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Beispielfragen für die mündliche Prüfung (M3) – Wahlfach Gynäkologie und Geburtshilfe

Letzte Aktualisierung: 6.1.2023

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Ergänzend zu den Lernempfehlungen für die mündliche Prüfung kannst du mit unseren Beispielfragen das gelernte Wissen allein oder in deiner Prüfungsgruppe festigen und das freie Sprechen üben.

Die Lernempfehlungen bieten dir ein umfangreiches inhaltliches Paket für die Vorbereitung auf den dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung (M3-Examen). Unsere ärztliche Redaktion hat die häufigsten Themen aus den mündlichen Prüfungen ermittelt und übersichtlich zusammengestellt. Im Kapitel „Drittes Staatsexamen“ findest du grundlegende Informationen zum Ablauf des dritten Staatsexamens sowie Tipps zur Vorbereitung und zum Vorgehen in der Prüfung selbst, die dir auch in anderen mündlichen Prüfungen helfen können.

Wir empfehlen dir übrigens, für die Prüfungsvorbereitung aus dem Ärztlichen Modus wieder zurück in den Klinik-Modus zu wechseln, falls du im PJ bereits den Ärztlichen Modus genutzt hast. I.d.R. wird in der mündlichen Prüfung v.a. die Breite und weniger die Tiefe abgefragt. Für dein Wahlfach kann es sinnvoll sein, bei Schwerpunkt-Themen deiner Prüferin bzw. deines Prüfers in den Ärztlichen Modus zu wechseln und dir die zusätzlichen Inhalte in Blau anzeigen zu lassen. Lass dich nicht von unserer Kapitelauswahl für die einzelnen Tage abschrecken. Es geht bei der Vorbereitung viel mehr um das Verständnis größerer Zusammenhänge, weshalb dich Umfang und Detailtiefe mancher Kapitel nicht verunsichern sollten! Bedenke zudem, dass die Prüfungsinhalte auch stark von den prüfenden Personen abhängen und somit recht individuell sein können.

Beispielfragen

  1. Eine Patientin berichtet von regelmäßigen Menstruationszyklen, die ca. 39 Tage dauern. Was ist der Fachausdruck für diese Zyklusanomalie und was sind mögliche Ätiologien?
  2. Wann spricht man von einer primären Amenorrhö, wann von einer sekundären?
  3. Was sind mögliche Ursachen für eine primäre Amenorrhö?
  4. Du stellst bei einer jungen Patientin die Erstdiagnose Endometriose und beginnst eine Therapie. Beschreibe das Prinzip der hormonellen Therapie!
  5. Welche hormonellen Arzneimittel werden bei Endometriosepatientinnen eingesetzt?
  6. Nenne sexuell übertragbare Infektionen, bei denen eine Mitbehandlung des Partners bzw. der Partnerin zur Verhinderung sog. Ping-Pong-Infektionen obligat ist!
  7. Uterusmyome sind die häufigsten benignen Tumoren der Gebärmutter. Entstehen sie prä- oder postmenopausal?
  8. Wie werden Uterusmyome klassifiziert?
  9. Welche Symptome können auf ein Uterusmyom hindeuten?
  10. Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) kann verschiedene Krankheitsbilder auslösen. Nenne die wichtigsten Erkrankungen mit Manifestationen und die jeweils auslösenden HPV-Typen!
  11. Wann und bei wem sollte eine HPV-Impfung laut STIKO durchgeführt werden? Wovor schützt diese?
  12. Du hast bei einer ungeimpften 16-jährigen Patientin den Verdacht auf eine HPV-Infektion. Besteht die Indikation zur Impfung?
  13. Beschreibe kurz vergleichend die Pap- und die CIN-Klassifikation! Inwiefern gibt es Überschneidungen?
  14. Du führst bei einer Patientin einen Pap-Abstrich durch und erhältst von der Pathologie den Befund nach Münchener Nomenklatur III: „III-e“. Was beschreibt dieser Befund?
  15. Welche therapeutische Konsequenz leitet sich aus dem Befund III-e ab?
  16. Du entnimmst bei einer Patientin mit V.a. Zervixkarzinom eine Biopsie zur histologischen Untersuchung. Diese ergibt den Befund einer CIN 3. Was bedeutet der Befund und welche therapeutische Konsequenz leitet sich hieraus ab?
  17. Die Patientin soll konisiert werden. Wonach entscheidest du, ob du einen spitzen oder flachen Kegel entnimmst?
  18. Welche Symptome können auf ein Ovarialkarzinom hindeuten?
  19. Nenne bedeutende histologische Typen des Ovarialkarzinoms!
  20. Beschreibe die Metastasierungswege des Ovarialkarzinoms!
  21. Die beiden wichtigsten Säulen in der Behandlung des Ovarialkarzinoms sind die operative und die Systemtherapie. Bei welchen Tumorstadien wird eine Chemotherapie empfohlen und welche Medikamente werden hauptsächlich eingesetzt?
  22. Welches Ziel hat die operative Therapie des Ovarialkarzinoms?
  23. Bestimmte Genmutationen können das Risiko, im Laufe des Lebens an einem Mammakarzinom zu erkranken, auf bis zu 70% steigern. Nenne die betreffenden Hochrisiko-Gene!
  24. Die Risikofaktoren des Mammakarzinoms sind vielfältig. Nenne nicht-hereditäre Risikofaktoren!
  25. Welche Untersuchungen beinhaltet das Ganzkörperstaging beim Mammakarzinom?
  26. Bei welchen Patientinnen wird empfohlen, auf ein Ganzkörperstaging beim Mammakarzinom zu verzichten und warum?
  27. Wie häufig erkranken Männer an einem Mammakarzinom?

