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Benzodiazepine und Antikonvulsiva beim Krampfanfall im Kindes- und Jugendalter

Diazepam beim Krampfanfall im Kindes- und Jugendalter

Diazepam (pädiatrisch) (z.B. Diazepam Desitin®-------- rectal tube 5 bzw. 10 mg Rektallsg., Valium®-------, Diazepam 10 mg Rotexmedica®------------)

Midazolam bei Status epilepticus im Kindes- und Jugendalter

Midazolam (pädiatrisch) (z.B. Buccolam®---------, Dormicum®--------- 5 mg/1 ml Injektionslösung)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsformen
      • Tabletten
      • Saft
      • Fertigspritzen zur buccalen Anwendung
      • Injektionslösung
    • Zulassung: Buccolam®--------- ist zugelassen ab 3 Mon., Dormicum®--------- 5 mg/1 ml Injektionslösung ist zugelassen ab 6 Mon.
    • Dosierung bei Status epilepticus
      • Bukkale Applikation mittels Fertigspritze (Altersabhängige Dosierungsbeispiele)
        • Kinder <1 J.
        • Kinder 1–5 J.
        • Kinder 5–10 J.
        • Kinder >10 J.
      • Nasale oder bukkale Applikation mittels i.v. Injektionslösung (Standarddosierung jedes Alter)
      • Intravenöse Applikation (Standarddosierung jedes Alter)
    • Zu beachten
      • Nicht anzuwenden bei Allergie gegen den Wirkstoff, andere Benzodiazepine oder andere Bestandteile sowie bei Abhängigkeitsanamnese, akuter Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel- oder Psychopharmakaintoxikation, akutem Engwinkelglaukom, Myasthenia gravis, schwerer Ateminsuffizienz, Schlafapnoe-Syndrom, schwerer Leberinsuffizienz
      • Dosisreduktion bei Nieren-, Leberschäden, hirnorganischen Schäden, Kreislauf- oder Ateminsuffizienz
      • Maximale Wirkung nach 11–23 Min.
      • Keine analgetische Wirkung, daher ggf. mit Analgetikum kombinieren
      • Bevorzugt bei Intubation von Schädel-Hirn-Trauma-Patienten anzuwenden, da geringere RR-Beeinträchtigung
      • Bei tonischen Krämpfen Gefahr der Krampfverstärkung
      • Bei i.v. Applikation: Langsam spritzen, sonst schmerzhaft
      • Bei Schleimhaut-Applikation wachen Patienten vor brennendem Schmerz warnen
      • Bei nasaler Anwendung: MAD verwenden (mucosal atomization device = Spritzensystem zur intranasalen Applikation)
      • Bei ausbleibendem Sistieren des Krampfes oder schnellem Beginn eines neuen Krampfgeschehens: Umsteigen auf Phenytoin oder Phenobarbital
      • Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen bevorzugt Phenobarbital oder Phenytoin verwenden
      • Bei Überdosis: Antidot Flumazenil, für weitere Informationen siehe: Antidot bei Benzodiazepin-Überdosis im Kindes- und Jugendalter

Antidot bei Benzodiazepin-Überdosis im Kindes- und Jugendalter

Flumazenil (pädiatrisch) (z.B. Anexate®--------)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsform Ampulle
    • Aufziehen: 1 ml (5 mg) + 4 ml Aqua dest. = 1 mg in 1 ml, Dosierung nach Körpergewicht
    • Pur (insb. bei hohem Körpergewicht sinnvoll): 5 mg in 1 ml, 2 ml-Spritze aufziehen, Dosierung nach Körpergewicht

Phenytoin bei Status epilepticus im Kindes- und Jugendalter

Phenytoin (pädiatrisch) (z.B. Phenhydan®---------- Injektionslösung)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsform Nur intravenöse Applikation!
      • Injektionslösung
      • Infusionskonzentrat
    • Zugelassen ab dem Geburtsalter
    • Dosierungsbeispiele bei Status epilepticus (altersabhängig)
    • Zu beachten
      • Nicht anzuwenden bei Allergie gegen den Wirkstoff, Hydantoine oder andere Bestandteile sowie bei AV-Block II-III°, schwerer Hypotonie oder Bradykardie
      • Therapiekontrolle: Plasmaspiegel, Blutbild, Transaminasen
      • Bei Plasmaspiegel >20 μg/ml ZNS-Symptome
      • Langsames Ausschleichen nach Therapieende, sonst erhöhte Krampfgefahr
      • Als Wechselwirkung kann der Phenobarbitalspiegel auf das 3-fache ansteigen
      • Nur mit NaCl 0,9 % aufziehen

Phenobarbital bei Status epilepticus im Kindes- und Jugendalter

Phenobarbital bei Status epilepticus (z.B. Luminal® Injektionslösung)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsform Nur intravenöse Applikation für diese Indikation! Injektionslösung
    • Zugelassen ab dem Geburtsalter
    • Standarddosierung bei Status epilepticus (jedes Alter)
    • Zu beachten
      • Nicht anzuwenden bei Allergie gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile sowie bei akuter Intoxikation mit atemdepressiv wirkenden Medikamenten oder Alkohol, Porphyrie, schwerer Myokard-, Nieren- oder Leberschädigung, Status asthmaticus
      • Therapiekontrolle: Plasmaspiegel
      • i.v. Gabe unter fortlaufendem Monitoring von EKG, RR und Atemfunktion
      • Reanimationsmöglichkeit sollte bestehen
      • Paravasale oder subkutane Injektion kann zu Gewebenekrosen führen
      • Aufziehen: 200 mg/1 ml in 9 ml NaCl 0,9 % = 200 mg in 10 ml (entspricht 20 mg in 1 ml), Dosis: 1–1,5 ml/kgKG pro Einzeldosis i.v. (entspricht 20–30 mg/kgKG pro Einzeldosis i.v.)
      • Pur (ab 10 kgKG): 200 mg/1 ml, Dosis: 0,1–0,15 ml/kgKG pro Einzeldosis i.v. (entspricht 20–30 mg/kgKG pro Einzeldosis i.v.)