• Klinik

Formen der Kontrazeption

Abstract

Zur Verhütung einer Schwangerschaft werden verschiedenste Möglichkeiten der Kontrazeption eingesetzt, die sich in ihrer Sicherheit (Definition anhand des Pearl-Index) und ihren jeweiligen Nebenwirkungen deutlich unterscheiden. Während die hormonelle Kontrazeption eine große Sicherheit (niedriger Pearl-Index) im Alltag bei geringem persönlichen Aufwand bietet, sind gleichzeitig auch viele Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen. Andere Methoden wie die symptothermale Methode sind wiederum verhältnismäßig aufwendig, doch haben sie bei vergleichbarem Pearl-Index aufgrund ihrer Natürlichkeit keine Nebenwirkungen.

Inhalt

Pearl-Index (PI): Für die Bewertung der Sicherheit einer Verhütungsmethode wird der Pearl-Index herangezogen. Die Anzahl an Schwangerschaften wird dabei ins Verhältnis zu 100 Frauenjahren gesetzt.

  • Beispiel: PI=20 bedeutet, dass von 100 Frauen, die über 12 Monate mit einer Methode verhüten, 20 schwanger werden
  • Der natürliche PI ist sehr variabel und wird auf 20-90 geschätzt

Natürliche Kontrazeption

Mechanische Kontrazeption (Barrieremethoden)

Chemische Kontrazeption

  • Vaginalschaum: Substanzen, die spermizid wirken und vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingebracht werden
    • PI 3-21

Hormonelle Kontrazeption

Intrauterinpessar

Das Intrauterinpessar (IUP, auch "Spirale") besteht entweder aus einem Kupferdraht-Bestandteil (Kupferspirale /Kupferkette) oder ist gestagenhaltig (Hormonspirale) und wird ins Cavum uteri eingelegt. Der Verbleib liegt bei 3-5 Jahren. Der Wirkmechanismus der Kupferspiralen ist bisher nicht eindeutig geklärt, diskutiert werden eine nidationshemmende und spermizide Wirkung. Die gestagenhaltigen IUPs (intrauterine Systeme) geben niedrig dosiertes Gestagen ab und wirken ähnlich wie die Minipille.

  • Ohne Gestagenbeschichtung: PI 1,5-3
  • Mit Gestagenbeschichtung: PI 0,1-3

Gefahr der Fremdkörperendometritis bei IUP

Die Einlage eines Fremdkörpers (Intrauterinpessar) in den Uterus zur Kontrazeption kann eine Aszension von Keimen und eine entzündliche Abwehrreaktion gegen den Fremdkörper bedingen. Die Folge ist eine bakterielle oder abakterielle Entzündung der Uterusschleimhaut (Endometritis)

Sterilisation

  • Bei der Frau: Tubenligatur
  • Beim Mann: Vasektomie
    • PI 0,1

Die Sterilisation beim Mann ist deutlich risiko- und nebenwirkungsärmer als bei der Frau!

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • Z30.-: Kontrazeptive Maßnahmen
    • Z30.0: Allgemeine Beratung zu Fragen der Kontrazeption
      • Beratung zu Fragen der Familienplanung o.n.A., Erstverordnung von Kontrazeptiva
    • Z30.1: Einsetzen eines Pessars (intrauterin) zur Kontrazeption
    • Z30.2: Sterilisierung
      • Stationäre Aufnahme zur Tubensterilisation oder Vasektomie
    • Z30.3: Auslösung der Menstruation
    • Z30.4: Überwachung bei medikamentöser Kontrazeption
      • Kontrolluntersuchung bei Weiterführung kontrazeptiver Maßnahmen, Wiederverordnung oraler oder sonstiger kontrazeptiver Arzneimittel
    • Z30.5: Überwachung von Patientinnen mit Pessar (intrauterin) zur Kontrazeption
      • Kontrolle, Wiedereinsetzen oder Entfernen eines Pessars (intrauterin)
    • Z30.8: Sonstige kontrazeptive Maßnahmen
    • Z30.9: Kontrazeptive Maßnahme, nicht näher bezeichnet

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.