• Klinik

Endophthalmitis

Abstract

Wörtlich genommen ist jede Infektion des Augeninneren eine Endophthalmitis. In der Klinik wird als Endophthalmitis jedoch in der Regel eine mikrobielle Infektion des Glaskörpers (Vitritis), ggf. unter Mitbeteiligung der umgebenden Strukturen bezeichnet. Endophthalmitiden sind meist fulminante Krankheitsbilder (können aber auch chronische Verläufe zeigen) und äußern sich mit stärksten Schmerzen und Visusverlust. Eine konsequente antimikrobielle Therapie und ggf. Vitrektomie ist essentiell, um das Auge zu erhalten.

Definition

Mikrobielle Infektion des Glaskörpers, ggf. unter Mitbeteiligung umgebender Strukturen.

Ätiologie

  • Erreger
  • Ursachen
    • Perforierende Verletzungen des Bulbus (am häufigsten)
    • Bulbuseröffnende Operationen (selten, bei ca. 0,05% der Operationen)
    • Endogen (hämatogen-metastatisch im Rahmen einer Sepsis)

Pathophysiologie

Der Glaskörper besitzt physiologischerweise keine Gefäße und kaum Zellen, so dass auch die Immunabwehr hier nur sehr gering ausgeprägt ist. Eine Infektion kann sich daher schnell ausbreiten und von der körpereigenen Abwehr nur schwer bekämpft werden.

Symptome/Klinik

Diagnostik

Spaltlampe und Ophthalmoskopie

  • Bakteriell
    • Gelb-grünlicher Glaskörper (Abszess)
    • Zellige Glaskörperinfiltration
    • Hypopyon
    • Starke gemischte Injektion
    • Reizmiosis
    • Netzhautblutungen
  • Mykotisch
    • Im Anfangsstadium: Roth-Flecken (weißliche Netzhautareale mit hämorrhagischem Rand)
    • Retinochorioiditis
    • Generelle Glaskörpertrübung, im Verlauf weiße, flauschige Glaskörperinfiltrate ("Schneebälle") möglich
    • Zellige Glaskörperinfiltration

Therapie

Der möglichst frühzeitige Therapiebeginn (innerhalb von Stunden) ist entscheidend, um das Augenlicht erhalten zu können!

Prognose

  • Stark abhängig von der Virulenz der Erreger und dem Beginn der antimikrobiellen Therapie
  • Bei chronischen Verläufen deutlich bessere Prognose als bei akuten Verläufen

Prävention

  • Hohe Anforderung an Sterilität bei bulbuseröffnenden Operationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • H44.-: Affektionen des Augapfels
    • Inklusive: Krankheiten, die mehrere Strukturen des Auges betreffen
    • H44.0: Purulente Endophthalmitis
      • Glaskörperabszess, Panophthalmie
    • H44.1: Sonstige Endophthalmitis
      • Parasitäre Endophthalmitis o.n.A., Sympathische Uveitis
  • H45.-*: Affektionen des Glaskörpers und des Augapfels bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
    • H45.1*: Endophthalmitis bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
  • H59.-: Affektionen des Auges und der Augenanhangsgebilde nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
    • H59.8: Sonstige Affektionen des Auges und der Augenanhangsgebilde nach medizinischen Maßnahmen
      • Sickerkissen-assoziierte Endophthalmitis
      • Chorioretinale Narben nach chirurgischem Eingriff wegen Ablösung, Infektion eines postoperativen Sickerkissens, Nichtinfektiöse Entzündung eines postoperativen Sickerkissens

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.