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Chronisch rezidivierende Aphthen

Letzte Aktualisierung: 14.1.2019

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Chronisch rezidivierende Aphthen beschreiben Läsionen der Mundschleimhaut, die oft wiederkehren. Die Ursache der häufigen und schmerzhaften, aber harmlosen Schleimhautveränderung ist weitestgehend unbekannt - sie werden unter anderem als Folgeerscheinung nach Bagatelltrauma (beispielsweise Zungenbiss) beobachtet. Es werden verschiedene Verlaufsformen unterschieden, die allesamt nicht kausal, sondern nur rein symptomatisch behandelbar sind.

  • Sehr häufig

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

  • Meist habituelles Auftreten ohne erkennbare Ursache
  • Im Rahmen von Haut- und Allgemeinerkrankungen, Mangelernährung, Infektionen, Medikamenteneinnahme
  • Teilweise Auslösung durch Bagatelltrauma (beispielsweise Zungenbiss)
  • Schmerzhafte Schleimhautulzerationen des Mund- und Rachenraums
  • Effloreszenz: Rundliche bis ovale, kraterförmige Ulzeration auf gelblich-grauem Grund

  • Minor-Typ (Mikulicz): Häufigste Form mit 85% aller rezidivierenden Aphthen
    • Auftreten von 1–4 Aphthen
    • Oberflächliche Ulzerationen meist 2–5 mm (bis max. 10 mm) im Durchmesser
    • Schmerzhaft über 3–5 Tage
    • Innerhalb 1–2 Wochen ohne Narben abheilend
  • Major-Typ (Sutton)
    • Ulzerationen größer (10–30 mm) und tiefer
    • Abheilung protrahiert über mehrere Wochen unter Narbenbildung
  • Herpetiforme Aphthen (Cooke)
    • Klein (1–3 mm Durchmesser)
    • Gruppiert mit Tendenz zum Konfluieren
  • Bednar-Aphthe
  • Keine kausale Therapie vorhanden
  • Harmlos, häufig Rezidive
  • Bei mindestens 6 Wochen lang persistierenden Ulzerationen ist Malignität auszuschließen
  • K12.-: Stomatitis und verwandte Krankheiten
    • K12.0: Rezidivierende orale Aphthen
      • Bednar-Aphthen
      • Periadenitis mucosa necrotica recurrens
      • Rezidivierendes aphthöses Ulkus
      • Chronisch-rezidivierende Aphthen (Majorform) (Minorform)
      • Stomatitis herpetiformis

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Bork et al.: Mundschleimhaut- und Lippenerkrankungen. 3. Auflage Schattauer 2008, ISBN: 978-3-794-52486-0 .
  2. Fritsch: Dermatologie und Venerologie für das Studium . Springer 2009, ISBN: 3-540-79302-x .
  3. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphtoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut. Stand: 30. November 2016. Abgerufen am: 2. November 2017.