Die aufgeführten Informationen richten sich an Studierende sowie Angehörige eines Heilberufes und ersetzen keinen Arztbesuch. Disclaimer aufrufen.

banner image

amboss

Fachwissen für Mediziner im ärztlichen Alltag und Studium

Kostenfrei testen

Basaliom

Last updated: 14.1.2019

Abstract

Das Basaliom ist ein semimaligner Tumor des höheren Lebensalters, der vor allem hellhäutige Menschen betrifft und an sonnenexponierten Hautarealen entsteht. Weiterhin erhöhen chemische Noxen sowie genetische Faktoren wie das Basalzellnävussyndrom das Erkrankungsrisiko. Klinisch zeigt sich eine knotige Struktur mit klassischem perlschnurartigen Randsaum und peripherer Teleangiektasie, die im Verlauf zur lokal destruierenden Ulzeration neigt. Die Therapie besteht in der chirurgischen Exzision, wobei die Erkrankung durch die geringe Metastasierungsrate eine günstige Prognose aufweist.

Epidemiologie

  • Häufigkeit
    • Häufigster (semi‑)maligner Hauttumor
    • Inzidenz: Ca. 100–200/100.000 im Jahr
  • Alter: Erkrankung des höheren Lebensalters
  • Verteilung
    • Hellhäutige Menschen deutlich häufiger betroffen
    • Geschlecht: > (ca. 2:1)

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Risikofaktoren

  • Genetische Disposition
    • Hauttyp I+II
    • Basalzellnävussyndrom (Gorlin-Goltz-Syndrom)
  • Chemische Noxen (bspw. Arsen)
  • Sonnenexposition

Symptome/Klinik

  • Lokalisationen
    • Erscheinen an der behaarten Haut
    • Sonnenexponierte Areale sind prädisponiert
  • Erscheinungsbild
    • Nodus mit klassischem perlschnurartigem Randsaum und peripherer Gefäßinjektion (Teleangiektasie)
    • Im Verlauf zentrale Atrophie (Krater) mit Ulzeration
  • Wachstumsverhalten

Die meisten Basaliome entstehen an extrem sonnenexponierten Stellen!

Verlaufs- und Sonderformen

Man unterscheidet eine Vielzahl von verschiedenen Varianten des Basalzellkarzinoms. In der Folge werden beispielhaft einige Verlaufsformen aufgeführt:

  • Superfizielles Basalzellkarzinom
    • Flache, bräunliche Plaque mit perlschnurartigem Randsaum
    • Teilweise hyperpigmentiert, häufig schuppend
  • Pigmentiertes Basalzellkarzinom
  • Pinkus-Tumor (Fibroepitheliomatöser Tumor)
    • Weniger invasives Wachstum als das Basaliom
    • Histologisch schmale Basaliomszonen umgeben von deutlicher Bindegewebsproliferation
  • Ulcus terebrans (destruierendes Basaliom )
    • Tiefe Infiltration auch von Knochen und Knorpel mit deutlicher Blutungsneigung

Diagnostik

  • Meist klinisch eindeutiger Befund
  • Sicherung der Diagnose immer mittels Histologie (Biopsie oder Exzision)

Pathologie

  • Epitheliale Zellen mit Ähnlichkeit zum Stratum basale, die in die Dermis wachsen
  • Palisadenartige Anordnung der äußeren Zellschichten, unregelmäßige Zellanordnung in der Mitte

Zum Vergleich: Normalbefunde

Differentialdiagnosen

Trichoepitheliom

Weitere Differentialdiagnosen

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

  • Therapie der 1. Wahl: Mikroskopisch kontrollierte, radikale Exzision im Gesunden
  • Alternativen
    • Röntgen-Bestrahlung
      • Mögliche Indikationen
        • Ältere Patienten
        • Patientenwunsch, ausgedehnter Befund oder chirurgisch schwer zu erreichende Lokalisation
        • Nach inkompletter chirurgischer Entfernung (R1, R2)
    • Lokal destruierende Verfahren, z.B. Kryochirurgie, Lasertherapie sowie lokale medikamentöse Behandlungen mit Imiquimod oder 5-Fluoruracil
      • Mögliche Indikation: Kleiner, oberflächlicher Tumor

Prognose

  • Sehr gute Prognose bei radikaler Exzision aufgrund geringer Metastasierungsrate

Studientelegramme zum Thema

Interesse an wöchentlichen Updates zur aktuellen Studienlage im Bereich der Inneren Medizin? Abonniere jetzt das Studientelegramm! Den Link zur Anmeldung findest du am Seitenende unter "Tipps & Links"

Patienteninformationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2021

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

Quellen

  1. Moll, Jung: Duale Reihe Dermatolgie. 6. Auflage Thieme 2005, ISBN: 978-3-131-26686-6 .
  2. Sterry, Paus: Checkliste Dermatologie. 5. Auflage Thieme 2004, ISBN: 3-136-97005-5 .
  3. Fritsch: Dermatologie und Venerologie für das Studium . Springer 2009, ISBN: 3-540-79302-x .
  4. S2k-Leitlinie: Basalzellkarzinom der Haut. Stand: 1. Dezember 2013. Abgerufen am: 2. November 2017.