R. frei
    • Inhaltlich sollst du während des Praktischen Jahres deine erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen und erweitern, diese im Krankheitsfall anwenden und unter Anleitung und Verantwortung der ausbildenden Ärzte ärztliche Aufgaben durchführen
    • Du sollst außerdem an Konferenzen und Besprechungen teilnehmen
    • Laut Approbationsordnung solltest du nicht zu „Tätigkeiten herangezogen werden, die deine Ausbildung nicht fördern“

Weitere Informationen zum Praktischen Jahr und zur spezifischen Vorbereitung auf deine praktische Ausbildung findest du u.a. in den Kapiteln Werkzeugkasten für das praktische Jahr, PJ-Vorbereitung: Innere Medizin und Chirurgie sowie PJ-Vorbereitung: Spezielle Tertiale.

Drittes Staatsexamen (mündlicher Teil)

Kommen wir zum „krönenden Abschluss“ deines Medizinstudiums - dem mündlichen (sog. M3‑)Examen Es handelt sich um eine mündlich-praktische Prüfung.

  • Der Ablauf der Prüfung unterscheidet sich je nach Universität bzw. Lehrkrankenhaus, in dem die Prüfung stattfindet, und hängt auch von den jeweiligen Prüfern ab
  • Eine Prüfungsgruppe besteht aus max. vier Prüflingen
  • Zu den Prüfern gehören immer
    • EinInternist und ein Chirurg
    • Ein Prüfer aus deinem Wahlfach
    • Sowie ein Prüfer aus einem meist zufällig ausgewählten sog. „4. Fach
    • Grundsätzlich wird die Prüfung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gehalten
      • 1. Tag: Anfertigung des Fallberichtes , sowie Prüfung zu Anamnese- und Untersuchungstechniken im Patientenzimmer
      • 2. Tag: Am 2. Tag wird i.d.R. eine Fragerunde abgehalten, bei der in den meisten Fällen kein Bezug mehr zum Fallbericht vom 1. Tag besteht. Die Prüfung findet dann meist in einem Besprechungsraum statt, sodass du keinen Kittel brauchst und die Stimmung meist lockerer als am 1. Tag ist. Viele Prüfer sehen in der Prüfungssituation eher ein kollegiales Gespräch, was meist zusätzlich für ein besseres „Klima“ sorgt.
  • In unserem Kapitel „Drittes Staatsexamen“ findest du weitere grundlegende Informationen zum Ablauf des Dritten Staatsexamens

Mit unserem Lernplan für die mündliche Prüfung (M3) kannst du dich strukturiert auf die Prüfung vorbereiten und mit dem Wissen aus unseren topaktuellen Kapiteln punkten.

Promotion

Spätestens mit Beginn des klinischen Studienabschnittes wirst du in der ein oder anderen Situation Sätze hören wie bspw. „Ich habe jetzt endlich ein Doktorarbeitsthema gefunden.“, „Ich muss nach dem Seminar noch ins Labor.“ oder „Dieses Wochenende setze ich mich endlich an die Datenerhebung für meine Doktorarbeit.“! Tatsächlich beginnen viele zu Beginn der Klinik mit der Suche nach einer geeigneten Promotionsarbeit. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass das Schreiben einer Doktorarbeit keine Pflicht ist – das Erlangen der Approbation ist davon vollkommen unabhängig. Dennoch streben viele den akademischen Grad „Dr. med.“ an. An dieser Stelle haben wir einige Punkte für dich zusammengestellt, die du in diesem Zusammenhang beachten solltest.

  • Der Doktortitel hat nichts mit deiner Qualifikation als Arzt zu tun – dennoch bietet der „Dr. med.“ i.d.R. Vorteile bei der Forschungskarriere, einer geplanten Niederlassung oder bei Gehaltsverhandlungen
  • Form, Umfang, Fristen und Zulassungskriterien für die Promotion sind in der Promotionsordnung deiner Fakultät zu finden – mit dieser solltest du dich frühzeitig auseinandersetzen
  • Bei der Themenauswahl ist es ratsam, in einem Fach zu promovieren, das dich wirklich interessiert
  • Meist findet das Thema zum Doktoranden, denn es ist eher unüblich, sich eine Fragestellung selbst zu überlegen
  • Du solltest vor Aufnahme der Promotion deine Noten- und Zeitvorstellung hinterfragen
  • Bei aufwendigen Arbeiten solltest du darauf achten, dich regelmäßig mit anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe abzustimmen, um Fehler zu vermeiden und Antworten auf deine Fragen zu erhalten