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Glomeruläre Erkrankungen mit asymptomatischer Hämaturie

Abstract

Eine schmerzlose (Makro‑)Hämaturie kann viele verschiedene Ursachen haben. Tritt sie rezidivierend und getriggert durch Infekte auf, liegt wahrscheinlich eine glomeruläre Erkrankung wie die IgA-Nephropathie oder das Syndrom der dünnen Basalmembran vor. Diese Erkrankungen sind trotz guter Prognose regelmäßig zu kontrollieren. Insbesondere bei der IgA-Nephropathie muss bei Hypertonie oder erhöhter Proteinurie frühzeitig eine Therapie mit ACE-Hemmern bzw. Sartanen eingeleitet werden, um einen ungünstigen Verlauf abzuwenden.

In der Nierenbiopsie kann die Erkrankung genauer beurteilt werden. Seltener liegt das sogenannte Alport-Syndrom vor: Ein genetischer Defekt des Kollagen-Typ-IV (Bestandteil der glomerulären Basalmembran). Die Erkrankten zeigen nicht selten auch eine Schwerhörigkeit und entwickeln häufig im frühen Erwachsenenalter eine terminale Niereninsuffizienz.

Allgemein

Bei einer schmerzlosen Hämaturie muss differentialdiagnostisch immer ein Malignom des Urogenitaltraktes bedacht werden!

IgA-Nephropathie (Morbus Berger)

Syndrom der dünnen Basalmembran („thin basement membrane disease“, „gutartige Hämaturie“)

Alport-Syndrom

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • N02.-: Rezidivierende und persistierende Hämaturie
    • Inklusive: Hämaturie:
      • gutartig (familiär) (der Kindheit)
      • mit morphologischen Veränderungen
    • Exklusive: Flankenschmerz-Hämaturie-Syndrom (N39.81); Hämaturie o.n.A. (R31)

Morphologische Veränderungen bei glomerulären Krankheiten

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.