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Elektrokrampftherapie (EKT…)

Abstract

Bei der Elektrokrampftherapie (EKT) wird mit Hilfe elektrischer Reizung des Gehirns ein generalisierter Krampfanfall ausgelöst, von dem man sich gewissermaßen einen "Reset fehlerhafter Hirnfunktionen" erhofft. Der genaue Wirkmechanismus ist dabei bis heute ungeklärt. Die Beobachtung aber, dass spontane Krampfanfälle einen therapeutischen Effekt auf schizophrene Patienten haben, existiert bereits seit mehreren Jahrhunderten.

In der Regel wird der Krampfanfall (beim narkotisierten und relaxierten Patienten) unilateral über der nicht-dominanten Hemisphäre ausgelöst. Eine Sitzung besteht aus einer Konvulsion à 25–30 Sekunden und wird in der Regel 2–3×/Woche durchgeführt.

Wichtigste Indikationen sind v.a. schwerwiegende, anderweitig therapieresistente psychiatrische Störungen (wie z.B. ein schwerer depressiver Stupor). Zu beachten sind zudem die absoluten Kontraindikationen (wie erhöhter Hirndruck, intrazerebrale Raumforderungen oder ein schwerer arterieller Hypertonus), die zuvor auszuschließen sind.

Historisch und medial bedingt besteht bisweilen ein recht martialisches Bild dieser Methode. Dieses Bild entspricht aber nicht mehr der heutigen, unter kontrollierten Bedingungen (insbesondere unter Narkose und Muskelrelaxation sowie mit veränderten elektrischen Reizparametern) in Deutschland ausgeführten Anwendung der EKT. Auch schwerwiegende Komplikationen (bspw. Wirbelbrüche, weil ehemals nicht narkotisiert und relaxiert wurde) sind heutzutage nicht zu erwarten. Die Mortalitätsrate bei der EKT ist niedriger als bei einer Narkose im Rahmen operativer Eingriffe und wird mit einer Rate von ca. 1:50.000 Behandlungen angegeben.

Indikation

Kontraindikation

Schwangerschaft stellt keine Kontraindikation für eine EKT dar!

Implantierte Herzschrittmacher stellen ebenfalls keine Kontraindikation für eine EKT dar!

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Ablauf/Durchführung

Kurzzusammenfassung

  1. Allgemeine Vorbereitungen und Begleitung des Verfahrens
    • Anbringung unilateraler Elektroden über der nicht-dominanten Hemisphäre (in einigen Fällen auch bilaterale EKT)
    • EEG sowie Abstauung des kontralateralen Armes mittels Blutdruckmanschette zum Monitoring des Krampfanfalls
    • Sauerstoffgabe mittels Maskenbeatmung + Intubationsbereitschaft
    • EKG-Kontrolle, Pulsoximetrie und Kontrolle weiterer Vitalparameter
  2. Kurznarkose unter Muskelrelaxation
  3. Mindestens 6–12 Behandlungen insgesamt mit je einer Konvulsion à 25–30 Sekunden, i.d.R. 2–3×/Woche

Komplikationen

  • Temporäre Nebenwirkungen
    • Reversible Gedächtnisstörungen (retrograd > anterograd) um den Ereigniszeitpunkt herum (häufig)
    • Vorübergehende, kurzzeitige Funktionsstörungen (wie Wortfindungsstörungen)
    • Spannungskopfschmerzen (bei 30% der Patienten nach EKT)
  • Dauerhafte Nebenwirkungen
    • Mortalitätsrate von ca. 1:50.000 Behandlungen
    • Hirnschäden sind (bei aktueller Methode) bis dato nicht beschrieben!

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.