Beispielfall

Eine 65-jährige Patientin kommt in deine gynäkologische Sprechstunde und ist sehr beunruhigt, weil sie nach etwa 10 Jahren ausbleibender Menstruation erstmalig wieder Blut in der Hose entdeckt habe. Ihre Schwiegermutter sei vor einigen Jahren an einem Endometriumkarzinom erkrankt, das durch eine postmenopausale Blutung auffällig geworden sei.

  1. Nenne Risikofaktoren für die Entwicklung eines Endometriumkarzinoms!
  2. Erläutere die Rolle des metabolischen Syndroms als Risikofaktor für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms!
  3. Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit für ein Endometriumkarzinom bei der Patientin ein und welche Differenzialdiagnosen ziehst du in Betracht?
  4. Du führst bei der Patientin eine transvaginale Sonografie mit unauffälligem Ergebnis durch und vereinbarst leitliniengerecht einen Kontrolltermin in 3 Monaten. Die Patientin berichtet von weiteren Blutungen, du misst eine Endometriumdicke >3 mm. Wie gehst du vor?
  5. Welche Therapie ist für die Patientin geeignet?

Beispielfragen

  1. Die Schwangerschaftsdauer wird meist in Schwangerschaftswochen (SSW) angegeben. Was bedeutet die Angabe 14+2 SSW?
  2. Berechne mittels einfacher Naegele-Regel den voraussichtlichen Geburtstermin bei einer schwangeren Patientin, deren letzte Regelblutung am 06. Januar begann!
  3. Nenne die serologischen Vorsorgeuntersuchungen, die während der Schwangerschaft durchgeführt und im Mutterpass dokumentiert werden!
  4. Zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft sollten die serologischen Vorsorgeuntersuchungen stattfinden?
  5. Die Blutgruppenuntersuchung bei einer Erstschwangeren ergibt einen negativen Rhesusfaktor. Warum könnte dies zum Problem werden?
  6. Wie gehst du bei der Rhesus-negativen Schwangeren weiter vor?
  7. Wie in den Mutterschaftsrichtlinien des G-BA vorgegeben, führst du bei einer Schwangeren den Test zum Nachweis von Chlamydia-trachomatis-DNA aus einer Urinprobe durch. Der Test fällt positiv aus. Welches Risiko besteht bei Nichtbehandlung für das Kind?
  8. Wie behandelst du eine schwangere Frau mit urogenitaler Chlamydieninfektion?
  9. Zur standardisierten Interpretation eines CTG sollte der FIGO-Score verwendet werden. Welche Kriterien werden betrachtet?
  10. Du wirst bei pathologischem CTG von einer Hebamme in den Kreißsaal gerufen. Du erkennst eine fetale Bradykardie und pathologische Dezelerationen. Worauf deutet dies hin und was sind mögliche Ursachen?
  11. Definiere Gestationsdiabetes!
  12. Ordne das Risiko, einen Gestationsdiabetes zu entwickeln, zeitlich in die Schwangerschaft ein und erkläre die zugrundeliegende Pathophysiologie!
  13. Welche Risiken birgt ein Gestationsdiabetes für das noch ungeborene Kind?
  14. Eine Schwangere (36+1 SSW) klagt über rechtsseitige Ober(!)bauchschmerzen und Übelkeit. An welche Verdachtsdiagnose denkst du und welche Laboruntersuchungen sind nun umgehend zu veranlassen und warum?
  15. Deine Verdachtsdiagnose bestätigt sich. Welche therapeutische Konsequenz ergibt sich daraus in dem oben genannten Fall?
  16. Kann das HELLP-Syndrom auch postpartal auftreten?
  17. Was sind maternale Risikofaktoren für einen intrauterinen Fruchttod?
  18. Was sind fetale Risikofaktoren für einen intrauterinen Fruchttod?
  19. Eine schwangere Frau (37+2 SSW) kommt besorgt mit plötzlich aufgetretener, schmerzloser vaginaler Blutung in die Notaufnahme. Bei der körperlichen Untersuchung siehst du hellrotes Blut. Woran lässt dich die Symptomkonstellation denken?
  20. Was ist dagegen die wahrscheinlichste Verdachtsdiagnose bei einer dunklen, stark und dauerhaft schmerzhaften Blutung in der Spätschwangerschaft?
  21. Welches klinische Zeichen unter der Geburt gilt als Warnsignal für eine drohende Uterusruptur?
  22. Eine Patientin hat nach der Geburt eine unstillbare Blutung. Welche Ätiologien haben intra- bzw postpartale Blutungen?
  23. Was versteht man unter Triple I und bei welchen klinischen Zeichen sollte man dies in Betracht ziehen?
  24. Du führst bei einer Patientin mit drohender Frühgeburt (33+1 SSW) eine Lungenreifeinduktion durch. Warum ist diese indiziert und welche Medikamente werden hierzu verwendet?
  25. Bei derselben Patientin führst du außerdem eine Tokolyse durch. Welche Arzneistoffe welcher Arzneistoffgruppen kommen hierfür in Betracht (inkl. Off-Label Use)?
  26. Wie lange soll eine Tokolyse i.d.R. durchgeführt werden?
  27. Zur Einschätzung des Geburtsfortschritts hilft der Bishop-Score. Welche Parameter beinhaltet dieser und welche Konsequenz ergibt sich aus dem Ergebnis?
  28. Was versteht man unter der Nachgeburtsperiode und in welchem Zeitraum sollte diese abschlossen sein?
  29. Eine verzögerte Abstoßung der Plazenta wird als Plazentaretention bezeichnet. Welche Ursachen können dem zugrunde liegen?
  30. Welche Phasen umfasst ein regelrechter Geburtsablauf? Beschreibe kurz, was in diesen Phasen geschieht.
  31. Nenne Kontraindikationen für eine vaginale Entbindung aus Beckenendlage!
  32. Beschreibe das Prozedere einer vaginalen Entbindung aus Beckenendlage!
  33. Was ist der Unterschied zwischen einer primären und einer sekundären Sektion?
  34. Nenne absolute maternale Indikationen für eine primäre Sektion!

Beispielfälle

Fall 1

Du hast Dienst auf der Notaufnahme und betreust eine 25-jährige Patientin mit akut aufgetretenen, starken linksseitigen Unterbauchschmerzen. Bei anamnestisch erfragter sekundärer Amenorrhö ziehst du als Ursache eine Extrauteringravidität (EUG) in Betracht und veranlasst einen Schwangerschaftstest.

  1. An welche Differenzialdiagnosen solltest du denken?
  2. Welche Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine EUG?
  3. Der Schwangerschaftstest ist positiv. Welche Diagnostik ist nun vorrangig durchzuführen?
  4. Du kannst sonografisch keine Fruchthöhle erkennen, was die Verdachtsdiagnose einer EUG bestätigt. Nach der Untersuchung wird die Patientin kaltschweißig, tachykard und der Blutdruck fällt auf 90/60 mmHg. Was ist die wahrscheinlichste Ursache und welche weiteren Symptome können dabei auftreten?
  5. Welche Therapie ist nun schnellstmöglich zu veranlassen?

Fall 2

Eine dir bekannte schwangere 38-jährige Patientin (7+4 SSW) erscheint aufgelöst in deiner gynäkologischen Praxis und berichtet von krampfartigen Unterbauchschmerzen und starken Blutungen. Im transvaginalen Ultraschall kannst du intrauterin einen Embryo erkennen, jedoch im Gegensatz zur letzten Untersuchung keine Herzaktion mehr feststellen.

  1. Wie lautet deine Verdachtsdiagnose?
  2. Etwa wie viel Prozent aller Schwangerschaften enden in einem Abort?
  3. Nenne mögliche Ursachen für einen Abort!
  4. Welche therapeutischen Optionen stehen bei der Patientin zur Verfügung?
  5. Die Blutgruppe der Patientin ist AB Rh-negativ. Woran musst du nun denken?

Fall 3

Eine 27-jährige Schwangere (Gravida 1, Para 0, 33+4 SSW) stellt sich in deiner gynäkologischen Praxis zur Kontrolluntersuchung vor. Die Frau berichtet von rasch zunehmenden Wassereinlagerungen in den Beinen und im Gesicht.

  1. An welches Krankheitsbild musst du nun denken?
  2. Wie wird dieses Krankheitsbild definiert?
  3. Wie kann die Diagnose bei dieser Patientin zeitlich eingeordnet werden?
  4. Die Diagnose ist klinisch gesichert. Wie gehst du nun weiter vor?
  5. Wie kann die Erkrankung kausal therapiert werden?